19.11.2020

Eder: Der Frühstarterbonus ist eine absolute Mogelpackung!

Die Neuauflage der Hacklerregelung vor einem Jahr war für die AK ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Das nunmehrige Aus ist ein Rückschritt, zumal die Ersatzlösung „Frühstarterbonus“ ihren Namen nicht verdient. Gegengerechnet bedeutet das nämlich ein Pensionsminus von über 300 Euro brutto. 

„Wer mehr als die Hälfte seines Lebens fleißig gearbeitet und mit seinen Beiträgen fast ein halbes Jahrhundert das Pensions- und Gesundheitssystem gesichert hat, wird um seinen verdienten, finanziell abgesicherten Ruhestand gebracht.“, spricht AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder Klartext. Doch nicht nur für Langzeitversicherte steht die abschlagsfreie Pension auf dem Spiel, auch für Schwerarbeiter und jene, die zu krank zum Weiterarbeiten sind. „Das ist Politik gegen die Beschäftigten. Mit dieser Gesetzesänderung zeigt die ÖVP einmal mehr, dass von ihren christlich-sozialen Wurzeln rein gar nichts mehr übrig ist. Und die Grünen beweisen erneut, dass sie kein eigenständiger Regierungspartner mit sozialem Gewissen, sondern lediglich willige Erfüllungsgehilfen des türkisen Anti-Arbeitnehmerprogramms sind“, so Eder weiter.

AK: Ersatzlösung ist eine Mogelpackung – über 300 Euro Verlust

Dem „Frühstarterbonus“ als Ersatz kann Eder nichts abgewinnen. Monatlich 60 Euro für jene Menschen, die zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr durchgehend gearbeitet haben, sind für den AK-Präsidenten ein schlechter Scherz: „Das ist ein Verlustgeschäft, denn die Einbußen werden bei weitem nicht aufgewogen. Wieder ein Beispiel, wo die Bundesregierung versucht, den Menschen Sand in die Augen zu streuen.“

Die durchschnittliche, abschlagsfreie Langzeitversichertenpension (Hacklerregelung) für Pensionsneuzugänge im ersten Halbjahr 2020 (Männer und Frauen) betrug 2.958 Euro brutto. Bei Verlust der Abschlagsfreiheit haben Betroffene 12,6 Prozent an Abschlägen in Kauf zu nehmen. Das bedeutet, die Pension sinkt auf durchschnittlich 2.585 Euro brutto monatlich. Also um 373 Euro brutto pro Monat weniger.

Werden die Voraussetzungen für den Frühstarterbonus erfüllt, verlieren sie immer noch – unter der Annahme sie schöpfen den Bonus zur Gänze aus – mindestens 313 Euro brutto monatlich.

Frühstarterbonus als Minderheitenprogramm?

Laut Daten der letzten Mikrozensuserhebung sind im Bundesland Salzburg lediglich ein Drittel der 15- bis 20-Jährigen erwerbstätig. Im Umkehrschluss bedeutet das wohl, dass sich zwei Drittel der jungen Menschen in einer Ausbildung befinden und damit ohnehin kaum vom Frühstarterbonus profitieren werden.

Eder: „Unterm Strich ist das Aus der Hacklerregelung und deren Ersetzung durch den Frühstarterbonus mit massiven Pensionseinbußen verbunden – für die heutige, aber auch für künftige Generationen.“

Nicht vergessen darf man laut AK auch auf die Frauen: Ab 2024 hätten auch sie profitiert, da das Pensionsantrittsalter auch für sie steigt. So schauen Frauen, die ohnehin bei der Pensionshöhe im Schnitt das Nachsehen haben, leider wieder einmal durch die Finger.

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