Neue Publikation: Geschlecht.Macht.Arbeit

Die Geschlechterzuweisung bzw. -zugehörigkeit gilt nach wie vor als bestimmende Kategorie in der Gesellschaft, welche unsere Möglichkeiten innerhalb des gesellschaftlichen Lebens maßgeblich prägt. Es werden unterschiedliche Erwartungen, abhängig vom Geschlecht, an uns gestellt – mit den bekannten, Frauen benachteiligenden Wirkungen. Die Orientierung an der männlichen Norm sowie den damit verbundenen Rollenzuschreibungen sind nach wie vor stark verankert – was zu einer strukturellen Diskriminierung von Frauen in vielen Bereichen (Gender-Pay-Gap, Vermögensverteilung, Übernahme von Care-Arbeit, Altersarmut, „gläserne Decke“, Repräsentation und Teilhabe auf unterschiedlichen Ebenen etc.) führt. Vor dem Hintergrund der zwischenzeitlichen Covid-19-Krise wird die Tragweite der bereits zuvor bestehenden strukturellen Ungleichheiten nochmals verdeutlicht. Elisabeth Klatzer stellte die geschlechterpolitischen Rückschritte in der Corona-Krise und -Politik in ihrem Vortrag bei der kürzlich stattgefundenen Veranstaltung „Frauen und Corona“ dar und rief dazu auf, gesellschaftliche Kräfte nun stärker zu bündeln, um gegen Rückschritte zu kämpfen sowie für eine emanzipatorische Wirtschaft und Gesellschaft zu kämpfen, die Schutz von Natur und ein gutes Leben für alle als Teiledes Kampfes für die Überwindung von patriarchalen Ausbeutungs- und Machtverhältnissen sieht.

Die kürzliche veröffentlichte Publikation Geschlecht.Macht.Arbeit, welche aus der gleichnamigen Veranstaltung vom Dezember 2019 hervorgeht, widmet sich dem Thema Geschlechtergerechtigkeit aus unterschiedlicher Perspektive, weist auf strukturelle Zusammenhänge hin und versucht, mögliche Handlungsalternativen zur Erreichung von Gleichstellung aufzuzeigen.

Sabine Skubsch präsentiert in ihrem Beitrag die „Vier-in-einem-Perspektive“ der Soziologin Frigga Haug. Dieses Zeitkonzept stellt eine alternative Erzählung zum herrschenden Zeitregime dar und will den Zusammenhang zwischen Leben und Arbeit und die damit verbundene Einteilung von Zeit neu denken. Vor dem Hintergrund hoher und steigender Arbeitslosigkeit, auch im Zusammenhang mit Produktivitätssteigerung und Digitalisierung sowie der ungerechten Verteilung von unbezahlter Arbeit (vor allem zulasten von Frauen), plädiert sie für ein neues Verhältnis von Erwerbsarbeit zu Reproduktionsarbeit sowie für eine stärkere Gewichtung und Gleichverteilung von kultureller und politischer Arbeit. Dabei soll nicht neue Arbeitszeit entstehen, sondern die vorhandene Arbeit gerecht verteilt werden. Damit einher geht eine radikale Arbeitszeitverkürzung auf 4 Stunden täglich, um den anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen mehr Raum zu gewähren (4 Stunden Sorgearbeit, 4 Stunden für politisches/ehrenamtliches Engagement, 4 Stunden für sich selbst bzw. kulturelle Entwicklung). Alle werden an den notwendigen Arbeiten beteiligt, alle sorgen sich um alle und alle sind an der politischen Gestaltung beteiligt.

Die Vier-in-einem-Perspektive regt an, darüber nachzudenken, wie wir unsere – begrenzte – Lebenszeit tagtäglich verbringen und wie wir sie verbringen könnten. 

Präsentation

aus der AK-Veranstaltung "Frauen und Corona" zum Herunterladen.

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