Realitäten der Teilzeitarbeit

„Teilzeit ist weder gut noch böse. Teilzeit ist eine Realität. Allerdings ist Teilzeitarbeit für Frauen nicht gleich Teilzeitarbeit für Männer. Es gibt große Unterschiede in der Qualität der Arbeit, im Stundenausmaß der Beschäftigung oder bei der Bezahlung“, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die dazu eine Studie in Auftrag gab.

Bei der Analyse der Unterschiede und den Gründen dafür stach den Autorinnen und Autoren von der L&R Sozialforschung und dem Forba-Institut unter anderem eines ins Auge: In Österreich arbeiten rund 700.000 Frauen Teilzeit und fast die Hälfte davon entscheidet sich bewusst dafür, aufgrund von Betreuungspflichten. Zum Unterschied dazu sind für Männer Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der häufigste Grund für Teilzeitarbeit, nur drei Prozent nutzen sie für die Kinderbetreuung.

Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet weniger als 24 Wochenstunden, doch es gäbe häufig einen Wunsch zur Aufstockung. Dem werde jedoch oft nicht entsprochen. „Außerdem bedeutet Teilzeit oft eine Abqualifizierung. Jede fünfte Frau findet nach ihrem Wiedereinstieg in einen Vollzeitjob keine Beschäftigung, die ihrer Ausbildung entspricht. Den Unternehmen muss bewusst gemacht werden, dass ihnen dadurch wertvolle Ressourcen verloren gehen“, so die Frauenministerin.

Drastisch sind auch die Lohnunterschiede zwischen Vollzeit-und Teilzeitbeschäftigung: Vergleicht man die Brutto-Stundenlöhne, so verdienen Teilzeitkräfte bis zu 30 Prozent weniger als Vollzeitangestellte. „Auf dieses Missverhältnis muss aufmerksam gemacht werden. Daher ist eine Einkommenstransparenz in den Betrieben unverzichtbar", so Heinisch-Hosek, die sich vehement für eine Offenlegung der Löhne einsetzt. Außerdem müsse eine interne Informationspflicht in Betrieben eingeführt werden, die alle Beschäftigten über offene Vollzeitstellen informiert, bevor diese extern ausgeschrieben werden.

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