10.01.2021

Großen Worten müssen Taten folgen: Pflegepersonal nicht im Stich lassen

Als realitätsfremd bezeichnet AK-Präsident Peter Eder die vom Gesundheitsminister ausgegebenen Impfziele. „Solange die Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht werden, sind große Worte fehl am Platz. Leere Ankündigungen gilt es jetzt rasch mit Leben zu füllen“, fordert AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder, der weiters verrät: „Das Pflegepersonal in Salzburg berichtet von unhaltbaren bürokratischen Auswüchsen rund um die Corona-Schutzimpfung. Durch den Bürokratie-Druck aus Wien wird nicht nur der Impffortschritt weiter gebremst, die Beschäftigten in den Heimen berichten auch von teils chaotischen und untragbaren Arbeitsbedingungen.“

Wie groß die bürokratischen Hürden beim Impfen sind, zeigt ein Blick in Salzburgs Pflegeheime: Bevor ein Bewohner überhaupt geimpft werden kann, müssen neben einer mündlichen Zusage, noch verschiedene Einverständniserklärungen und Datenschutzerklärungen eingeholt werden. In manchen Fällen werden noch Angehörige und Sachwalter bei der Entscheidung dazwischengeschaltet. „Das kostet nicht nur wichtige Zeit im Kampf gegen das Corona-Virus, das Pflegepersonal wird auch mit einem enormen Extra-Aufwand weiter unter Druck gesetzt“, berichtet Peter Eder. Weiters weiß der AK-Präsident aus Gesprächen mit betroffenen Mitarbeitern, dass die bereitgestellte, digitale Ausstattung im Impfvorgang mehr als dürftig ist. „Um die Daten der Geimpften zu erfassen und nach Wien zu melden, hat Salzburg lediglich 13 (!) Tablets vom Bund zur Verfügung gestellt bekommen. Auch das elektronische Meldesystem gibt häufig den Geist auf. Einige Heime müssen wieder mit Papier und Stift festhalten, wer sich impfen hat lassen“, kritisiert Eder. „Darüber hinaus läuft auch bei der Informationsweitergabe vieles falsch. Es ist nicht klar, wie viele Impfdosen man aus einem Impffläschchen bekommt. Was passiert mit den bereits reservierten Impfungen, wenn sich eine vorgemerkte Person kurzfristig umentscheidet? Müssen sie weggeworfen werden, oder dürfen sie an andere verabreicht werden? Offene Fragen wie diese, zeigen deutlich: die Regierung ist nicht ausreichend vorbereitet. Umso unverständlicher ist es, dass Minister Anschober solch große Ziele öffentlich ausgibt. Hier bleibt die Regierung ihrer Linie treu: PR-Gags, statt lösungsorientiertes Arbeiten!“

AK: ELEKTRONISCHEN IMPFPASS UND APP SCHNELL UMSETZEN

Anders als in Israel – das beim Impfen eine Vorreiterrolle einnimmt – gibt es in Österreich weder Impf-App noch elektronischen Impfpass. „Mit solchen digitalen Lösungen könnte man die Impfungen nicht nur zentralisiert für alle Mediziner zugänglich abspeichern, man könnte damit auch alle Impfwilligen vorab erfassen und Vormerklisten führen. Wer auf einer Vormerkliste steht, wird angerufen, sobald in einem Heim eine Menge an Impfdosen übrigbleibt“, so Eder. „Der Blick in andere Länder zeigt, was alles möglich wäre. Nun ist die Regierung gefragt, die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen – nicht nur für jene, die schnell geimpft werden müssen, sondern auch für die Beschäftigten in den Pflegeheimen- sie leisten Tag für Tag enorm wichtige Arbeit.“

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