09.10.2020

Eder: Noch höherer Druck auf Arbeitslose schafft keine Arbeitsplätze

„Es ist gut, dass die Wirtschaftskammer das Problem der Rekordarbeitslosigkeit erkannt hat. Falsche Ansätze zu ihrer Bekämpfung werden jedoch nicht richtiger, je öfter sie wiederholt werden. Mit Retro-Rezepten schaffen wir es jedenfalls sicher nicht die Krise zu bewältigen. Stattdessen brauchen wir gemeinsame Rezepte und Kraftanstrengungen, um die Menschen wieder in Beschäftigung zu bekommen“, so AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder zu den heutigen Forderungen von WKS-Präsident Peter Buchmüller. Eder erinnert daran, dass zum Höhepunkt der Krise 30.000 Menschen arbeitslos und über 100.000 in Kurzarbeit waren. „Jeder 2. Beschäftigte hat Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.  Die Krise zeigt: Es kann jeden treffen.“

Die Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise betreffen mittlerweile die gesamte Wirtschaft. Umsätze der Unternehmen brechen ein, abertausende Menschen erleiden Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit. „Zur Bewältigung der Krise müssen Unternehmen und Beschäftigte an einem Strang ziehen. Mehr Druck auf Arbeitssuchende schafft sicherlich keine zusätzlichen Arbeitsplätze. Statt ihre Unterstützung zu kürzen, muss die Politik ihnen beim Weg zurück ins Erwerbsleben helfen – so wie sie es bei der Wirtschaft tut. Wie sich mittlerweile gezeigt hat, kann Arbeitslosigkeit jeden treffen“, so Eder.

Die nackten Zahlen belegen: Den Arbeitssuchenden mangelt es nicht am Arbeitswillen, sondern schlicht an Arbeitsmöglichkeiten. „16.500 Arbeitssuchenden stehen 5.500 verfügbare Arbeitsplätze gegenüber. Die Menschen arbeiten nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie nichts finden“, so Eder. „Da helfen auch längere Wegzeiten nicht weiter: 8 von 10 Salzburger Beschäftigten benötigen weniger als 30 Minuten in die Arbeit.“

Um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitssuchende vor Armut zu schützen, erneuert AK-Präsident Eder die Forderung nach einer Erhöhung der Nettoersatzrate von derzeit 55 auf 70 Prozent. „Wir wissen, dass Arbeitssuchende jeden Euro zum Leben brauchen. Jeder zusätzliche Euro fließt in den Konsum, stärkt die Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze“, so Eder abschließend. 

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