Peter Eder: Der Karfreitag soll für alle ein Feiertag sein!

Mit längeren Arbeitszeiten und aufgeweichter Feiertagsruhe haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2018 bei den Arbeitszeiten ordentlich draufgezahlt. Und das, obwohl in Österreich pro Woche im Schnitt schon vorher am drittmeisten in der EU gearbeitet wurde. „Der Entscheid des EuGH zum Karfreitag öffnet eine Tür zu mehr Gerechtigkeit, wenn dieser Tag in Zukunft für alle frei ist und keine anderen Feiertage gestrichen werden“, sagt AK-Präsident Peter Eder.

Soeben entschied der Europäische Gerichtshof, dass es diskriminierend ist, wenn der Karfreitag nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen als religiöser Feiertag gilt. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert. Sie muss eine gerechte, einfach zu handhabende gesetzliche Regelung finden.

AK Salzburg fordert einen Feiertag mehr für alle

Für AK-Präsident Peter Eder ist klar, wie diese ausschauen könnte: „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben im vergangenen Jahr mehr als genug wegstecken müssen: 60-Stunden-Woche, schärfere Zumutbarkeitsbestimmungen, kürzere Ruhezeiten. Und nicht zuletzt ist auch die sechste Urlaubswoche für viele mittlerweile ein unerreichbarer Luxus, weil der Arbeitgeber öfter gewechselt wird und man damit selten auf die erforderlichen Arbeitsjahre kommt. Angesichts dessen wäre ein zusätzlicher Feiertag für alle Beschäftigten, für jede Dienstnehmerin und jeden Dienstnehmer, als kleine Kompensation mehr als angebracht!“

EuGH-Entscheid öffnet Tür zu mehr Gerechtigkeit

„Wir begrüßen den EuGH-Entscheid, weil er eine Tür aufmacht, die mehr Gerechtigkeit für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ermöglicht“, so Eder. Denn durch die von der Regierung im Vorjahr verschärften Arbeitszeit-Regeln in Österreich sind statt bisher 320 Überstunden 416 im Jahr möglich. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können an vier Wochenenden oder Feiertagen pro Jahr zum Dienst eingeteilt werden, womit die Sonn- und Feiertagsruhe aufgeweicht wurde. Im Schnitt arbeiten die Österreicher schon jetzt mit 41,3 Stunden pro Woche am drittlängsten in der EU. Sie leisten 250 Millionen Über- und Mehrstunden, von denen 18 Prozent weder durch Geld noch durch Zeitausgleich abgegolten werden. Das entspricht über einer Milliarde Euro. Zwei Drittel der Beschäftigten in Salzburg müssen Überstunden machen – und je mehr Arbeit anfällt, desto unzufriedener ist man mit dem Leben, der Arbeitsgestaltung und dem Beruf an sich. Peter Eder: „All das spricht für kürzere Arbeitszeiten, für weniger Überstunden und für mehr Feiertage. Jetzt ist die Gelegenheit, wieder einen Schritt in die richtige Richtung zu machen!“

AK hilft, wenn es bis zum 19. April keine Regelung gibt

Was passiert, wenn es bis zum heurigen Karfreitag am 19. April keine Regelung gibt? Dann können Beschäftigte den freien Tag – oder zumindest Feiertagszuschläge – beim Arbeitgeber einfordern, um nicht diskriminiert zu sein. „Wir helfen unseren Mitgliedern gerne und jederzeit beim Durchsetzen Ihrer berechtigten Ansprüche. Weil das aber ebenso wie ein ´Nein´ zu ´freiwilligen´ Überstunden manche Arbeitgeber als Affront sehen werden, wünschen wir uns eine schnelle und gute gesetzliche Lösung. Eine im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, und nicht schon wieder zu Gunsten der Wirtschaft. Es darf keinesfalls zu einem Abtauschen kommen und am Ende eventuell sogar weniger Feiertage geben!“, sagt AK-Präsident Peter Eder. 

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