31.3.2020

Eder: Arbeitgeber müssen sich an Corona-Schutzmaßnahmen halten

Während viele Menschen jetzt bangen, wie sie wegen Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit finanziell über die Runden kommen sollen, sind andere mit katastrophalen Schutzbestimmungen im Job konfrontiert. Viele Beschäftigte fürchten sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weil an ihrem Arbeitsplatz keine oder nur unzureichende Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Ihre Bedenken stoßen bei Firmenleitungen jedoch auf taube Ohren. Über 250 Fälle sind der AK in den letzten 2 Wochen zu Ohren gekommen. „Arbeitgeber müssen alles unternehmen, um gesundheitliche Risiken von den Beschäftigten abzuwenden“, stellt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder klar.

Über 250 verängstigte und besorgte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sich in den letzten 2 Wochen bei der Arbeiterkammer gemeldet, weil an oder rund um ihren Arbeitsplatz teils haarsträubende Verletzungen der Corona-Schutzbestimmungen, bzw. -empfehlungen an der Tagesordnung sind.

Stellvertretend 3 besonders krasse Fälle der letzten Tage: Eine Risikoperson, deren Arbeitsplatz mitten im Quarantänegebiet liegt, arbeitet weiter, weil sie Angst hat, ihren Job zu verlieren. Ihr Arbeitgeber lässt sie ein Formular unterschreiben, wonach sie freiwillig in die Arbeit kommt und negativ auf das Coronavirus getestet wurde (Test hat aber gar keiner stattgefunden). Oder eine lungenkranke Akustikerin, die ohne Schutz Hörgeräte bei Kunden anpassen muss. Oder ein Salzburger, in dessen Betrieb nach wie vor Besprechungen in Gruppengrößen von bis zu 40 Personen auf engstem Raum stattfinden – Schutzmasken oder Desinfektionsmittel, Fehlanzeige.

„Leider können wir nur einen Bruchteil dieser Fälle beim Arbeitsinspektorat zur Anzeige bringen“, berichtet AK-Arbeitnehmerschützerin Karin Hagenauer, „weil die Betroffenen schlicht und einfach Angst haben, ihren Job zu verlieren.“

AK pocht auf Einhaltung der Schutzbestimmungen

AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder hat Verständnis für die Betroffenen, aber keine Nachsicht mit solchen Unternehmen: „Klarerweise ist in Zeiten wie jetzt, wo die Arbeitslosigkeit leider explodiert, jeder um seinen Arbeitsplatz froh. Aber dazu, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deswegen einem Infektions- oder Erkrankungsrisiko aussetzen - soweit darf es gar nicht kommen! Im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht müssen Arbeitgeber alle ihnen zur Verfügung stehenden Schutzmaßnahmen treffen, um gesundheitliche Risiken von den Beschäftigten abzuwenden. Die jetzige Krisensituation bestätigt uns, dass der ArbeitnehmerInnenschutz kein lästiges Übel oder lediglich ein `nice to have` ist. Jetzt geht es darum, viele unnötige Infektionen zu verhindern.“

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