9.2.2022

Gratis-Kindergarten würde höhere Erwerbsbeteiligung ermöglichen

Das Österreichische Institut für Familienforschung hat jetzt untersucht, wie sich die Kosten von Kinderbetreuung auf die Erwerbsbeteiligung von Müttern auswirken. Fazit: Während eine Erhöhung der Kinderbetreuungskosten zu einem leichten Rückgang bei der Erwerbsbeteiligung führt, hat die Einführung eines Gratis-Kindergartens einen deutlich positiven Effekt auf die Erwerbsbeteiligung.

So könnte durch einen Gratis-Kindergarten nach Berechnungen des ÖIF die Erwerbspartizipation der Mütter von 48 auf fast 60 Prozent gesteigert werden. Auch wird festgestellt, dass mit dem jetzigen Angebot an Kinderbetreuung bereits dieses Niveau erreicht werden könnte. Derzeit geben viele Eltern aufgrund der Kosten ihre Kinder nur halbtags (auch im verpflichtenden letzten Jahr) in Betreuung.

Mit dem Wegfall der vergleichsweise hohen Elternbeiträge für Ganztagsbetreuung würden viele der Eltern längere Betreuungszeiten in Anspruch nehmen und dadurch auch wieder schneller in ihren Beruf zurückkehren. Voraussetzung dafür wäre eine Ausweitung der Öffnungszeiten in den bereits bestehenden Einrichtungen. Wenn auch jene Eltern, die ihre Kinder bisher nicht (u.a. aufgrund hoher Beiträge) in externe Betreuung geben, sich am Erwerbsleben beteiligen, könnte die Erwerbspartizipation bei Müttern auf ca. 75 Prozent gesteigert werden. Vorausgesetzt ist ein ausreichendes Angebot an Elementarbildungsplätzen.

AK-FORDERUNG

Die AK fordert in diesem Zusammenhang seit Jahren: Elementarbildung muss bis 2025 kostenfrei sei: Das ist nicht nur sozial- und bildungspolitisch unabdingbar (weil Bildung nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen darf) sondern auch wesentlich für Vereinbarkeit, Erwerbsbeteiligung und Arbeitsmarktchancen der Frauen. Derzeit kommt in Salzburg oft die Höchstgrenze von monatlich 415 Euro für einen Ganztagesbetreuungsplatz zum Tragen.


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