17.3.2015
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Steuerentlastung wirkt positiv - wenn man sie nicht krankredet

Endlich gibt es eine große Steuerentlastung, die für Arbeitnehmer deutlich mehr Netto vom Brutto bringt. Aber während sich die Mehrheit still freut versammeln sich die Nörgler aus allen Ecken Österreichs. AK-Präsident Siegfried Pichler bricht eine Lanze für die Steuerreform und stellt klar: „Diese Entlastung bringt wesentliche Konjunktureffekte, weil die Kaufkraft der Arbeitnehmer gestärkt wird. Sie ist weder eine Katastrophe fürs Salzburger Landesbudget noch macht sie Kulturfreunde, Tier- oder Hotelbesitzer arm.“ Man müsste 3.500 Mal ins Kino gehen oder über 2.650 Wellensittiche besitzen, um das Plus zunichte zu machen.

Die Steuerreform ist beschlossene Sache. Und die meisten Österreicherinnen und Österreicher, darunter auch die Menschen in Salzburg, freuen sich darüber. „Fünf Milliarden Entlastung für die Arbeitnehmer und Pensionisten sind ein Riesenerfolg. Der lange Kampf, den wir mit Nachdruck geführt haben, hat sich sprichwörtlich für die Leute bezahlt gemacht“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.

Nörgler aller (Bundes-)Länder vereinigen sich

„Die Mehrheit freut sich jetzt schweigend über deutlich mehr Geld im Börsel. Aber gleichzeitig vereinen sich die Nörgler aus allen Ecken, Ländern und Interessensgruppen Österreichs, um diesen beachtlichen Erfolg madig zu reden“, ärgert sich Pichler und stellt klar: „Wir lassen uns diese Reform nicht schlecht machen!“

Aussagen wie die von Salzburgs Finanzreferenten, dass die Steuerreform eine Katastrophe für das Budget sei,  sind also für Pichler fehl am Platz: „Das Land und die Gemeinden profitierten jahrelang von den Mehreinnahmen, die die kalte Progression in ihre Kassen gespült hat. Es  braucht sich also überhaupt niemand zu beschweren, dass es jetzt zu einem gerechten Ausgleich kommt!“

Reform ist Motor für die Wirtschaft – wenn man sie lässt

Für Pichler ist jetzt vor allem eine positive Stimmung wichtig: „Durch die Steuerreform wird die Konjunktur angekurbelt, weil es spürbare Konsumeffekte gibt.“ In Salzburg werden zum Beispiel rund 300 Millionen Euro zusätzlich verfügbar sein. Davon gehen laut Wifo 50 bis 80 Prozent direkt in den Konsum. Mittelfristig kommt sogar alles in der Wirtschaft an. Gaststätten und  Beherbergungsbetriebe, die Autobranche und der Handel profitieren besonders. „Die Reform ist keine Katastrophe. Aber sie wird zu einer, wenn wir jetzt zulassen, dass sie krankgejammert wird und damit auch die wichtigen psychologischen Effekte dieser großen Entlastung den Bach hinuntergehen“, sagt Siegfried Pichler. Deshalb muss auch unbedingt das von der Regierung versprochene Impulsprogramm bestehen bleiben.

3.500 Mal Kino bis die leicht höheren Preise das Lohn-Plus fressen

Aber auch manche Interessensgruppen übertreiben es für den AK-Präsidenten mit ihren Lamentos: Nimmt man das Durchschnittseinkommen aller Salzburger von 2.015 Euro brutto im Monat her, dann bringt die Lohnsteuerreform 885 Euro pro Jahr. Für eine Familie mit zwei Kindern und 3.700 Euro brutto im Monat 1.456 Euro. Eine Kinokarte kostet dagegen nur rund 25 Cent mehr. „Man müsste fast 3.500 Mal ins Kino gehen, damit die geringfügigen Mehrkosten bei einem Durchschnitts-Verdiener das Lohn-Plus auffressen. Oder knapp 1.100 Mal ins Theater – eine Karte im Wert von 30 Euro wird um 0,82 Cent teurer. Ein Hund kostet durch den neuen Futterpreis nur etwas über zwölf Euro mehr im Jahr. Man muss 73 Hunde haben, um unter dem Strich mit einem Minus auszusteigen. Oder mehr als 2.650 Wellensittiche“, so der AK-Präsident. „Das soll nicht polemisch sein. Ich will nur aufzeigen, dass hier etwas wirklich Gutes schlicht und einfach madig geredet wird“, sagt Siegfried Pichler. Das gilt auch für die Hotelpreise: „Ein Zimmer für 100 Euro würde knapp 3 Euro mehr kosten. Deshalb storniert niemand einen Urlaub oder geht in ein anderes Land“, so der AK-Präsident. „Außerdem kenne ich keinen Hotelier oder Gastwirt, der die Mehrwertsteuer selbst bezahlt. Das tun immer noch die Konsumenten über den Preis.“ Pichler fragt: „Sind diese Beträge wirklich so tragisch, dass man ein sehr gutes politisches Projekt, das auch dringend nötig  für die Menschen und die Konjunktur ist, bis zur Wirtschafts- und Steuerdepression heruntermacht? Ich beteilige mich nicht an dem Spiel ´wer findet das Haar in der Suppe´!“

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