Sozialer Arbeitswert: Nachgerechnet

Eine britische Studie bestätigt, was der gesunde Menschenverstand schon lange flüstert: Das Gehalt reflektiert nicht den wahren - sozialen - Wert, der durch eine bestimmte Arbeit geschaffen wird. Und es sind meist die typischen – schlecht bezahlten – „Frauenbranchen“, die einen hohen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.

Insgesamt haben die Ökonomen der „New Economic Foundation“ sechs Berufsgruppen analysiert. Einige Beispiele: In den Führungsetagen der Banken verdienen die Topkräfte in Großbritannien zwischen 550.000 und 88 Millionen Euro pro Jahr – und vernichten im gleichen Zeitraum den siebenfachen Wert. Hingegen schaffen Kinderbetreuerinnen und -betreuer oder Reinigungskräfte im Spital mit jedem eingenommenen Euro rund zehn Euro sozialen Mehrwert. Das negativste Resultat attestiert die Studie der Steuerberatungsbranche: Für jeden verdienten Euro gehen für die Gesellschaft rund 50 Euro verloren!

Ziel der Studie ist nicht, Berufsgruppen mit hohem Gehalt zu diskreditieren oder mehr Lohn für schlecht bezahlte Jobs zu fordern. Es geht um etwas Grundsätzliches: den Zusammenhang zwischen dem, was Einzelne für ihre Arbeit bezahlt bekommen, und dem Wert, den sie für die Gesellschaft schaffen. Die Autorinnen und Autoren der Studie wünschen sich eine Gesellschaft mit einer Lohnstruktur, die Arbeitsstellen auszeichnet, die den meisten sozialen Nutzen bringen, und nicht Profite auf Kosten von Umwelt und Gesellschaft machen - und davon würden vor allem Frauen profitieren.

Für ihre Analysen wurde die „soziale Investitionsrechnung“ (Social Return on Investment) verwendet. Im Gegensatz zu herkömmlichen betriebswirtschaftlichen Ansätzen wird hierbei neben dem wirtschaftlichen auch der gesellschaftliche und ökologische Wert quantifiziert, der durch eine bestimmte Arbeit geschaffen oder zerstört wird.


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