Eder: "Beschäftigte haben sich ein kräftiges Lohn-Plus verdient!"

AK-Analyse: Der Wirtschaft geht's so gut, wie lange nicht

Eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer zeichnet ein äußerst positives Bild vom Wirtschaftsstandort Österreich. Alle Paramater - ob BIP, Exporte oder Gewinne – zeigen nach oben. „Es ist Zeit, dass das endlich bei den Beschäftigten ankommt“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder, „sie haben sich Respekt und damit ein ordentliches Stück vom Kuchen verdient – zumal sie zahlreiche Opfer bringen mussten und müssen – Stichworte 12/60 oder AUVA. Eine florierende Wirtschaft und verlängerte Arbeitszeiten schreien geradezu nach einer kräftigen Lohnerhöhung. Deshalb unterstützt die AK die Lohnforderungen der Gewerkschaften.“

Österreich ist wirtschaftlich auf der Überholspur. Trotzdem sind die Stücke dieses „Erfolgskuchens“ äußerst ungerecht verteilt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit ihrem Fleiß einen wesentlichen Beitrag zu dieser Hochkonjunktur leisten, gehen bislang leer aus. Es läuft wie auf einer schiefen Ebene ab – die Unternehmen, bzw. der Wirtschaftsstandort Österreich stehen so gut da wie schon lange nicht mehr. Dazu kommt, dass die Bundesregierung die Wünsche von Wirtschaft und Industrie nach „noch flexibleren“ Arbeitszeiten mit dem neuen Arbeitszeitgesetz erfüllt hat.

„Unternehmen werden ent-, die Beschäftigten belastet. Sei es, dass seit 1. September länger gearbeitet werden muss. Sei es, dass Mitbestimmungsrechte beschnitten werden – Stichwort GKK. Oder sei es, dass für die Einsparungen bei der AUVA die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezahlen müssen“, kritisiert AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder und fragt: „Wann bekommen endlich auch einmal die Beschäftigten etwas vom großen Kuchen? Respekt und Wertschätzung, zum Beispiel in Form von anständigen Lohnerhöhungen bei den aktuellen Lohnverhandlungen, sind angesagt.“

Dass das Jammern von Teilen der Industrie und Wirtschaft über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Österreichs - was gern und oft gemacht wird, um die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften schon im Kein zu ersticken – absolut fehl am Platz ist, zeigt eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer Salzburg mit dem Titel „Der Wirtschaft geht´s gut – deshalb verdienen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine spürbare Lohnerhöhung.“

BIP im EU-Spitzenfeld – in Salzburg ganz besonders

Österreich gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern Europas. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt mit 38.200 Euro um 28 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Das ist der viertbeste Wert in der EU. Salzburg liegt innerhalb Österreichs an der Spitze der Bundesländer.

Konjunktur: Besser wird’s nicht

Der kräftige Konjunkturaufschwung hat seinen Höhepunkt erreicht: Die Wirtschaft wuchs 2017 um 2,6 Prozent, für heuer werden 3 Prozent Wachstum prognostiziert. Der wirtschaftliche Boom zeigt sich besonders in der Auslastung der industriellen Kapazitäten. Österreich erreicht mit 88,7 Prozent den Spitzenwert im europäischen Vergleich, deutlich über dem Durchschnitt der Euroländer (84,1). Das letzte Mal erreichte die österreichische Industrie diese Auslastung im Jahr 2007. Wichtige Beiträge für die regionale Hochkonjunktur liefern in Salzburg aktuell der Tourismus und auch die Exportwirtschaft. Im Tourismus zeichnet sich nach der außerordentlich guten Wintersaison ein Rekordergebnis für den Sommer 2018 ab (+6 Prozent Nächtigungen).

Gewinne steigen stärker als Löhne

Die Beschäftigten haben im letzten Jahr deutlich weniger von der wirtschaftlichen Entwicklung profitiert als jene, die über Gewinn- und Besitzeinkommen verfügen. Während die Gewinn- und Besitzeinkommen um 9,2 Prozent gestiegen sind, waren es bei den Löhnen und Gehältern 3,5 Prozent.

Österreich punktet mit Qualität

Oft werden von der Wirtschaft die vermeintlich hohen Arbeits- und Lohnnebenkosten beklagt. Arbeitskosten alleine sagen aber nichts über die Wettbewerbsfähigkeit aus. Entscheidend sind die Lohnstückkosten, also die Lohnkosten je erzeugter Ware. Und die liegen im Durchschnitt der Euro-Länder und sind sogar um 6 Prozent niedriger als in Deutschland.

Exportüberschüsse in Österreich und Salzburg

Seit 2002 übersteigen Österreichs Exporte die Importe. Der Überschuss betrug zuletzt 7 Milliarden Euro (1,9 Prozent des BIP, 2017). Unsere Produkte können sich also am Weltmarkt behaupten, was ihre Wettbewerbsfähigkeit belegt. Das österreichische Erfolgskonzept ist dabei Qualität, komplexe Fertigung und Zulieferkompetenz statt Billiglöhne. In Salzburg stieg der exportierte Warenwert seit 2008 sogar um ein Drittel auf 12 Milliarden Euro.

Unternehmen investieren überdurchschnittlich

Investitionen sind der sichtbarste Ausdruck der positiven Zukunftserwartungen der Unternehmen. Bei den Bruttoanlageinvestitionen der Unternehmen liegt Österreich mit 15,1 Prozent (zum BIP) deutlich über dem europäischen Schnitt (12,6 Prozent) und vor Deutschland (11,9 Prozent). Die Investitionen sind von 2008 bis 2016 leicht angestiegen. Das ist, neben Österreich, nur in drei weiteren Ländern der Fall. In allen anderen europäischen Ländern sind sie im Verhältnis zum BIP gesunken.

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Analyse "Wirtschaftsstandort Österreich" zum Herunterladen.
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