So negativ wirkt sich Corona auf Pensionen aus

Die Corona-Pandemie hat in der Arbeiterkammer zu einem deutlichen Anstieg beim Beratungsbedarf zu den Themen Teilzeitarbeit und Pensionen sowie Arbeitslosigkeit geführt. Anhaltendes Home Schooling erhöht den Druck auf Mütter, ältere Arbeitnehmerinnen werden vom Chef gebeten, Stunden zu reduzieren. „Vor allem die Frage wie sich oft unfreiwillige Teilzeitarbeit auf Frauen auswirkt, bereitet immer mehr Frauen Kopfzerbrechen“, weiß Eva Stöckl, Leiterin der AK-Abteilung Sozialpolitik.

Deutlich wird dies im Fall einer 35-jährigen Mutter eines siebenjährigen Kindes. Unter dem Druck von Home Schooling und der Bitte der Betreuungseinrichtung, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, überlegt sie, ihre wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf 25 Wochenstunden zu reduzieren. Statt 1490 Euro brutto würde sie nur noch 1062 Euro verdienen. Selbst wenn sie das nur für einen begrenzten Zeitraum – beispielsweise drei Jahre – macht, verliert sie damit in der Pension jährlich 336 Euro brutto.

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Geringe Pensionen von Frauen – Altersarmut droht

Die Erhöhung der Teilzeitquote bei Frauen ist auch deshalb problematisch, weil Salzburger Frauen schon jetzt eine um 42,3 Prozent niedrigere Pension als Männer haben. 70 Prozent jener 8000 Pensionistinnen und Pensionisten in Salzburg, die Ausgleichszulage beziehen, sind Frauen. „Gerade bei jungen Frauen fehlt das Bewusstsein für die finanziellen Konsequenzen von Teilzeit, berichtet AK-Frauenreferentin Ines Grössenberger.

In Teilzeit gedrängt, weil Betreuungsangebot fehlt

Die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen in Österreich steigt seit Jahren: von 43,6 Prozent (2009) auf 48,5 Prozent (2019). Bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren stieg der Anteil von 68 Prozent auf 73,6 Prozent. Fehlende bzw. nicht mit einem Vollzeitjob zu vereinbarende Kinderbetreuungsstrukturen lassen grüßen. Zum Vergleich: 6,4 Prozent der Väter mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten Teilzeit.

Frauenberufe noch immer schlechter bezahlt

Neben den oftmals langen Teilzeitphasen sind es auch klassische Frauenberufe, die sich am Konto der Frauen bemerkbar machen. Mit der Wahl eines typischen Frauenberufs starten Frauen mit einem Gehaltsrückstand, der sich im Lauf ihres Berufslebens auch bei Vollzeitbeschäftigung nicht mehr einholen lässt. Der Gender-Pay-Gap ganzjährig Vollzeitbeschäftigter liegt in Salzburg bei 22,2 Prozent. Im Schnitt verdienen Frauen trotz Vollzeitjob jährlich 11.592 Euro brutto weniger als Männer. In 45 Arbeitsjahren kommen dabei 521.640 Euro brutto zusammen – ohne Berücksichtigung etwaiger Einkommenssteigerungen.

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