19.11.2020

Corona-Sonntagsöffnung ist nicht nur sinnlos, sondern auch unsozial

Die AK Salzburg lehnt längere Öffnungszeiten und die Sonntagsöffnung im Handel – wie heute von WK-Präsident Mahrer gefordert – entschieden ab. „Die Beschäftigten im Handel und Konsumenten haben andere Sorgen. Corona soll jetzt als Anlass für die lang ersehnte Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten herhalten“, stellt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder klar. „Nach Abschaffung der Hacklerregelung und Ignorieren der Forderung nach bezahlter Maskenpause im Handel, zeigt sich, wo momentan die Prioritäten liegen. Nämlich nicht auf Seiten der Beschäftigten.“

Die aktuellen Sorgen des Handels aufgrund des aktuellen Umsatzeinbruchs kennt auch AK-Präsident Eder. Aus seiner Sicht sind längere Öffnungszeiten und eine Sonntagsöffnung durch die Hintertür, jedoch der absolut falsche Weg. Diese Maßnahmen würden lediglich zu einer weiteren Belastung für die Beschäftigten führen. Zudem wirken sich zusätzliche Öffnungszeiten ohnehin nicht positiv auf die Umsätze aus. „Durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hat die Hälfte der Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – rund 140.000 Menschen – Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Die betroffenen Salzburger Haushalte haben im Schnitt einen Kaufkraftverlust von mehr als 600 Euro pro Monat erlitten. Geld, das sie nicht haben, können sie nicht ausgeben – da helfen auch längere Öffnungszeiten nichts“, bringt es Eder auf den Punkt. Vielmehr ist zu befürchten, dass aufgeweichte Arbeitszeitregelungen nicht mehr rückgängig gemacht werden. „Hier versucht WK-Präsident Mahrer unter dem Deckmantel der Krise einen offenbar langgehegten Wunsch, der die Beschäftigten massiv belasten würde, in die Tat umzusetzen.“

Der AK-Präsident weist zudem auf die möglichen volkswirtschaftlichen Folgen dieser Forderung hin: „Wird diese umgesetzt, droht eine Verlagerung von den kleinen Nahversorgern zu den großen Einkaufszentren und von den Ortszentren in die Peripherie – diese Wettbewerbsverzerrung kann keiner wollen.“

ES BRAUCHT INNOVATION STATT DEN GRIFF IN DIE MOTTENKISTE

Der Kampf gegen die globalen Online-Shopping-Konzerne ist aus Eders Sicht mit diesen Maßnahmen jedenfalls nicht zu gewinnen. Statt Uralt-Forderungen braucht es unser aller Anstrengungen, um innovative und regionale Online-Angebote zu fördern: „Initiativen wie sie die WK selbst, aber auch Arbeiterkammer und Landwirtschaftskammer anbieten, bringen jetzt wesentlich mehr, als an der Öffnungsschraube zu Lasten der Beschäftigten zu drehen“, so der AK-Präsident abschließend. 

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