Salzburg braucht ÖBB-Cityjet-Garnituren

Seit Dezember 2015 werden rund 100 neue, moderne „cityjets“ von der ÖBB in Kooperation mit den Bundesländern in den Dienst gestellt. Sie sollen die in die Jahre gekommenen „City-Shuttle“ Garnituren ersetzen, die derzeit hauptsächlich auf den REX-Strecken eingesetzt werden. 30 Züge werden für den S-Bahn Verkehr in Wien und rund um die Bundeshauptstadt in den Dienst gestellt. Weitere 70 cityjet-Garnituren kommen im Regionalverkehr in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark zum Einsatz. Im Unterschied zu Salzburg haben sich diese Bundesländer an der Neuanschaffung der ÖBB beteiligt.

Der moderne „cityjet“ ist vollklimatisiert bzw. mit Klimaautomatik ausgestattet und glänzt neben seinem Design auch noch durch weitere Komfortvorteile wie barrierefreie Niederflureinstiege samt Rollstuhlplätzen, verstellbare Komfortsitze mit Kopfstützen und Armlehnen, große Tische bei 4-Personen-Sitzgruppen, Leselampen und Steckdosen bei den Sitzplätzen sowie Laptoptische auch für Reihensitze. Das freut die ständig wachsende Zahl der Pendler und Schüler, die den Zug als „fahrenden Arbeitsplatz“ benutzen.

Insbesondere die Vollklimatisierung ist im Sommerhalbjahr besonders wichtig. Im Auto ist das schon seit Langem eine Selbstverständlichkeit. In den derzeitigen City-Shuttle-Garnituren fühlen sich Pendler mitunter wie in einer Sauna. Große Fensterflächen und das manchmal betriebstechnisch notwendige längere Abstellen der Züge auf Nebengleisen vor der Abfahrt begünstigen diese Situation. Die Pendler brauchen daher dringend  einen Wechsel auf die neuen modernen, klimatisierten „cityjets“.  Leider wird dieser Wunsch von der Salzburger Landespolitik bzw. vom zuständigen Verkehrsreferenten ignoriert.

Die Salzburger Verkehrspolitik denkt zwar gerne in großen und zweifellos auch notwendigen Dimensionen, wenn es um neue (Groß-)Infrastrukturen geht. Sie vergisst dabei aber mitunter,  dass Infrastruktur (auch die derzeit bestehende) mit dichten „Taktverkehren“ und zeitgemäßen Wagenmaterial „bespielt“ werden muss. Nur so kann die volle Verkehrswirksamkeit der teuren Infrastruktur zur vollen Entfaltung  gebracht und damit dem Konkurrenten Automobil halbwegs auf Augenhöhe begegnet werden. Sparen beim Wagenmaterial und bei den Taktverkehren, obwohl man zuvor hunderte Millionen in die Infrastruktur investiert hat, ist leider Sparen am falschen Ort! Zum Beispiel wurden in die S-Bahn-Infrastruktur im Zentralraum in den letzten 10 Jahren rund 300 Millionen Euro investiert. Und jetzt spart man beim Halbstundentakt auf dem Nord-Ost-Ast (Salzburg-Straßwalchen) und beim Wagenmaterial!       

Forderung der AK

Die Salzburger Landesregierung, insbesondere Landesverkehrsreferent Hans Mayr soll die rasche Einführung des neuen modernen ÖBB-cityjet im Regional- und Nahverkehr, analog zu den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich und Wien ermöglichen. Denn die Salzburger Bahnpendler haben ein Recht auf zeitgemäßen Fahrkomfort und wollen nicht Pendler zweiter Klasse sein!


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