Ich pflege einen Angehörigen
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Ich pflege einen Angehörigen


Die Menschen werden älter, Familienstrukturen ändern sich. Der Bedarf an Pflege und Betreuung steigt. Ein Pflegefall stellt Betroffene und deren Angehörige vor große Herausforderungen: Pflege ist teuer. Ein Heimplatz oder Betreuung nicht immer verfügbar. Berufstätige können zudem oft nur schwer die nötige Zeit aufbringen.  

Pflegegeld

Pflegegeld – Hilfe für Pflegebedürftige und Angehörige

Es steht grundsätzlich nicht den Angehörigen, sondern der pflegebedürftigen Person zu. Es ist aber zur teilweisen Deckung der Pflegekosten und damit auch für die Pflege durch nahe Angehörige gedacht. Sehr wichtig ist also, dass  Pflegegeld beantragt und in ausreichender Höhe gewährt wird. 

Viele weitere Leistungen hängen von der gewährten Pflegestufe ab. Etwa ab Stufe 3 ein Seniorenpflegeheim, kostenlose Versicherungsmöglichkeiten oder auch die Möglichkeit zur Pflegekarenz für Angehörige.


Pflegefreistellung für kurzfristige Pflege

Was tun, wenn Sie nur kurz als Pflegende einspringen müssen, zum Beispiel, wenn ihr Kind erkrankt, die chronische Erkrankung Ihres Partners aufflammt oder die Betreuungsperson Ihrer pflegebedürftigen Mutter ausfällt? In solchen Fällen haben Sie Anspruch auf grundsätzlich eine Woche bezahlte Pflegefreistellung pro Arbeitsjahr. Mehr zu den Voraussetzungen finden Sie hier.


Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Pflegekarenz – die Arbeit für Pflege unterbrechen

Wer selbst pflegt oder die Pflege zu organisieren muss, kann dafür mit dem Arbeitgeber schriftlich eine Pflegekarenz vereinbaren. Sie kann bis zu 3 Monate dauern. Während dieser Zeit kann die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer Pflegekarenzgeld beim Sozialministeriumservice beantragen. Die Höhe entspricht dem Arbeitslosengeld.

Statt einer Karenz ist es auch möglich, die Arbeitszeit nur einzuschränken und Pflege- oder Familienhospizteilzeit zu vereinbaren. Auch in diesem Fall können Angehörige Pflegekarenzgeld beantragen – sie erhalten es dann anteilig. 


Versicherung bei Pflege

Die Arbeit reduzieren – kranken- und sozialversichert bleiben?

Wer seine Arbeit wegen der Pflege eines Angehörigen zurückschrauben muss, büßt Versicherungsschutz ein. Das bedeutet auch Verluste für die spätere Pension.

Es gibt für pflegende Angehörige kostenlose Versicherungsmöglichkeiten in der Kranken- und Pensionsversicherung, um das abzufedern. Man muss die Arbeit nicht beenden, damit man sie in Anspruch nehmen kann.


Pflege- und Betreuungsangebote

Diese Angebote für Pflege- und Betreuung gibt es

  • Pflege kann zu Hause, etwa durch eine Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege oder 24-Stunden-Betreuung erfolgen.
  • Oder teilstationär in Tageszentren oder durch Kurzzeitpflege.
  • Die dritte Möglichkeit ist eine Vollzeit-Pflegeeinrichtung.

Angebote wie die Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege ermöglichen die individuell notwendige stundenweise Betreuung und Pflege. Sie können eine Pflege naher Angehöriger ersetzen oder sie ergänzen und entlasten. 


Pflege in einem Seniorenpflegeheim finanzieren

Entscheidet man sich für eine Pflegeeinrichtung und können die Kosten eines Seniorenpflegeheimes nicht oder nicht zur Gänze selbst aus Pension und Pflegegeld bezahlt werden, dann übernimmt die Sozialhilfe die Restkosten. 

Ist das der Fall,  dann bleiben der pflegebedürftigen Person ein Taschengeld von 20 Prozent der Pension (mindestens 168,89 Euro, höchstens 481,78 Euro), Sonderzahlungen (13. und 14. Pensionsbezug) sowie zusätzlich vom Pflegegeld 45,18 Euro pro Monat. 

Durch die Abschaffung des Pflegeregresses wird ab Jänner 2018 nicht mehr auf das Vermögen von Personen, die stationär in Pflege sind, zugegriffen, wenn sie auch Leistungen aus der Sozialhilfe beziehen. 

Das gilt auch für den Besitz von Angehörigen, Beerbten sowie Beschenkten – uns zwar für jegliches Vermögen, etwa Immobilien, Bargeld oder Sparbücher.


Bedarfsorientierte Mindestsicherung

Wenn das Einkommen nicht mehr zum Auskommen reicht

Personen, die ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Angehörigen nicht selbst oder durch Leistungen Dritter bestreiten können, erhalten Bedarfsorientierte Mindestsicherung.  

Muss zum Beispiel wegen der Pflege naher Angehöriger die Arbeit reduziert werden und ist der Lebensunterhalt nicht mehr gesichert, kann man Leistungen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung beziehen.


Bedarfsorientierte Mindestsicherung – ist das Pflegegeld ein Einkommen?

Das Pflegegeld wird für die pflegebedürftige Person selbst nicht als Einkommen auf die Leistungen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung angerechnet. 

Anders ist es bei pflegenden Angehörigen: Arbeitsfähige Personen müssen grundsätzlich ihre Arbeitskraft einsetzen. Eine Ausnahme gibt es in der Mindestsicherung für pflegende Angehörige von Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbeziehern ab Pflegegeldstufe 3. 

Aber: Das Pflegegeld wird der pflegenden Person in diesem Fall als Einkommen angerechnet, wenn keine anderen pflegebedingten Mehraufwendungen (etwa Kosten für ergänzende Leistungen der Hauskrankenpflege) geltend gemacht werden. 


Hilfreiche Links 

  • Der Großteil der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen wird zuhause gepflegt und betreut. Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger setzt sich österreichweit für die Anliegen derjenigen ein, die diese Pflege leisten. Zu den Tipps und Angeboten…
  • Sie sind auf der Suche nach einem sozialen Dienst, der Sie bei der Pflege unterstützt? Das Infoservice des Sozialministeriums hat alle für Sie hilfreichen Einrichtungen, Organisationen, Vereine und Selbsthilfegruppen in Österreich gesammelt – hier finden Sie ein Angebot in Ihrer Nähe!

Keine Kürzung der Mindestsicherung durch Pflegegeld

Diskussion um Anrechnung von Pflegegeld: Wir unterstützen die Vorstöße von Sozialminister Stöger sowie einzelner Bundesländer.

Pflegegeld-Einstufung: Der Teufel steckt im Detail

Der Pflegebedarf steigt – und das ist teuer. Das Pflegegeld soll Betroffenen und Angehörigen helfen, finanziell über die Runden zu kommen.

Familienhospizkarenz

Um sterbende Angehörige oder schwersterkrankte Kinder begleiten zu können, können Sie sich karenzieren lassen oder Ihre Arbeitszeiten verändern.

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