Einkommen von Frauen liegen fast 12.000 Euro hinter jenen von Männern

In Salzburg markiert heuer der kommende Sonntag, 11. Oktober, den Equal-Pay-Day. Bis zu diesem Tag hat ein Mann bereits so viel verdient, wie eine Frau in einem ganzen Jahr. Frauen arbeiten somit statistisch gesehen bis zum Ende des Jahres, also 82 Tage, gratis. Dieser Ungerechtigkeit wollen AK und ÖGB mit Bewusstseinsbildung entgegenwirken. „Es ist absolut unfair, dass Frauen im Schnitt 11.591 Euro jährlich weniger verdienen und gleichzeitig den Großteil der unbezahlten Arbeit erledigen“, so AK-Präsident und ÖGB-Vorsitzender Peter Eder. Um Frauen die Möglichkeit der existenzsichernden Erwerbsarbeit zu geben, fordert er die Umsetzung einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen sozialen Infrastruktur in Sachen Kinderbetreuung und Pflege ein.

medien-termin

Am Montag, 12. Oktober, werden von 11 bis 13 Uhr vor der Neuen Mitte Lehen (Schumacherstraße 14) die unbezahlten Alltagsheldinnen in den Mittelpunkt einer ÖGB-Aktion gestellt, um Passantinnen und Passanten für die Thematik zu sensibilisieren.

Beim Blick auf die Statistik zeigt sich eindeutig: Die Erwerbseinkommen von Frauen gleichen sich nur ausgesprochen langsam an jene von Männern an. So hat sich der Equal-Pay-Day im Bundesland Salzburg im Laufe eines Jahres nur um einen Tag nach hinten verschoben. Statistisch gesehen arbeiten die Salzburgerinnen somit ab 11. Oktober gratis – das sind immerhin 82 Tage. Immer noch verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen um 22,2 Prozent weniger als Männer. Ihnen entgehen dadurch im Schnitt 11.591 Euro im Jahr. Mit ihren Einkommen liegen die Salzburgerinnen im Bundesländervergleich an drittletzter Stelle.

Minus durch Teilzeit beträgt 37,8 Prozent

Noch trister fällt das Bild aus, wenn Teilzeitbeschäftigung einberechnet wird. Durch das Jobmodell, das immerhin jede 2. Frau in Salzburg oft ungewollt betrifft, wächst das Minus gegenüber Männern sogar auf 37,8 Prozent. AK-Vizepräsidentin und ÖGB-Landesgeschäftsführerin Gabi Proschofski weiß: „Die Rollenverteilung des männlichen Hauptverdieners und der weiblichen Zuverdienerin mündet in einem Pensionsunterschied von 42,3 Prozent. Im Falle einer Trennung müssen Frauen mit einer Pension von durchschnittlich 1.147 Euro über die Runden kommen.“

Frauen arbeiteten im Lockdown bis zu 340 Stunden gratis

Mitschuld an den enormen Einkommens- und Pensionsunterschieden ist die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Dies belegt eindrucksvoll eine von der Wirtschaftsuniversität Wien im Mai 2020 durchgeführte Zeitverwendungserhebung. Frauen haben während des 7-wöchigen Lockdowns im Schnitt 210 Stunden unbezahlt gearbeitet, während Männer nur 145 Stunden unbezahlte Tätigkeiten wie Kochen, Putzen, Lernbetreuung der Kinder etc. erledigt haben. Abhängig von der Familienkonstellation erledigten Frauen zwischen 15 und 89 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Besonders deutlich war der Unterschied in Haushalten mit Kindern unter 15 Jahren. Hier waren Mütter 340 Stunden unbezahlt tätig, Väter hingegen nur 205 Stunden.

Während des Lockdowns wurde auch sichtbar, dass es gerade Frauen sind, die in gesellschaftlich relevanten Bereichen arbeiten. So sind über 70 Prozent der Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel, in Krankenhäusern, in der Sozialversicherung, in Kindergärten und Volksschulen Frauen. ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Petra Berger-Ratley kritisiert in diesem Zusammenhang: „Entgegen ihrer gesellschaftlichen Bedeutung sind diese klassischen ,Frauenberufe‘ relativ schlecht bezahlt und bekommen nur wenig Aufmerksamkeit. Das muss sich ändern.“

Aus Sicht von AK und ÖGB müssen 3 wesentliche Punkte umgesetzt werden, damit der Equal-Pay-Day in Zukunft auf den 31. Dezember fällt. „Es braucht bessere Bezahlung in frauendominierten Branchen, eine Umverteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern sowie eine flächendeckende und qualitativ hochwertige soziale Infrastruktur in Kinderbetreuung und Pflege, damit Frauen einer existenzsichernden Erwerbsarbeit nachgehen können“, so AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.

Medien-Termin:  Am Montag, 12. Oktober, werden von 11 bis 13 Uhr vor der Neuen Mitte Lehen (Schumacherstraße 14) die unbezahlten Alltagsheldinnen in den Mittelpunkt einer ÖGB-Aktion gestellt, um Passantinnen und Passanten für die Thematik zu sensibilisieren.

veranstaltungshinweis

Frauen und Corona: Auswirkungen, Perspektiven und Forderunge

Bei der Veranstaltung werden die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Situation von Frauen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und über gemeinsame Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven auf unterschiedlichen politischen Ebenen diskutiert.

  • Mag.Evelyn Regner, Abgeordnete zum Europäischen Parlament, Vorsitzende des EU-Ausschusses für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter
  • Mag.a Ingrid Moritz, Abteilungsleiterin Frauen und Familie, AK Wien
  • Jacqueline Beyer, Geschäftsführerin Arbeitsmarktservice Salzburg
  • Wann: Dienstag, 20. Oktober, 17 bis 19.30 Uhr
  • Wo: Parkhotel Brunauer, Elisabethstraße 45a, 5020 Salzburg. Online-Teilnahme möglich.

 

Downloads

Links

medien-termin

Am Montag, 12. Oktober, werden von 11 bis 13 Uhr vor der Neuen Mitte Lehen (Schumacherstraße 14) die unbezahlten Alltagsheldinnen in den Mittelpunkt einer ÖGB-Aktion gestellt, um Passantinnen und Passanten für die Thematik zu sensibilisieren.
  • © 2020 AK Salzburg | Markus-Sittikus-Straße 10, 5020 Salzburg, +43 (0)662 86 87

  • Datenschutz
  • Impressum