Ausbau der mobilen Pflege und klares Konzept gebraucht

Eine aktuelle Wifo-Studie bestätigt, was die AK schon lange fordert: Mobile Pflege gehört ausgebaut. Sie ermöglicht einen Verbleib in den eigenen 4 Wänden und ist zudem günstiger als stationäre Angebote. Gleichzeitig müssen aber Maßnahmen für mehr Pflegepersonal und eine bessere Finanzierung von Pflege gesetzt werden. Denn: Die Zahl der mobilen Pflegestunden pro betreuter Person sinkt. Und auch beim Anteil der Pflegekosten am Landes-Sozialbudget besteht Ausbaubedarf. „Der Bund bleibt beim Gesamtkonzept säumig. Jetzt muss das Land Salzburg handeln“, fordert AK-Präsident Peter Eder.

Die AK fordert bereits seit langem den massiven Ausbau vorrangig von mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten. Sie können bei gleichzeitigem fairem Zugang zu Pflegeheimen den Mehraufwand, der uns bei der Betreuung älterer und schwer kranker Menschen erwartet, ausgleichen. „Die Pflege der Zukunft braucht ein Gesamtkonzept. Und zwar eines, das nicht auf eine Privatisierung von Pflege abzielt. Denn davon profitieren nur die Bessergestellten“, stellt AK-Präsident Peter Eder klar.  Konkret gehört der steigende Pflegebedarf abgefedert. Zudem muss der Mangel an Fachkräften bekämpft und die künftige Finanzierung sichergestellt werden.

Wifo-Studie bestätigt langjährige Forderung der AK

Derzeit werden knapp über ein Fünftel der pflegebedürftigen Salzburger über mobile Dienste betreut. „Wir wollen erreichen, dass 40 Prozent diese Leistung in Anspruch nehmen können. Bis 2025 soll jeder zweite von mobilen Diensten profitieren, nicht wie bisher nur jeder Vierte“, so Peter Eder. Dadurch entstünden im Bundesland bis ca. 1.400 neue Arbeitsplätze, rund 800 davon direkt in der Pflege.

Außerdem: Das Ganze kommt auch den Staat und damit die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bei mehr Qualität und Betreuung zu Hause billiger. Denn bisher müssen wir österreichweit mit Mehrkosten für die Pflege von 9 Milliarden Euro im Jahr 2050 rechnen. Je größer der Anteil an mobilen Diensten, desto kleiner wird dieser Betrag – das errechnete gerade das Wifo im Auftrag des Hilfswerks.

In Salzburg waren  2017 knapp über 26.000 Personen Pflegegeldbezieher. Bis 2025 prognostiziert das Wifo 32.000 Personen. Vor allem die niedrigen Pflegestufen steigen massiv an. Gerade hier ist ambulante/mobile Pflege die beste Unterstützung. Der Mangel am Angebot zeigt sich aktuell vor allem darin, dass pro betreuter Person jetzt weniger Stunden zur Verfügung stehen als noch vor 5 Jahren – vor allem an den Wochenenden fehlt oft Hilfe.

Der Anteil der mobilen Pflege am Salzburger Landes-Sozialbudget hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. „Das Ziel muss ein deutlicher Ausbau des Angebotes sein, was sich auch in einem deutlich höheren Budget für mobile Pflege im Vergleich zu anderen Budgetposten niederschlagen muss. Hier darf nicht an der falschen Stelle gespart werden.“, warnt AK-Gesundheitsexpertin Michaela Fischer.

Pflegevorsorge koordiniert, nachhaltig und breit ausbauen

AK-Präsident Peter Eder: „Pflegevorsorge ist eine zentrale öffentliche Aufgabe. Das Angebot muss gemäß dem wachsenden Bedarf ausgebaut werden. Dazu braucht es ein klares Konzept – die mobile Pflege muss darin eine zentrale Rolle spielen. Nur so sind nachhaltige Finanzierung auf breiter Basis und solidarische Absicherung der Versorgung älterer und schwer kranker Menschen auch in Zukunft gesichert. Weil der Bund aber beim Vorlegen eines Gesamtplans säumig ist, muss jetzt das Land unmittelbare Maßnahmen ergreifen und nicht erst auf die Ergebnisse der derzeit laufenden Pflegeplattform warten!“

Forderungen der AK an die Salzburger Landesregierung:

  • Ambulante Pflegedienste ausbauen.
  • Anerkennen der Kollektivverträge der Sozialwirtschaft, damit Einkommensbenachteiligungen aufgehoben werden.
  • Schaffen eines Personalschlüssels für die stationären Pflegeeinrichtungen.
  • Künftiges Pflegekräfteangebot durch institutionalisierte Zusammenarbeit von Land, AMS und Sozialpartnern sicherstellen.
  • Ermöglichen und Finanzieren von Ausbildungen auch für Berufsumsteiger. Der  Lebensunterhalt muss währenddessen ebenso wie vorbereitende Brückenkurse sichergestellt sein.
  • Schaffen einer einzigen Anlaufstelle, die über Ausbildungswege, -angebote und die Finanzierung des Lebensunterhaltes berät.
  • Die Hochkonjunkturphase ist ein günstiger Zeitpunkt zur Finanzierung.  Es wird zusätzliche Beschäftigung im Bundesland geschaffen. Gleichzeitig werden die Sozialausgaben gedrosselt.

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