1.300 Euro Nachzahlung: AK erkämpft höheres Plegegeld für Salzburger

Falsche, bzw. zu niedrige Einstufung beim Pflegegeld – ein Dauerbrenner im AK-Sozialversicherungsreferat. So wie im Fall von Herrn Schabelreiter: Er ist auf den Rollstuhl angewiesen und braucht in vielen Lebenslagen Hilfe, bekam aber nur Pflegegeldstufe 2. Nach zähen Verhandlungen erkämpfte die Arbeiterkammer vor Gericht nun Stufe 3 für den Betroffenen. Das heißt monatlich etwa 160 Euro mehr sowie eine Nachzahlung von fast 1.300 Euro. „Pflegebedürftigkeit kann jede und jeden treffen“, sagt AK-Präsident Peter Eder, „um dem steigenden Infobedarf nachzukommen, bieten wir am 7. Mai in der Stadt Salzburg sowie in St. Johann im Pongau am 16. und Zell am See am 20. Mai jeweils einen >Tag der Pflege< an.“ Übrigens: Das Expertenteam der AK geht bei Streitfragen rund ums Pflegegeld in 4 von 5 Fällen als Sieger hervor.

In Salzburg erhalten rund 26.000 Personen Pflegegeld. 80 Prozent der Beziehenden werden von ihren Angehörigen zu Hause betreut. Dementsprechend groß ist der Informationsbedarf rund um das Thema Pflege – die Anfragen in der AK steigen jedes Jahr. Ein Dauerbrenner im Beratungsalltag ist das Pflegegeld, denn Pflege ist teuer. Das Pflegegeld soll hier Abhilfe schaffen. „Die Beratungspraxis zeigt jedoch, dass viele Betroffene falsch eingestuft sind“, so AK-Sozialrechtsexperte Boris Levtchev von der Sozialpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer. Oft sind langwierige Verhandlungen vor Gericht notwendig, um den Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen. Dabei sind die Expertinnen und Experten der AK höchst erfolgreich: In 4 von 5 Fällen erreicht die Arbeiterkammer eine höhere Pflegegeldeinstufung für ihre Mitglieder. Aktuellstes Beispiel ist der Fall von Herrn Schabelreiter.

AK erkämpft 160 Euro mehr im Monat plus 1.300 Nachzahlung

Vor einigen Jahren hat Herr Schabelreiter wegen einer Gefäßerkrankung sein linkes Bein verloren. Auch mit dem rechten Bein hat er massive Probleme. Dazu kommen Schulterbeschwerden. Er kann weder eine Prothese noch Krücken oder einen Rollator verwenden und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Er hat deshalb schon vor Jahren Pflegegeld beantragt. Dieses wurde ihm auch gewährt – allerdings nur in Höhe der Stufe 2. „Für Personen, die auf den Gebrauch eines Rollstuhls angewiesen sind, weil sie ähnlich Querschnittgelähmten oder beidseits Beinamputierten eingeschränkt sind, sieht das Gesetz aber Pflegestufe 3 vor“, informiert Levtchev. Aber anstatt die Stufe zu erhöhen, hat die PVA das Pflegegeld von Herrn Schabelreiter immer wieder auf Stufe 1 herabgesetzt.

Verzweifelt wandte sich der Mann an die AK. Zähe Verhandlungen und mehrere Gerichtsverfahren waren notwendig, um dem Mann schlussendlich doch noch zu seinem Recht zu verhelfen. Der pflegebedürftige Salzburger erhält nun unbefristet Pflegegeld in Höhe der Stufe 3 (451,80 Euro). Das sind pro Monat 161,80 Euro mehr. Zusätzlich kann er sich über eine Nachzahlung von 1.294 Euro freuen.

AK: Erfolgsquote bei 80 Prozent

Nicht nur Herrn Schabelreiter hat die Arbeiterkammer Salzburg zu einem höheren Pflegegeld verholfen. In 80 Prozent der Fälle, die sie im Jahr 2018 vor dem Sozialgericht abgeschlossen hat, war die AK erfolgreich. Die Arbeiterkammer hilft aber nicht erst, wenn Pflegegeld schon abgelehnt oder falsch eingestuft wurde. „Eine rechtzeitige Beratung vor der Beantragung von Pflegegeld hilft, ein späteres Gerichtsverfahren zu vermeiden“, empfiehlt AK-Experte Levtchev.

Spezialberatungen am „Tag der Pflege“ in 3 Bezirken

Informationen gibt das Sozialversicherungsreferat der Arbeiterkammer Salzburg nicht nur zum Pflegegeld, sondern auch zu weiteren Fragen rund um das Thema Pflege. Um dem hohen Beratungs- und Infobedarf Rechnung zu tragen, stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeiterkammer am „Tag der Pflege“ in 3 Bezirken mit Rat und Tat bereit.

  • AK Salzburg: 7. Mai 2019
  • AK Bischofshofen:16. Mai 2019 
  • AK Zell am See: 20. Mai 2019

jeweils von 10 bis 18 Uhr

Telefonische Terminvereinbarung notwendig unter: +43 (0)662 86 87-302

Erkundigen können sich Interessierte auch zu Versicherungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige, Pflege- und Familienhospizkarenz sowie zur Sozialhilfe in Pflegeheimen. Zur Beratung vor Ort ist auch die Volkshilfe Salzburg. 

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