2. Lehrlingsmonitor 2017/18

Zentrale Ergebnisse für das Bundesland Salzburg

beauftragt durch AK und ÖGB, realisiert durch ÖIBF

Erhebung und Stichprobe

  • Lehrlinge im letzten Lehrjahr
  • Online-Befragung in Berufsschulen zwischen November 2016 und Mai 2017
  • 12 Lehrberufe wurden in einer Sonderauswertung für das BL Salzburg vorgelegt (Stichprobe = 850); die drei Lehrberufe Koch/Köchin, Hotel- und Gastgewerbeassistenz sowie Restaurantfachmann/frau (Kellner/in) wurden als Tourismuslehrberufe (Stichprobe = 172) zusammengefasst
  • 6.024 verwertbare Fragebögen österreichweit, 850 davon für Salzburg (14,5 %)
  • 37,4 % weibliche und 62,6 % männliche Teilnehmer
  • Fokus: unmittelbar erlebte Ausbildungsarrangements u. Rahmenbedingungen

Ein großer Teil der Lehrlinge hat gute Bedingungen, jeder fünfte Lehrling hat gröbere Probleme im Betrieb

Salzburgs Lehrling sind insgesamt zufrieden mit ihrer Lehrlingsausbildung und fühlen sich gut auf ihre spätere Arbeit vorbereitet. Ein großer Teil der Lehrlinge (55 %) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Betrieb übernommen, 26 % wollen den Betrieb nach der Ausbildung wechseln. Mehr als ein Drittel (38 %) konnte sogar Zusatzqualifikationen im Betrieb erwerben (53 % der Bürokauffrauen und –männer sowie 50 % der Informationstechnologen).

Jeder fünfte Lehrling in Salzburg (20 %) hat gröbere Probleme im Betrieb, ein Viertel (24 %) hat bereits ernsthaft daran gedacht, die Lehre abzubrechen. Lehrberufe in Tourismus und Gastronomie bieten teilweise schlechtere Rahmenbedingungen: Hier berichten 30 % der Lehrlinge von gröberen Problemen in der Ausbildung, jeder 4. Lehrling hat bereits ernsthaft daran gedacht, die Ausbildung abzubrechen (40 %).

Lehrstelle als Wunschberuf

  • 66% (Ö 70%) der Salzburger Lehrlinge konnten ihren engeren Berufswunsch realisieren: 32 % (Ö 30%) realisierten ihren Wunschberuf, für mehr als ein Drittel (35% / Ö 40%) war der realisierte Lehrberuf einer unter mehreren Berufen, die in Erwägung gezogen wurden.
  • Für ein Viertel (21% / Ö 18%) der Salzburger Lehrlinge war ihre Berufswahl eine Alternative, für 7% (Ö 6%) eine Notlösung und für 6 % (Ö 7%) bis zum Schluss unklar.
  • Der Lehrberuf Einzelhandel war für nur 11 % der Wunschberuf.

Überstunden in der Lehre

60% der Salzburger Lehrlinge (Ö 67%) leisten keine Überstunden, d. h. deren durchschnittliche Arbeitszeit übersteigt 40 Stunden pro Woche nicht. 40% der Salzburger Lehrlinge geben an, dass sie Überstunden leisten (Ö 33%), teils komplett freiwillig (10% / Ö 11%), zum Teil komplett unfreiwillig (13%/ Ö 9%), sowie manchmal freiwillig, manchmal nicht freiwillig (17% / Ö 13%).

  • Positiv hervorzuheben sind die Bereiche Einzelhandel und Büro, in denen 77 % (EH) und 81 % (Büro) der Lehrlinge keine Überstunden leisten.
  • Nicht-freiwillige Überstunden werden vor allem in den Tourismuslehrberufen geleistet: 78 % der Lehrlinge machen Überstunden, ein Drittel der Lehrlinge (34%) nicht freiwillig.

Österreichweite Daten

Obwohl Überstunden grundsätzlich vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres verboten sind, leistet österreichweit mehr als ein Drittel (36 %) der minderjährigen Lehrlinge solche. Geleistete Überstunden werden in der Regel bezahlt (68%), jedoch bei jeweils weiteren 16% nur manchmal oder gar nicht.

Trotz Krankheit in die Arbeit

Die Mehrheit der Lehrlinge geht trotz Krankheit arbeiten. Rund 78% (Ö 76%) der Lehrlinge sind im Laufe der Lehrausbildung zumindest einmal zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank gefühlt hatten. In den Tourismuslehrberufen sind es sogar 93 % der Lehrlinge!

Schriftliche Arbeitsaufzeichnung

Über schriftliche Arbeitszeitaufzeichnungen verfügen 62 % der Salzburger Lehrlinge (Ö 65%) der Lehrlinge, der Rest der befragten Lehrlinge verneint dies (22 %) bzw. wissen es nicht (16 %). In den Tourismuslehrberufen weiß nur knapp die Hälfte der Lehrlinge (52 %) etwas von einer schriftlichen Arbeitszeitaufzeichnung.

Vorbereitung auf die LAP

Die Salzburger Lehrlinge wissen grundsätzlich gut, was sie in der Ausbildung lernen sollen. 45 % der Lehrlinge fühlt sich gut genug auf die LAP vorbereitet. Fast die Hälfte der Lehrlinge in den Tourismuslehrberufen (47 %) hat das Gefühl, nicht gut genug auf die LAP vorbereitet zu sein. 38 % der Lehrlinge im Tourismus fühlen sich gut genug vorbereitet.

Die Feedbackkultur ist noch ausbaufähig: Salzburgs Lehrlinge bewerten der Frage, ob sie mit ihrem Ausbildner oder ihrer Ausbildnerin darüber gesprochen haben, was sie bei der LAP können müssen, mit einem befriedigend.

Beruflicher Ausblick nach Abschluss der Lehre

70 % der Lehrlinge in Salzburg wollen im Lehrberuf bleiben. Jeder 3. Lehrling will nach Abschluss der Lehre nicht im gelernten Beruf bleiben. Besonders hoch ist die Zahl der Hotel- und GastgewerbeassistentInnen, die nicht im erlernten Beruf bleiben wollen: Jeder 6. Lehrling in Salzburg plant einen beruflichen Wechsel. 

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