"AK-Pflegetagebuch" hilft  bei der richtigen Pflegegeld-Einstufung

Jeder dritte Pflegebedürftige wird von den eigenen Angehörigen zuhause gepflegt. Eine betroffene Angehörige ist Roswitha R., aufgrund eines Schlaganfalls ist ihr Mann nicht mehr in der Lage, den Alltag selbstständig zu bestreiten. Um finanziell über die Runden zu kommen, beantragt sie bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) höheres Pflegegeld. Als die PVA ablehnte, klagte sie mit Hilfe der Arbeiterkammer. Mit Erfolg: Der Gatte erhält künftig Pflegegeld der Stufe 3 (+2.000 Euro jährlich) und eine sofortige Nachzahlung von 809 Euro. Für diese Fälle hat die AK Salzburg das „Pflegetagebuch“ ins Leben gerufen. „Unser Pflegetagebuch hilft pflegenden Angehörigen den Hilfsbedarf genau zu dokumentieren. Dies ist mitentscheidend, um am Ende auch die Leistungen zu erhalten, die einem zustehen", sagt AK-Präsident Peter Eder, der gleichzeitig an die Landesregierung appelliert, die mobile Pflege flächendeckend auszubauen.

Meist kommt alles ganz plötzlich. Ein Schlaganfall, Krankheit oder die Diagnose Demenz – Pflegebedürftigkeit in der Familie ändert alles. Hat eine Person einen ständigen Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden monatlich, besteht der Anspruch auf Pflegegeld. Zu beantragen ist es bei der jeweiligen Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Die Höhe der finanziellen Unterstützung hängt vom Pflegebedarf, also davon ab, wie viel Hilfe jemand bei alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Ankleiden etc. braucht. Je genauer dokumentiert wird, desto besser kann die Pflegegeld-Einstufung erfolgen. „Es ist wichtig, sich rechtzeitig mit der eigenen Pflegesituation und der Pflegebegutachtung auseinander zu setzen. Mit Hilfe des Pflegetagebuchs können die Betroffenen den Gutachtern ihre Situation ausführlich beschreiben und ihren Bedarf verdeutlichen“, sagt Sarah Baier von der Sozialversicherungsberatung der Arbeiterkammer Salzburg.

Unterstützung bei der Dokumentation bietet das neue Pflegetagebuch der Arbeiterkammer Salzburg. Angehörige können damit die geleistete Hilfe überschaulich darstellen. So wird nachvollziehbar, wie viel Betreuung tatsächlich regelmäßig nötig ist. Herunterladen kann man das Pflegetagebuch hier

Fall „Roswitha R.“ – Dank Tagebuch höhere Unterstützung

Wie hilfreich das Pflegetagebuch ist, zeigt ein aktueller Fall aus dem Alltag der Arbeiterkammer. Roswitha R. wandte sich an die Sozialversicherungsberatung der AK Salzburg. Aufgrund eines Schlaganfalls ist ihr Ehemann nicht mehr in der Lage, sein Leben eigenständig zu bewältigen. Sei es beim Ankleiden, Gehen oder Duschen, er ist stets auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Als finanzielle Unterstützung erhält der Gatte Pflegegeld der Stufe 2, was für Roswitha R. zu wenig erschien. Kein Wunder, denn sie muss sich neben ihrer durchgehenden Pflegetätigkeit, ganz alleine um den Haushalt kümmern. So beantragte sie für ihren Mann die Erhöhung des Pflegegelds bei der Pensionsversicherungsanstalt. Als sich die PVA weigerte, die Pflegestufe zu erhöhen, klagte die AK Salzburg. Mit Erfolg: Der Gatte erhält künftig Pflegegeld der Stufe 3 – das heißt: ca. 2.000 Euro mehr jedes Jahr – und eine einmalige Nachzahlung von 809 Euro. „Um den enormen Pflegeaufwand vor Gericht aufzuzeigen, nutzte Roswitha R. das neue Pflegetagebuch der Arbeiterkammer Salzburg“, so die AK-Expertin.

AK-Präsident Eder: „Mobile Pflege ausbauen!“

Um Menschen bei der Pflege zu unterstützen fordert AK-Präsident Peter Eder, die „mobile Pflege“ auszubauen: „Pflegevorsorge ist eine zentrale öffentliche Aufgabe. Das Angebot muss gemäß dem wachsenden Bedarf ausgebaut werden. Dazu braucht es ein klares Konzept – die mobile Pflege muss darin eine zentrale Rolle spielen. Nur so sind nachhaltige Finanzierung auf breiter Basis und solidarische Absicherung der Versorgung älterer und schwerkranker Menschen auch in Zukunft gesichert. Das Land ist gefordert, die richtigen Schritte zu setzen.“

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