9.7.2020

AK nimmt "versteckte" Schulkosten ins Visier

Morgen ist Schulschluss. Das treibt vielen Eltern die Sorgenfalten auf die Stirn – wie sollen Kinderbetreuung, Nachhilfe und die Kosten für das kommende Schuljahr gestemmt werden, wenn viele Familienbudgets durch Corona schmäler geworden sind? AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder erinnert an die laufende Schulkostenerhebung von AK und SORA und ruft zur Teilnahme auf: „Je mehr Eltern mitmachen, desto klarer wird das Bild und desto zielgerichteter können wir uns für Entlastungen stark machen.“ Die letzte Erhebung vor 5 Jahren ergab, dass Eltern pro Kind und Schuljahr durchschnittlich fast 860 Euro berappen mussten. Außerdem kündigt Eder eine strenge Preisbeobachtung bei Schulartikeln an.

Morgen endet die Schule. Ein Schuljahr, das durch Corona wohl allen Eltern und Kindern für immer in Erinnerung bleiben wird. Ferienbeginn ist für viele Familien normalerweise der Start in eine unbeschwerte Zeit mit Urlaub, Sonne und Badevergnügen. Gleichzeitig stellt die lange unterrichtsfreie Zeit zahlreiche Eltern vor Probleme – wie sollen 9 Wochen Ferien und 5 Wochen Urlaub unter einen Hut gebracht werden? Von Kosten für Ferienbetreuung oder Nachhilfe ganz zu schweigen. Eines ist sicher: Das nächste Schuljahr kommt bestimmt und damit auch der nächste finanzielle Kraftakt – zumal Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit wegen der Coronakrise bei vielen Familien einen Kahlschlag im Haushaltsbudget hinterlassen haben. 

AK und SORA fragen: „Was kostet die Schule?“

Schreibwaren und Hefte, Beiträge und Selbstbehalte, Ausflüge -  Schule kostet Geld. Wie viel an finanzieller Belastung übers ganze Jahr konkret auf Salzburgs Familien zukommt, erheben die Arbeiterkammer und das Umfrageinstitut SORA derzeit. „Wir wollen mit unserer Schulkostenstudie Kostenwahrheit sowie Kostenklarheit schaffen und uns auf Basis der Ergebnisse für Entlastungen stark machen“, ruft AK-Präsident Peter Eder Salzburgs Eltern zur Teilnahme auf, „speziell nach Corona, wenn viele Familienbudgets wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit schmäler sind, zählt jeder Euro doppelt.“ Eltern werden gebeten, sich bis 30. September 2020 auf www.schulkosten.at zu dieser Erhebung anzumelden und über die Schulkosten ihres Nachwuchses online Buch zu führen.

Unterstützt wird diese Aktion vom Land Salzburg und den Elternvereinigungen von öffentlichen Pflichtschulen sowie mittleren und höheren Schulen.

Erhebung 2015/2016: Rund 860 Euro pro Kind

Vor 5 Jahren hat die AK erstmals eine solche Schulkostenstudie durchgeführt. Die damaligen Ergebnisse: 857 Euro pro Kind und Schuljahr mussten damals von den Eltern bewältigt werden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Schultypen reichten von der Volksschule mit 461 Euro bis zur AHS-Oberstufe mit 1.488 Euro.

Damit ergab sich eine durchschnittliche Belastung pro Haushalt (Familie) mit Schulkindern von 1.278 Euro – im teuren Salzburg eine große finanzielle Herausforderung. Ein Drittel der Eltern gab damals an, dadurch stark finanziell belastet zu sein.

„Salzburg gehört von den Lebenshaltungskosten her, vor allem was das Wohnen betrifft, zu den teuersten Pflastern. Gleichzeit rangiert unser Bundesland aber bei den Einkommen im hinteren Drittel Österreichs“, gibt AK-Präsident Peter Eder zu bedenken, „auf Basis der Ergebnisse der aktuellen Erhebung wollen wir einen Anstoß zu mehr Kostenbewusstsein liefern und uns gleichzeitig für Entlastungen stark machen. Die Ausbildung der Kinder darf nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen - dieses versteckte Schulgeld benachteiligt Wenigverdiener und gefährdet die Chancengleichheit massiv.“   

Preise für Schulartikel im Herbst im Fokus

„Um ein noch umfassenderes Bild über das Thema Schulkosten zu erhalten, werden die AK-Konsumentenschützer im Herbst die Preise für Schulartikel in Salzburg unter die Lupe nehmen. Im Fokus steht dabei die Preisentwicklung im Vergleich zum Vorjahr“, kündigt Eder an.

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