19.8.2020

Eder: Rechtssicherheit für Eltern und Arbeitgeber ist gefragt

Seit die Regelungen zur Corona-Ampel in den Schulen bekannt sind, melden sich viele verunsicherte Eltern bei der AK, weil sie ihren heurigen Urlaub bereits während des Lockdowns aufgebraucht oder seither sogar Minusstunden am Konto haben. „Die Regelung mit dem 3-wöchigen Sonderurlaub für Beschäftigte mit betreuungs-, bzw. schulpflichtigen Kindern läuft mit Ende September aus“, gibt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder zu bedenken, „ich fordere eine Dienstfreistellung für von Schulschließungen betroffene Eltern, egal wie lange das Home-Schooling dauert. Die Kosten dafür sind vollständig vom Bund zu übernehmen, um die schwer gebeutelten Unternehmen nicht noch weiter zu belasten.“ Und die AK fordert, dass über Schulschließungen einzig und allein der Landeshauptmann zu entscheiden hat und nicht wie angekündigt, der jeweilige Bezirk.

Die Corona-Ampel für punktuelle statt großflächige Schulschließungen ist nur auf den ersten Blick eine vernünftige Maßnahme – zu viele Fragezeichen stellen sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die betreuungs-, bzw. schulpflichtige Kinder haben. Das zeigt sich seit Beginn der Woche in der Beratungspraxis der Salzburger Arbeiterkammer: „Viele, die ihren Urlaub bereits während des Lockdowns verbrauchen mussten oder seither noch immer mit Minusstunden kämpfen, haben nun Angst, sollte die Corona-Ampel in der Schule auf Rot springen“ berichtet AK-Präsident Peter Eder, „hier muss die Bundesregierung Rechtssicherheit für Beschäftigte und Unternehmen schaffen. Ich fordere, dass betroffene Eltern im Fall einer Rückkehr des Home-Schoolings vom Dienst für diese Zeit freigestellt werden.“

Um den von der Krise schwer getroffenen Unternehmen nicht noch mehr Belastungen aufzubürden, muss nach Ansicht der AK der Bund die gesamten Kosten für solche Freistellungen übernehmen – statt wie im letzten Schuljahr nur ein Drittel.

AK: Schulschließungen sollen nur über LH gehen

In Sachen Zuständigkeiten fordert die Arbeiterkammer Einheitlichkeit. Eder: „Die Entscheidung, ob eine Schule geschlossen wird oder nicht, soll einzig und allein beim Landeshauptmann liegen. Damit wäre gewährleistet, dass in allen Regionen einheitliche Entscheidungen getroffen werden.“

Kinder dürfen nicht auf der Strecke bleiben

Schon im schulischen Normalbetrieb sind die Bildungschancen in Österreich ungerecht verteilt. Der Lockdown im vergangenen Schuljahr hat diese Situation dramatisch verschärft. In knapp 4 Wochen starten viele Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten, weil der Heim-Unterricht in vielen Familien nicht oder nur unzureichend geklappt hat. Dazu kommt, dass 7 Prozent der Schulpflichtigen überhaupt nicht erreicht werden konnten. Hier braucht es nach Ansicht der AK besondere Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, die aus dem System fallen, sobald sich die Schultore schließen.

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