9.6.2020

Eder: Berufsleben darf nicht mit Arbeitslosigkeit starten

Corona hat die Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle stark ansteigen lassen. Um zu verhindern, dass hunderte junge Menschen am beruflichen Abstellgleis landen, hat die AK mit Unterstützung von BFI und AMS ein neues Angebot geschaffen, um Jugendliche fit für die Lehre zu machen und jenen zu helfen, die Probleme beim Finden eines Ausbildungsplatzes haben. „Wir lassen in dieser Krise keinen im Regen stehen“, so AK-Präsident Peter Eder, „dieses Angebot zeigt, was möglich ist, wenn im Sinne der Menschen gemeinsam nach Problemlösungen gesucht wird. Ich erwarte mir, dass die Politik unserem Beispiel folgt und mit starken Akzenten nachzieht – etwa mit der Aufstockung der überbetrieblichen Ausbildung durch zusätzliche 100 Ausbildungsplätze.“  

Schon mehrfach hat die Salzburger Arbeiterkammer darauf hingewiesen, dass neben dem Arbeitsmarkt auch der Lehrstellenmarkt eingebrochen ist: Ohne die Lehrstellen im Tourismus gibt es erstmals seit Jahrzehnten weniger Ausbildungsplätze als benötigt werden. Um die Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle nicht weiter anwachsen zu lassen, hat AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder bereits einen Ausbau der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) gefordert. Was alles möglich ist, wenn Probleme gemeinsam angepackt werden, zeigt ein neues Projekt der AK, unterstützt von BFI und AMS: „Mit einem Kursangebot ‚ das junge Menschen fit für die Lehre macht und bei der Lehrstellensuche hilft, gehen wir mit gutem Beispiel voran. Damit setzen wir einen starken Impuls am schwächelnden Lehrstellenmarkt und wollen die Politik ermuntern, nachzuziehen. Das Land muss dafür sorgen, dass dem AMS Mittel zur Aufstockung des ÜBA-Kontingentes um 100 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen“, fordert Eder.

Neues Angebot macht Jugendliche fit für die Lehre

Dieser Kurs richtet sich an Jugendliche, die derzeit auf der Suche nach einer Lehrstelle sind und dabei Unterstützung benötigen. Am BFI werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem 8 Wochen dauernden Lehrgang u.a. durch Bewerbungstraining, Basisqualifikation in den Hauptgegenständen sowie EDV und Digitalisierung gezielt auf einen Kontakt mit potentiellen Ausbildungsbetrieben vorbereitet. Am Ende steht (optional) ein Praktikum zur Anbahnung eines Lehrverhältnisses. Unterstützt wird diese Aktion vom AMS Salzburg, das für die teilnehmenden Jugendlichen während dieser 2 Monate die Kosten für die DLU (Deckung des Lebensunterhaltes) übernimmt.

„Wir lassen in dieser Krise keinen zurück, es muss auch weiterhin heißen: Jungen Menschen gehört die Zukunft – geben wir ihnen die Chance. Ich danke BFI und AMS für die rasche, unbürokratische und ergebnisorientierte Zusammenarbeit im Sinne der jungen Menschen in unserem Bundesland“, freut sich AK-Präsident Peter Eder, Jugendlichen auf Lehrstellensuche eine Perspektive anbieten zu können.

Baustelle Lehrstellenmarkt

Starke Akzente und Impulse am Lehrstellenmarkt sind das Gebot der Stunde, denn noch nie waren die Zukunftsaussichten für Salzburgs Jugend so trüb wie jetzt. Im Jahresvergleich (Mai 2019 vs. Mai 2020) sind die verfügbaren offenen Lehrstellen um mehr als ein Viertel (-29,2%) eingebrochen, die Anzahl der Lehrstellensuchenden hat um fast 60% zugenommen. Dadurch wird es immer schwieriger, dass Angebot und Nachfrage in Sachen Berufswunsch oder räumliche Nähe zusammenpassen.

AK fordert Aufstockung der ÜBA um 100 Plätze

Ein taugliches Mittel aus Sicht der AK, um diesem Negativtrend entgegenzuwirken, ist die so genannte ÜBA. „Die vorübergehende Lehre in einer überbetrieblichen Einrichtung hat den Vorteil, dass die Jugendlichen nicht ins Abseits geraten. Sobald die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat, kann der Wechsel in eine betriebliche Ausbildung erfolgen“, erklärt Eder, „aber dazu braucht es Unterstützung seitens der Politik in Form von 100 zusätzlichen ÜBA-Plätzen, bzw. dass dem AMS ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden, um dieses erweiterte Angebot schaffen zu können.“ Laut Berechnungen der AK könnten damit rund 40 % der derzeit Lehrstellensuchenden sofort einen Ausbildungsplatz  erhalten. 

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