Altersteilzeit und Teilpension: 12.000 in Salzburg von Verschärfung betroffen

12.000 Salzburgerinnen und Salzburger hätten in den nächsten ein bis zwei Jahren das Antrittsalter für Altersteilzeit oder Teilpension erreicht – bringt ihnen aber nichts. Denn die Bundesregierung hat die Zugangsvoraussetzungen erschwert. Mit 1. Jänner 2019 tritt das neue Gesetz sie in Kraft. Um darüber zu informieren, organisierte die AK Salzburg Spezial-Beratungstage. Alle Termine waren restlos ausgebucht. „Das neue Gesetz stellt einen gewaltigen Einschnitt in die Lebensplanung tausender älterer Beschäftigter dar“, so AK-Präsident Peter Eder. Wie wichtig diese Modelle der Arbeitszeitverkürzung sind, zeigt der Fall eines 58-jährigen Salzburgers.

Es stehen umfangreiche Änderungen bei Altersteilzeit und Teilpension vor der Tür. Ab 1. Jänner wird das Antrittsalter schrittweise um zwei Jahre angehoben. Das heißt: 2019 ist Altersteilzeit und Teilpension erst sechs Jahre vor dem Regelpensionsalter möglich, 2020 nur noch fünf Jahre.

Um darüber zu informieren, organisierte die AK Salzburg Spezial-Beratungstage im ganzen Bundesland. Alle Termine waren restlos ausgebucht – insgesamt ließen sich 119 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beraten. 2 von 3 Personen betonten bei der Spezialberatung, dass sie aufgrund der hohen Arbeits- und Stressbelastung an gesundheitlichen Problemen leiden. Sie glauben auch nicht daran, dass sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen bis zum Pensionsantritt arbeiten können.

„Angesichts der verschärften Zugangsbeschränkungen sind diese Einblicke in das Leben der Menschen mehr als alarmierend“, betont der AK-Präsident. „Für diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer boten Altersteilzeit und Teilpension die einzigen Möglichkeiten, bis zur Pension weiterzuarbeiten. In Zukunft werden die Betroffenen entweder ihren Job verlieren oder die Stunden (ohne einen finanziellen Ausgleich zu bekommen) reduzieren müssen. Mit fatalen Folgen: Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut werden spürbar zunehmen.“

Von der Gesetzesänderung direkt betroffen sind 12.000 Salzburgerinnen und Salzburger – 7.000 Frauen und 5.000 Männer. Sie hätten in den nächsten 2 Jahren die entsprechende Altersgrenze für Altersteilzeit oder Teilpension erreicht.

Beispiel aus der Beratung: Andreas W. (58)

Wie wichtig diese Modelle der Arbeitszeitverkürzung sind, zeigt folgender Fall eines 58-jährigen Pflegers aus Salzburg. Hoher Druck und massive körperliche Belastungen brachten ihn an die Grenze seiner Leidensfähigkeit. Als Andreas W. (Name geändert) nicht mehr weiter wusste, informierte er sich beim Arbeitgeber über eine Arbeitszeitverkürzung. Möglich wäre es gewesen, doch aus finanzieller Sicht nicht realistisch: Mit 1.050 Euro brutto hätte der 58-Jährige nicht leben können. Verzweifelt wandte er sich an die Arbeiterkammer Salzburg. Bei der Beratung wurde ihm die Altersteilzeit ans Herz gelegt. Der Arbeitgeber willigte ein. Andreas W. reduzierte seine Arbeitszeit um 50 Prozent und bekam zusätzlich zu den 1.050 Euro brutto einen vom AMS finanzierten Lohnausgleich in Höhe von 525 Euro (brutto).

12.000 andere Salzburgerinnen und Salzburger bekommen ab dem nächsten Jahr die Verschärfung am eigenen Leib zu spüren. AK-Präsident Eder lädt alle Betroffenen ein, sich in der AK Salzburg beraten zu lassen: „Wir helfen Ihnen bei allen Fragen rund um Altersteilzeit und Teilpension.“

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