26.11.2021

Erhöhung bei Saisonierkontingent löst Probleme nicht

Die angekündigte Erhöhung des Saisonierkontingents durch Arbeitsminister Kocher ist aus Sicht der AK Salzburg der falsche Weg, um die selbstgemachten Probleme im Tourismus in den Griff zu bekommen. „Die Branche versucht weiterhin so billig wie möglich an Arbeitskräfte zu kommen, statt auf Qualität und attraktive Arbeitsbedingungen zu setzen“, so AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. „Statt einer Erhöhung bei den Saisoniers, hätte sich der Arbeitsminister um die viel wichtigere Anpassung der Kurzarbeitsrichtlinie kümmern sollen, damit im Lockdown alle aktuell Beschäftigten die Möglichkeit zur Kurzarbeit haben.“

Auf den Arbeitsmarkt des Tourismuslands Salzburg wirkt sich die von Minister Kocher angekündigte Erhöhung des Saisonierkontingents besonders stark aus. Immerhin 900 der österreichweit rund 3.000 Plätze entfallen aufs Bundesland. „Die Entwicklung geht in die vollkommen falsche Richtung. Nachdem das Kontingent in Salzburg bis 2018 sukzessive auf rund 300 Plätze gesenkt wurde, entspricht dies einer Verdreifachung“, weiß Eder. Hintergrund für die damalige Reduktion: Durch den Beitritt der „neuen“ EU-Mitgliedsstaaten stehen dem Arbeitsmarkt ohnehin zahlreiche zusätzliche nicht-österreichische Arbeitskräfte zur Verfügung.

Absolut nicht nachvollziehbar ist für den AK-Präsidenten diese Abkehr von der bisherigen Linie. „Der österreichische Tourismus täte gut daran auf Qualität zu setzen. Dies gelingt nur mit top motivierten Arbeitskräften. Ich bin überzeugt, dass diese auch in Österreich rekrutiert werden können, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen“, so Eder.

Statt das Saisonierkontingent auszubauen, hätte Minister Kocher aus Sicht der AK an der Anpassung der Kurzarbeitsrichtlinie arbeiten sollen. Die aktuelle Regelung schließt Beschäftigte, die weniger als ein Monat im Betrieb sind, von Kurzarbeit aus. „Mich würde es nicht wundern, wenn zahlreiche Arbeitskräfte aufgrund der durch den Lockdown verursachten Unsicherheit jetzt die Branche wechseln“, hält AK-Präsident Eder fest.

Außerdem ist aus Peters Eders Sicht ein ausreichender Trinkgeldersatz während eines Lockdowns längst überfällig. „Keine Frage, auf lange Sicht braucht es endlich höhere Löhne und Gehälter, damit auch das Arbeitslosengeld entsprechend hoch ausfällt. Solange das Umdenken nicht stattgefunden hat, benötigen die Arbeitnehmer rasche Hilfe in Form eines ausreichenden Trinkgeldersatz. Gerade in der Gastro, damit nicht auch noch die letzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Segel streichen“, so Eder.

Der AK-Präsident hofft darauf, dass Minister Kocher innerhalb der gut zweiwöchigen Begutachtungsfrist umdenkt und das Saisonierkontingent entsprechend nach unten korrigiert. 

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