23.05.2019

AK-Studie zu Nachhilfe und Ferienbetreuung

Herausforderung Sommerferien

Ob „Nachzipf“ oder Fragen wie „Wie vereinbare ich meine 5 Wochen Urlaub mit 9 Wochen Ferien der Kinder?“ und „Wie soll ich das alles bezahlen?“ – das belastet viele Familien. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut IFES im laufenden Schuljahr 2018/2019 rund 400 Haushalte mit insgesamt 620 Schülern zu Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung befragt.

Die Ergebnisse

16.500 Schülerinnen und Schüler im Bundesland Salzburg (das sind 25 Prozent aller Schüler) haben im laufenden Schuljahr eine externe Nachhilfe benötigt. Davon erhielten 10.500 Schüler bezahlte Nachhilfe. Kostenpunkt: 550 Euro pro Kind und Schuljahr. Im Bundesland Salzburg belaufen sich die Ausgaben für Nachhilfe insgesamt auf 6 Millionen Euro. Die Eltern von 6.000 Kindern hatten das Glück, auf kostenlose Angebote zurückgreifen zu können. Nachhilfebedarf hätten noch weitere rund 2.000 Schülerinnen und Schüler gehabt. Deren Eltern hatten aber nicht genug Geld dafür. Übrigens: Die meiste Hilfe wurde im Fach Mathematik benötigt. 


weiterlesen

Zur Pressemitteilung

Was sagen die Eltern

40 Prozent der Eltern fühlen sich zeitlich sehr bzw. ziemlich belastet – was zu Konflikten und Ärgernissen in der Familie führt.
52 Prozent der Salzburger Eltern, die für ihr Kind eine bezahlte Nachhilfe in Anspruch nahmen, gaben an, dass sie finanziell spürbar belastet sind.

Ferienbetreuung

Für rund ein Viertel aller Eltern war es schwierig, im letzten Sommer die Ferienbetreuung für ihr Kind zu organisieren. Ganz besonders waren davon Alleinerzie¬hende betroffen – von ihnen gab die Hälfte an, große Probleme mit der Ferienbetreuung gehabt zu haben.

Die Kosten für die gesamte Ferienbetreuung machten im Schnitt rund 270 Euro aus. Am vergleichsweise höchsten waren sie bei Feriencamps (ca. 320 Euro) und bei der Betreuung durch eine Tagesmutter (ca. 330 Euro). Für eine Hortbetreuung gab man im Mittel 240 Euro aus. Für vier von zehn Eltern, die Ausgaben für die Sommerbetreuung ihres Kindes hatten, stellte das eine große finanzielle Belastung dar. Besonders schwer zu stemmen war die Finanzierung für Eltern mit einem eher geringen monatlichen HH-Einkommen (bis zu 2.000 Euro): Für 60 Prozent in dieser Gruppe bedeuteten diese Ausgaben eine große Belastung. 

wir fordern

  • Schulen müssen für eine Ausweitung der Betreuung gerüstet sein – sowohl hinsichtlich ihrer personellen Ausstattung als auch durch Investitionen in die schulische Infrastruktur. Ziel ist der Ausbau der (kostenfreien) Ganztagesschulen in der Stadt Salzburg auf 100 Prozent ud in den Bezirken auf 75 Prozent bis zum Jahr 2025

  • Den Bedarf bestätigen die Ergebnisse aus der Studie genauso wie die ständig steigenden Anmeldezahlen für die schulische Tagesbetreuung: In der Stadt Salzburg sind die Eltern mit den angebotenen Möglichkeiten einer Nachmittagsbetreuung am zufriedensten (Mittelwert 1,6), am unzufriedensten im Pongau und Lungau (2,3)

  • Für eine Forcierung schulischer Tagesbetreuung, braucht es einen entsprechenden Infrastrukturausbau

  • Handlungsbedarf zeigt sich auch bei der Ferienbetreuung: Für ein Drittel der Eltern, die nicht auf familiäre Unterstützung zurückgreifen können, war die Organisation der Ferienbetreuung schwierig. Drei Viertel der Eltern haben Bedarf an externer Betreuung in den Sommerferien

  • Es braucht einen Ausbau der Ferienangebote an Schulen, vor allem jener Angebote, die auch finanziell leistbar sind. Dieser Ausbau darf allerdings nicht auf Kosten der schulischen Nachmittagsbetreuung gehen.  


Links

Kontakt

Kontakt

Hilla Lindhuber 
Tel.  +43 (0)662 86 87-422
hilla.lindhuber@ak-salzburg.at

weiterlesen

Zur Pressemitteilung
  • © 2019 AK Salzburg | Markus-Sittikus-Straße 10, 5020 Salzburg, +43 (0)662 86 87

  • Datenschutz
  • Impressum