AK verglich Preisentwicklung von Treibstoff, Heizöl, Strom, Gas und Pellets

Die Arbeiterkammer verglich die Kosten von Strom, Treibstoff, Gas, Erdöl und Pellets zwischen Dezember 2017 und Dezember 2018. Das Ergebnis: Alle Energieträger wurden durch die Bank spürbar teurer – teils um das mehr als Fünffache der Inflation! AK-Präsident Peter Eder: „Es braucht Maßnahmen für wenn nicht sinkende, dann zumindest stabile Energiepreise. Denn hohe Kosten treffen besonders Menschen mit geringen Einkommen hart. Gleichzeitig gehört die Energieeffizienz verbessert und der öffentliche Verkehr weiter ausgebaut!“

Das ausklingende Jahr 2018 ist für die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Salzburg ein guter Anlass, einen Blick auf die Entwicklung der Energiekosten zu werfen. Diese Energiepreis-Bilanz ist leider durchwachsen: Strom, Heizen und Autofahren wurden empfindlich teurer.

Diesel kostete 2018 im Schnitt 11 Prozent mehr als im Vorjahr

Für Diesel etwa zahlten die Verbraucher 2018 im Schnitt 11 Prozent mehr als im Jahresschnitt 2017, für Super im Schnitt 8 Prozent mehr. Der Verbraucherpreis-Index stieg im Jahresvergleich um 2,2 Prozent, was allerdings ebenfalls ein relativ hoher Wert ist. Das liegt eben zum Teil an den Treibstoffpreisen, auch wenn sich deren Teuerungs-Trend zum Jahresende hin gedreht hat. Unter Berücksichtigung des Durchschnittspreises für Treibstoff 2018 zahlt ein Autofahrer, der 20.000 Kilometer jährlich fährt, bei einem Verbrauch von im Schnitt 6 Litern pro 100 Kilometern 1.488 Euro für Diesel. Das sind 144 Euro mehr als im Jahr 2017. Bei Super – hier wird ein Verbrauch von 7,5 Litern je 100 Kilometer gerechnet – sind es 135 Euro mehr.

Am teuersten ist Tanken im Lungau, dort stiegen die Dieselpreise sogar gegen Jahresende weiter. Am günstigsten ist es in der Stadt Salzburg. AK-Konsumentenberater Stefan Göweil: „Im Lungau findet kaum Wettbewerb um den niedrigsten Preis beim Tanken statt. Es fehlt ein Anbieter, der mit günstigen Preisansagen die anderen unter Druck setzt!“ Interessantes Detail: Diesel und Super kosten mittlerweile vielerorts quasi gleich viel. Immerhin: In Salzburg ist Super 17 Prozent günstiger als beim deutschen Nachbarn – Diesel 12 Prozent. Auch an den Autobahn-Tankstellen im Bundesland ist es mittlerweile wieder günstiger als in Bayern. Trotzdem zahlt man für eine Tankfüllung (50 Liter) im Schnitt 15,40 Euro mehr bei Super und 13,70 Euro mehr bei Diesel als abseits der Autobahn.

1.000 Liter Heizöl: 205 Euro Preisunterschied möglich

Auch Heizöl gab in den letzten 3 Monaten preislich etwas nach. Aber: Seit Dezember 2017 wurden 1.000 Liter um 66,30 Euro teurer, 2.000 Liter um 173,30 Euro und 3.000 Liter um 258,90 Euro. Stefan Göweil: „Konsumenten sollten vergleichen. Bei großen Mengen können einige Cent Preisdifferenz pro Liter große Auswirkungen haben. Als genormtes Produkt darf auch billiges Heizöl keine Qualitätsmängel aufweisen.“ Bei einer Menge von 1.000 Litern können zwischen teuerstem und günstigstem Händler knapp 205 Euro Unterschied liegen!

Strom: Erstes Jahr günstig – zweites oft umso teurer

Beim Strom gab es Anfang Dezember 2018 in Salzburg 110 verschiedene Produkte von verschiedenen Anbietern. Von 2012 bis 2017 sank der Strompreis. Das änderte sich Anfang 2018 – Im Jahresvergleich stieg der durchschnittliche Preis aller Anbieter heuer um 7,4 Prozent. Ein Haushalt, der 3.500 Kilowattstunden Energie verbraucht, muss jetzt jährlich im Schnitt 45 Euro mehr bezahlen. Wie stark der Anstieg der reinen Energiekosten, also ohne Netzgebühren und Abgaben wirklich ist, zeigen die sogenannten Float-Tarife, die sich am aktuellen Wert einer Kilowattstunde an den Strombörsen orientieren. Bei einem Anbieter kostet sie im Schnitt 36 Prozent mehr! Mittlerweile haben sogar erste Stromlieferanten mit Preisgarantie ihre Tarife einseitig erhöht – was prompt zu Kundenbeschwerden geführt hat. Und: Viele Anbieter locken mit Rabatten im ersten Jahr (bei 1-jähriger Bindung). Sie machen im extremsten Fall mehr als ein Drittel der Gesamtkosten aus. Man sollte also nicht vergessen, rechtzeitig vor Beginn des zweiten Jahres den Vertrag zu kündigen.

Erdgas kostet 12 Prozent mehr – Pellets 2,9 Prozent

Die Entwicklung beim Erdgas ist ganz ähnlich. 87 verschiedene Tarife. Rabatte im 1. Jahr von im Mittel bis zu 168 Euro für 10.000 Kilowattstunden an gelieferter Energie. Das war übrigens schon einmal mehr: 2017 konnte man so im Schnitt 224 Euro sparen. Im Extremfall macht die Ermäßigung 43 Prozent des Normalpreises im ersten Jahr aus – aus 540 werden bei vergessener Kündigung so im zweiten Jahr schnell 976 Euro. Die Gaspreise erhöhten sich seit Dezember 2017 massiv um im Schnitt 12 Prozent. Für den normalen Verbrauch eines Haushalts von 10.000 kWh zahlt man jetzt durchschnittlich 72 Euro mehr. Pellets wurden im Jahresvergleich bei Abnahme von 6 Tonnen nur leicht über der Inflation um im Schnitt 2,9 Prozent teurer.

Energiepreise stabilisieren – Effizienteren Verbrauch fördern

AK-Präsident Peter Eder: „Alle Energieträger und Treibstoffe wurden 2018 deutlich teurer. Die gestiegenen Preise machen den Verbraucherinnen und Verbraucher  zu schaffen. Was sie mehr für Energie und Tanken bezahlen müssen, fehlt woanders. Das schadet durch weniger Konsum auch der Wirtschaft. Ganz zu schweigen vom schwierigeren Lebensunterhalt für alle mit niedrigen und mittleren Einkommen. Es braucht mehr moderne, energieeffiziente Wohnungen und entsprechende Förderungen besonders für die kleinen Leute. Denn gerade sie leben oft in nicht sehr energieeffizienten Bauten und zahlen bei weniger verfügbarem Geld im Haushalt doppelt drauf! Zusätzlich müssen die Energiekosten wenn nicht sinken, dann zumindest stabil bleiben. Und in einem zweiten Schritt sollten wir den Verbrauch durch moderne Technik weiter reduzieren. Das ist gerade im Wohnbaubereich, aber auch in Punkto öffentlicher Verkehr eine große Herausforderung für die Politik!“

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