14.9.2020

Flughafen-Eigentümer sollen vorläufig auf Dividenden verzichten

Bei der morgigen Aufsichtsratssitzung des Salzburger Flughafens wird das zu erwartende Millionen-Minus, ausgelöst durch die Corona-Krise, im Fokus stehen. In diesem Zusammenhang erinnert AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder an die enorme Bedeutung des Flughafens sowohl für den Arbeitsmarkt, als auch für die Salzburger Wirtschaft und appelliert: „Die Verantwortlichen müssen jetzt trotzdem an die Zukunft des Flughafens denken und wichtige sowie notwendige Infrastrukturmaßnahmen vorantreiben. Um das Flughafen-Budget zu entlasten, muss die öffentliche Hand zum Dividenden-Verzicht bereit sein.“

Das drohende Millionen-Minus am Salzburger Flughafen gibt allen Grund zur Sorge. Beinahe die Hälfte des Umsatzes dürfte 2020 wegbrechen. Während in normalen Jahren 70 Millionen Euro umgesetzt werden, sind es heuer wegen Corona rund 30 Millionen Euro weniger. Geschadet hat zudem die Streichung der Verbindung Salzburg-Wien, die aus Eders Sicht ein wenig durchdachter grüner Schnellschuss war, der mindestens 50 Arbeitsplätze gefährdet und den ganzen Standort schwächt. Um diesen und die Arbeitsplätze nicht zu gefährden, spricht sich AK-Präsident Peter Eder für einen Dividenden-Verzicht bzw. die Rückzahlung der Dividenden der letzten Jahre aus. So haben sich Stadt und Land Salzburg als Eigentümer von 2010 bis 2018 rund 25 Millionen Euro an Dividenden auszahlen lassen.

Zudem erwartet sich Eder von den Eigentümern ein klares Bekenntnis zum Salzburger Flughafen: „Es braucht jetzt durchdachte Investitionen, statt einem Investitionsstau, damit der Flughafen in Post-Corona-Zeiten allen Anforderungen entspricht. Diese Infrastruktur-Investitionen helfen nicht nur dabei, heimische Arbeitsplätze abzusichern, sondern haben im Gegensatz zu Einmal-Beihilfen nachhaltige Effekte“, erklärt Eder. „Wenn das Land jetzt die richtigen Schritte setzt, kann es einer steigenden Arbeitslosigkeit vorbeugen.“

FLUGHAFEN SICHERT 3.200 ARBEITSPLÄTZE

Der AK-Präsident erinnert in diesem Zusammenhang an die Ergebnisse einer AK-Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens. Dieser sichert gesamtwirtschaftlich 3.200 Arbeitsplätze. Weitere 4.600 Arbeitsplätze in Beherbergung und Gastronomie werden durch Fluggäste unterstützt. Die öffentliche Hand darf sich über 73 Millionen Euro Steuereinnahmen freuen, seitens des Tourismus fließen noch einmal rund 40 Millionen Euro an den Fiskus. „Angesichts der enormen Bedeutung fürs Bundesland erwarte ich mir von der Landespolitik, dass alle gesetzten Maßnahmen die Stärkung des Standorts zum Ziel haben“, so Eder.

AK-Präsident Peter Eder ist bereits gespannt auf das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung: „Die finanziellen Herausforderungen sind ja nicht erst seit gestern bekannt. Morgen wird sich zeigen, ob die Verantwortlichen des Landes ihre Hausaufgaben gemacht haben, oder wie bei den SALK vor einer großen Baustelle stehen. Im Sinne der Beschäftigten und der Bevölkerung hoffe ich auf Ersteres.“

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