19.4.2017
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Pendlerinnen und Pendler brauchen eine echte Alternative

Täglich pendeln 52.800 Erwerbstätige nach Salzburg. Dazu kommen noch einmal knapp 10.000 Schüler und Studenten. 44.435 Personen pendeln innerhalb der Stadt zur Arbeit und 15.364 an Schulen oder die Universität. Das sind in Summe über 120.000 Menschen die täglich nach Salzburg oder in der Stadt Salzburg unterwegs sind. Ihnen stehen rund 20.000 Menschen gegenüber, die die Stadt jeden Tag für die Arbeit oder Ausbildung verlassen. „Dies Zahlen zeigen die Dimensionen, die mittlerweile die Stadt und ihre Bewohner unbestritten an die Grenzen der Belastbarkeit bringen“, sagt AK-Präsident Pichler. Sein Appell: „Es darf nicht zuerst über Belastungen für die zehntausenden Betroffenen diskutiert werden, bevor diese nicht eine echte Alternative zum Umstieg haben“, fordert Pichler. „Die Stadt kann das Thema Verkehr nicht alleine stemmen. Das Land muss für ein leistbares und attraktives landesweites Jahresticket sorgen. Und Konzepte für einen attraktiven Taktverkehr für Pendler  müssen den Weg aus der Schublade in die Umsetzung finden“, fordert der AK-Präsident diesen notwendigen ersten Schritt ein, bevor der Druck auf die Pendler erhöht wird, um umzusteigen. 

Ein Jahresticket aus Seekirchen oder Hallein oder Oberndorf kostet derzeit 706 Euro, ein Monatsticket 89,4 Euro. Von Bischofshofen nach Salzburg zahlt man inklusive Kernzone 1.211 Euro, von Schwarzach in die Landeshauptstadt gar 1.311 Euro. Dazu kommen verbesserungswürdige Takte und Verbindungen. „Diese Kosten sind einfach zu hoch und das Angebot oftmals zu wenig attraktiv, um eine echte Alternative für die Pendlerinnern und Pendler darzustellen“, sagt Pichler.   

Diese Schritte braucht es zuerst - AK-Forderungen
  • Einführung eines landesweiten 490 Euro-Jahrestickets nach dem Vorbild Tirol. In Salzburg ist ein Ticket um 450 Euro denkbar und machbar, denn das Netz ist kleiner als bei unserem westlichen Nachbarn. Das Land muss hier einen finanziellen Beitrag leisten. In Tirol kommen jährlich 11 Millionen Euro aus dem Budget des Landes.

  • Das Land Salzburg und die Umlandgemeinden müssen Park & Ride Parkplätze forcieren und in die Infrastruktur für die Pendler investieren.

  • Umsetzung des S-Bahn Y-Konzeptes samt 15 bzw. 30-Minuten-Taktverkehr, das lange in der Schublade liegt, in das schon 300 Millionen investiert wurde und bereits seit 2006 „auf Schiene“ sein sollte. 

  • Umsetzung eines integralen landesweiten Salzburg-Taktes für Bahn und Bus. Dieser wird bereits im Landesmobilitätskonzept 2006 bis 2015 sowie im Regierungsprogramm 2009 angekündigt. Dieses Projekt findet sich jetzt wieder nur als Ankündigung im neuen Mobilitätskonzept 2016 bis 2025. Es müssen Taten folgen! 

  • Kommt erst dann unter diesen Voraussetzungen eine Pauschale für Pendler-Parkplätze: Zweckbindung der Mehreinnahmen der Stadt für ein günstiges City-Ticket um rund 241 Euro wie in Graz oder 285 Euro wie in Linz. 

  • Noch einmal: „Die Pendler brauchen eine echte Alternative zum Auto. Schritte, die den Öffentlichen Verkehr attraktiv und leistbar sind, sind die Vorrausetzung für ein Umdenken, erst dann kann über zusätzliche Maßnahmen, die das Verhalten der Autofahrer ändern, nachgedacht werden. Bei der Finanzierung des Öffentlichen Verkehrs darf sich das Land nicht aus der Verantwortung stehlen “, fordert Pichler.

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