Langer Weg zur Gleichstellung

Der druckfrische 5. Frauenmonitor der Salzburger Arbeiterkammer zeigt ein weiteres Mal auf, dass Salzburgerinnen trotz ihres hohen Bildungsgrades in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes noch nicht gleichgestellt sind und die Einkommensschere nach wie vor besteht: Bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung beträgt der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern noch immer 22,5 Prozent oder 11.467 Euro brutto jährlich.

Fast die Hälfte der Frauen arbeitet Teilzeit

Eine Erklärung ist die hohe Teilzeit-Quote. 48,5 Prozent der unselbstständig beschäftigten Salzburgerinnen arbeitete im Jahr 2017 in Teilzeit. Trotz eines leichten Rückgangs um 0,8 Prozent ist der Unterschied zu den Männern, die zu 9,2 Prozent in Teilzeit arbeiteten, beträchtlich. Jede 2. Frau gibt an, wegen Kinderbetreuungspflichten oder sonstigen privaten bzw. familiären Verpflichtungen, wie der Pflege von Angehörigen, teilzeitbeschäftigt zu sein. Beinahe jede 3. befragte Frau (29 Prozent) arbeitet unfreiwillig in Teilzeit, weil sie keine geeignete Vollzeitstelle findet.

Niedrige Einkommen ergeben sich aber auch aus der noch immer vorherrschenden klassischen Berufswahl. Nach wie vor entscheiden sich 43,4 Prozent der Mädchen für einen von 3 Lehrberufen im Dienstleistungsbereich (Einzelhandel, Büro, Friseurin). Während die Top-3-Lehrberufe der Burschen im Schnitt mit insgesamt rund 29.500 Euro über die gesamte Lehrzeit entschädigt werden, fällt diese bei den Top-3-Lehrberufen der Mädchen durchwegs niedriger aus und beträgt durchschnittlich 25.600 Euro.

Veranstaltungstipp

In einem Streifzug durch die Ausstellung "Smart Home - Sweet Home?" geht Birgit Buchinger der Frage nach inwiefern Frauen und Männer von der aktuellen Entwicklung rund ums "Smart Home" unterschiedlich betroffen sind.

Armut ist weiblich - Altersarmut auch

Neben geringeren Aufstiegs- und Entwicklungschancen sind Frauen im Alter finanziell schlecht abgesichert. Sie müssen am Ende ihres Erwerbslebens mit durchschnittlich 40,6 Prozent weniger Pension als Männer auskommen. Es verwundert wenig, dass Frauen stärker von Armut betroffen sind als Männer. Vor allem Alleinerziehende (37 Prozent) und Penionistinnen (26 Prozent) sind stark durch Armut gefährdet und sind überdurchschnittlich oft auf ein starkes, armutsfestes soziales Netz angewiesen. „Im Sinne einer gerechteren Gesellschaft, muss es endlich gelingen verkrustete Rollenklischees aufzubrechen“, erklärt AK-Frauenreferentin Ines Grössenberger.

Bis dahin sei es allerdings noch ein langer Weg – zumal auch im öffentlichen Sektor noch Handlungsbedarf bestünde. So finden sich in Unternehmen mit Landesbeteiligung gar keine Frauen in Vorständen und nur wenige in Geschäftsführungen. Generell sind Frauen trotz Quotenregelung in Geschäftsführungen, Aufsichtsräten und Vorständen stark unterrepräsentiert. In Zahlen: Nur 4,3 Prozent der Vorstände in Salzburgs 20 größten Unternehmen sind weiblich, der Anteil der Geschäftsführerinnen beträgt 10,2 Prozent.

Die Situation würde sich mit kleinen Maßnahmen entschärfen lassen. Es braucht Öffnungszeiten der elementaren Kinderbetreuungseinrichtungen, die sich mit den Anforderungen der Arbeitswelt vereinbaren lassen. Die mobile Pflege gehört ausgebaut, um allen Familienmitgliedern die Erwerbsarbeit zu ermöglichen. Von einem Mindestlohn von 1.700 Euro brutto würden zudem vor allem Beschäftigte in frauendominierten Branchen profitieren.

Peter Eder

AK-Präsident

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