21.1.2022

AK-Studie zeigt nur geringe Verbesserungen in der Betreuung

Personal nicht länger auf Verbesserungen warten lassen

Den Tag der Elementarbildung am 24. Jänner nimmt die AK Salzburg zum Anlass, um auf die anhaltend großen Baustellen in der Elementarbildung aufmerksam zu machen. So zeigt die aktuelle Kinderbildungs- und -betreuungsstudie, dass in Salzburg die Betreuungsquote der unter 3-jährigen Kinder mit 23,2% im Österreichvergleich (27,6%) weit hinterherhinkt. Bei der Betreuung bis 6 Jahre ist zwar die Quote höher, vielfach reicht das Angebot jedoch nicht aus, um einem Vollzeitjob nachzugehen. AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder schlägt Alarm: „Die akute Personalnot gefährdet nun auch diese viel zu wenigen Betreuungsplätze. Neben zusätzlichen Ausbildungsplätzen, braucht es vor allem Maßnahmen, um qualifiziertes Personal langfristig zu halten. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen, Wertschätzung und Anerkennung sowie eine angemessene Bezahlung.“ 

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Elementare Kinderbildung- und betreuung

In der Kleinkindbetreuung geht so gut wie nichts weiter. Dieses ernüchternde Resümee kann aus der aktuellen Kinderbildungs- und -betreuungsstudie der AK Salzburg gezogen werden. So wurde auch im Betreuungsjahr 2020/21 das politisch vereinbarte Barcelona-Ziel nicht erreicht. Dabei hatte sich die Politik vorgenommen bis zum Jahr 2010 für mindestens 33% aller unter 3-jährigen Kinder einen Platz in einer institutionellen Einrichtung bereitzustellen. Mehr als ein Jahrzehnt später hinkt Salzburg mit einer Betreuungsquote von 23,2% nach wie vor hinterher (Österreichschnitt: 27,6%). Noch immer gibt es in 13,4% der Gemeinden überhaupt kein institutionelles Angebot für unter 3-Jährige, wobei das Angebot in den Ballungsräumen durchaus besser ist.

ÖFFNUNGSZEITEN OFT NICHT MIT VOLLZEITJOB VEREINBAR

Weitere Erkenntnis der Studie: Auch wenn die Zahl in den letzten Jahren gestiegen ist, sind mit 40,2% immer noch weniger als die Hälfte aller Einrichtungen im Bundesland Salzburg mit einem Vollzeitjob beider Elternteile vereinbar. Um die so genannten VIF-Kriterien zu erfüllen, müssen die Einrichtungen unter anderem täglich mindestes 9 Stunden geöffnet haben und dürfen nicht mehr als 5 Wochen pro Jahr geschlossen sein. „In vielen Branchen ist derzeit von Personalmangel die Rede. Zu einer Entspannung der Situation würde beitragen, wenn es Teilzeitkräften ermöglicht würde, ihre Stunden aufzustocken. Dazu braucht es jedoch unbedingt ein größeres Angebot an elementaren Bildungseinrichtungen, das mit den Arbeitszeiten vereinbar ist“, weiß Studienautorin Michaela Fischer.

Sorgen bereitet dem AK-Präsidenten, dass die Entwicklung derzeit in eine andere Richtung geht. „Die akute Personalnot gefährdet nun auch diese viel zu wenigen Betreuungsplätze“, sagt Eder. Obwohl sich seit Jahren ein Nachwuchs- und Personalmangel im Bereich der Elementarbildung abzeichnet, wurde bislang zu wenig getan, um ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Elementarbereich zu gewinnen und diese auch zu halten. Nun ist es Aufgabe der Politik, zu handeln. Als wichtigste Punkte nennt Eder neben Wertschätzung und Anerkennung sowie einer angemessenen Bezahlung vor allem attraktive Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Elementarbildung. Die kürzlich beschlossene Verbesserung des Betreuungsschlüssels ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

STELLSCHRAUBEN FÜR ATTRAKTIVE RAHMENBEDINGUNGEN

  • Kleinere Gruppengrößen und bessere Betreuungsschlüssel: Gesetzlich festgelegte Gruppenhöchstzahlen weiter senken und gleichzeitig den Betreuungsschlüssel erhöhen

  • Mehr gruppenarbeitsfreie Zeit: Aufgabenfelder in der Elementarbildung, wie die Erstellung von Entwicklungsplänen, Sprachstandardisierungen etc., benötigen zeitliche Ressourcen, die bei der Personalplanung ausreichend berücksichtigt werden müssen. Zeitliche Mehraufwände müssen als „gruppenfreie“ Arbeitszeit berücksichtigt und erweitert werden

  • Planbare Arbeitszeiten und mehr Personal: Aufgrund der Personalknappheit im Elementarbereich kommt es bei Ausfällen (z.B. aufgrund von Krankheit) immer wieder zu Engpässen. Um Planungssicherheit zu gewährleisten und Belastungen zu minimieren, braucht es pädagogische Fachkräfte, die als Springerinnen und Springer zur Verfügung stehen. Administratives Personal kann für zusätzliche Entlastung sorgen

  • Ergonomie und lärmdämpfende Maßnahmen: Für notwendige Dokumentationsarbeit braucht es gut ausgestatte Arbeitsplätze, da bislang das Mobiliar auf die Körpergröße von Kindern ausgerichtet ist. Zudem braucht es lärmdämmende Maßnahmen

  • Aufwertung und bessere Bezahlung: Es braucht eine generelle Aufwertung der Elementarpädagogik, die sich in einer besseren Bezahlung der Beschäftigten im elementaren Bildungsbereich widerspiegelt.
    Ausbildung und Weiterbildung: Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für alle Pädagoginnen und Pädagogen müssen den Anforderungen einer modernen, mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaft Rechnung tragen. Wichtig dabei ist, dass Fortbildungszeit als Arbeitszeit gilt. Zudem braucht es Maßnahmen, um den Männeranteil im Bereich der Elementarbildung zu erhöhen, um bereits im frühkindlichen Alter das Spektrum an Rollenvorbildern zu erweitern

  • Leitungsaufgaben brauchen Zeit: Aufgrund der Personalknappheit müssen Leitungen von Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen oftmals auch als gruppenführende Pädagoginnen bzw. Pädagogen tätig sein. Diese Doppelbelastungen gilt es zu verhindern.

Die Studie zur elementaren Kinderbildung und -betreuung kann hier heruntergeladen werden.

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