09.08.2021

AK/ÖGB-Steuerlöscher holte heuer 10 Millionen Euro zurück

Menschen Entlasten: Änderungen bei Sonderausgaben zurücknehmen

Mit einem Gesamtergebnis von beinahe 10 Millionen Euro brachte die Steuerlöscher-Aktion von AK und ÖGB auch heuer wieder den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern viel Geld zurück. Geld, das viele Menschen insbesondere in dieser durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit geprägten Zeit dringend benötigen. Nach Auslaufen der Absetzbarkeit gewisser Sonderausgaben, wird diese Summe kommendes Jahr jedoch sinken. „Die AK fordert seit Jahren, dass Kosten für Wohnraumschaffung und -sanierung sowie Personenversicherungen über das Veranlagungsjahr 2020 hinaus absetzbar bleiben. Zur steuerlichen Entlastung ist hier ein Umdenken des Finanzministers gefragt“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Vorsitzender Peter Eder.

Die Erfolgszahlen der Steuerlöscher-Aktion von AK und ÖGB sprechen auch im heurigen Jahr für sich. In den Arbeiterkammer-Bezirksstellen wurden 8,8 Millionen Euro und in den zahlreichen betriebsrätlich organisierten Betrieben, die im Rahmen der Aktion „ÖGB-Steuerlöscher im Betrieb“ besucht wurden, 1,2 Millionen Euro an zu viel bezahlter Steuer vom Finanzminister zurückgeholt. Das ergibt eine Summe von 10 Millionen Euro in 8692 Beratungen. Im Durchschnitt durfte sich jedes beratene AK- bzw. Gewerkschaftsmitglied über 1100 Euro freuen. „Die hohe durchschnittliche Gutschrift ergibt sich vor allem deshalb, weil viele Beschäftigte den Familienbonus Plus nicht über den Arbeitgeber, sondern im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen“, erklärt AK-Steuerexperte Peter Lederer. 

BEI EINKOMMENSSCHWACHEN FAMILIEN FÄLLT BONUS OFT GERING AUS

Aus unzähligen Beratungsgesprächen weiß Lederer, dass insbesondere Familien auf die finanzielle Gutschrift im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung angewiesen sind. Handlungsbedarf sieht er bei einkommensschwachen Familien. „Es stimmt traurig wenn man Menschen, die mit ihrem Geld kaum über die Runden kommen, darüber aufklären muss, dass sie nicht den vollen Familienbonus bekommen“, so Lederer und veranschaulicht dies an einem Beispiel: In einer 4-köpfigen Familie ist die Mutter teilzeitbeschäftigt, weil sich die Kinderbetreuungszeiten nicht mit einer Vollzeiterwerbstätigkeit vereinbaren lassen. Der Vater arbeitet Vollzeit und verdient 1800 Euro brutto. Es steht statt 3000 Euro nur ein geringerer Familienbonus von 1385,22 Euro jährlich für beide Kinder zu, da das Einkommen der Mutter nicht steuerpflichtig ist. Der Vater bekommt zwar seine gesamte Lohnsteuer zurück, den vollen Familienbonus würde er allerdings erst bei einem Einkommen von 2330 Euro erhalten. Der Familie entgehen dadurch 1614,78 Euro.  

BEIM FAMILIENBONUS NACHBESSERN

AK-Präsident Peter Eder sieht diesbezüglich die Bundesregierung in der Pflicht. „In den Beratungen haben sich zahlreiche Schwachpunkte des Familienbonus Plus gezeigt. Vor allem bei den Geringverdienerinnen und -verdienern und Arbeitslosen gehört nachgebessert. Dies wäre ganz einfach zu bewerkstelligen, indem der Familienbonus negativsteuerfähig ist. Dadurch würden alle Familien mit Kindern gleichermaßen unterstützt und jedem Kind die gleichen Chancen eröffnet. Gerade in der jetzigen Krisenzeit ist dies wichtig für Konsum und Wirtschaft“, so Eder. 

WEITERE BAUSTELLE: SONDERAUSGABEN

Handlungsbedarf sieht der AK-Präsident auch bei den Topf-Sonderausgaben. Beiträge zur Wohnraumschaffung bzw. -sanierung sowie Personenversicherungen können nur bis zur Veranlagung 2020 geltend gemacht werden. Gedeckelt sind diese Ausgaben mit 2920 Euro. Bei der Berechnung der Steuergutschrift wird ein Viertel davon mit dem geltenden Steuersatz multipliziert. „Geringverdiener bekommen bei voller Ausnutzung immerhin knapp 150 Euro. Geld, das sie dringend brauchen, und das ohnehin wieder in den Wirtschaftskreislauf fließt“, weiß Eder. „Um die Steuerzahler zu entlasten, müssen Sonderausgaben weiterhin absetzbar sein.“

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