13.1.2021

Bildungsversäumnisse und Vereinbarkeitsdramen gehen weiter

Kritik an der jetzt bekanntgewordenen Verlängerung der Schulschließungen um eine Woche übt Salzburgs AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder: „Eine Hiobsbotschaft für Schüler und Eltern. Mittlerweile 3 Schul-Lockdowns haben bereits tiefe Spuren hinsichtlich Bildungs(un)gerechtigkeit hinterlassen. Die zukünftigen Chancen unserer Kinder werden damit weiter wissentlich aufs Spiel gesetzt. Nicht zu vergessen die Eltern, deren Vereinbarkeitsdrama den nächsten Akt erlebt.“ Die AK verlangt nun bei Schülerinnen und Schülern eine Lernzielkontrolle ohne Notendruck, um entstandene Bildungslücken zu erheben. Darauf aufbauend individuelle und kostenlose, vom Bund geförderte schulautonome Förderprogramme, um einen bildungspolitischen Supergau abzuwenden. Außerdem fordert Eder eine Verkürzung der Ferien. 

„Ein weiteres Eigentor der Bundesregierung in Sachen Krisenmanagement und ein neuerliches Beispiel dafür, wie das Versagen der Bundespolitik auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen wird“, kommentiert AK-Präsident Peter Eder die vor kurzem bekannt gewordene Verlängerung der Schulschließungen, „jeder Tag, an dem die Schulen nicht offen haben, ist ein verlorener Tag für die Zukunftschancen unserer Kinder und ein Vereinbarkeitsdilemma für Eltern.“

AK für individuelle Förderprogramme und verkürzte Ferien

Die Ankündigung, Bildungsdefizite mittels einer ‚Summer School‘ abbauen zu wollen, bezeichnet Eder bestenfalls als schlechten Witz: „Das ist viel zu wenig, wenn seit März 2020 von rund 170 Unterrichtstagen fast die Hälfte ausgefallen ist. Da braucht es schon intelligentere und fairere Lösungen für die Schülerinnen und Schüler!“ 

Um die entstandenen Bildungsdefizite zu erheben, fordert die AK nun eine Lernzielkontrolle ohne Notendruck bei den Schülerinnen und Schülern. Darauf aufbauend müssen schulautonome, individuelle und kostenlose vom Bund finanzierte Förderprogramme entwickelt werden, um das Bildungsgefälle nicht noch größer werden zu lassen. „Dafür braucht es natürlich die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen“, fordert der AK-Präsident.

Eine weitere Forderung der Salzburger Arbeiterkammer – so wie auch von vielen Bildungsexperten – ist eine Verkürzung der Ferien, verknüpft mit fairen Bedingungen für das Lehrpersonal. „Angesichts der hohen Zahl an entfallenen Unterrichtstagen und der entstandenen Bildungsdefizite, sind in Summe 14 Wochen Ferien in der jetzigen Situation absolut nicht zu rechtfertigen“, bekräftigt Eder.

Tests als Sicherheit für Kinder, Eltern und Lehrer

Für die AK müssen die Schulen nicht weiter geschlossen, sondern schleunigst geöffnet werden. Eder: „Schule muss so organisiert werden, dass Lernen sicher stattfinden werden kann. Es braucht ein COVID-taugliches Regelwerk für das gesamte verbleibende Schuljahr, das je nach Infektionsgeschehen in Szenarien plant und auch Raum für schulautonome Gestaltungen lässt.“

Um den Familien und den Lehrern, die seit bald einem Jahr Großartiges leisten, nach dem wochenlangen Tauziehen um die Schulen endlich Planungssicherheit zu ermöglichen, als auch um die Bildungseinrichtungen wieder dauerhaft zu öffnen, unterstützt die AK die Idee von kindgerechten Tests in kurzen Intervallen. „Wofür wurden in Windeseile 5 Millionen ‚Anterio-Nasal-Tests‘ angekauft, wenn die Schultore jetzt doch noch länger zu bleiben?“, fragt sich der AK-Präsident.

Home-Schooling kennt nur Verlierer

Regelmäßige AK-Umfragen rund um die aktuelle Schulkostenstudie unter Salzburger Eltern von schulpflichtigen Kindern haben schon mehrmals gezeigt, dass Schulschließungen nur Verlierer kennen. Bei 40 Prozent der befragten Eltern hat sich in Lockdown 1 die psychische Gesundheit verschlechtert. Bei Lockdown 2 waren es 34 Prozent. Ein Viertel der Kinder fühlte sich im Frühjahr einsamer als vor Corona, im Herbst waren es sogar 53 Prozent.

Ganz zu schweigen von den Bildungsversäumnissen: 20 Prozent jener Familien, in denen die Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen oder armutsgefährdet sind, gaben an, dass ihre Kinder die Lernrückstände aus Lockdown 1 noch immer nicht kompensieren konnten.

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