19.5.2020

Jugendrettungspaket für den Arbeitsmarkt

Die Zukunftsaussichten für Salzburgs Jugend waren noch nie so trüb wie derzeit. Ohne Lehrstellen im angeschlagenen Tourismus gibt es mittlerweile weniger Lehrstellen als benötigt werden. Im Jahresvergleich sind die verfügbaren offenen Lehrstellen um ein Viertel eingebrochen, die Anzahl der Lehrstellensuchenden hat um knapp 50% zugenommen. Dadurch wird es immer schwieriger, dass Angebot und Nachfrage in Sachen Berufswunsch oder räumliche Nähe zusammenpassen.

Dieses Bild bestätigt Anja Weißböck, Lehrerin und Bildungsberaterin an der Polytechnischen Schule Salzburg: „Die derzeitige Situation erschwert den Jugendlichen den geregelten Einstieg in die Lehre. Auch wenn sich einige Schülerinnen und Schüler bereits für einen alternativen Weg, wie eine weiterführende Schule entschlossen haben, braucht es weitere Optionen, um die Jugendlichen in der Übergangsphase zwischen Schule und Lehre bestmöglich zu unterstützen. Das Jugendcoaching und dessen Produktionsschulen sowie die überbetrieblichen Lehrausbildungen bedürfen einer intensiven Förderung und Unterstützung.“

Ins selbe Horn stößt AK-Präsident Peter Eder. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass die Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle explodiert. Die vorübergehende Lehre in einer überbetrieblichen Einrichtung hat den Vorteil, dass die Jugendlichen nicht ins Abseits geraten. Sobald die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat, kann der Wechsel in eine betriebliche Ausbildung erfolgen“, erklärt Eder. Der AK-Präsident begrüßt in diesem Zusammenhang die angekündigte ÜBA-Aufstockung durchs AMS Salzburg um 20 Plätze. „Die zusätzlichen Plätze sind aus unserer Sicht allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Politik hat dafür zu sorgen, dass dem AMS entsprechend Mittel zur Verfügung stehen, um das Angebot noch weiter auszubauen.“

Mehr Lehrlinge im öffentlichen Dienst ausbilden

Peter Eder schlägt zudem vor, dass Bund, Länder und Gemeinden vermehrt in die Lehrlingsausbildung einsteigen. „Wenn die Privatwirtschaft den Ausbildungsbedarf nicht decken kann, hat es der Staat in der Hand den Ausgleich zu schaffen und mehr Lehrlinge auszubilden. Nach dem Ende ihrer Lehrzeit stehen diese als bestens ausgebildete Arbeitskräfte der Privatwirtschaft zur Verfügung“, erklärt er.

Arbeitslosigkeit bei Jungen explodiert

Maßnahmen braucht es aus Sicht der Arbeiterkammer allerdings auch für Jugendliche mit abgeschlossener Lehre. Binnen eines Jahres hat sich die Zahl junger Arbeitsloser bis 25 Jahre von 765 auf 1.518 beinahe verdoppelt. „Mit einer Jobgarantie für 19- bis 24-Jährige ähnlich der Aktion 20.000 könnte die öffentliche Hand sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten zum Ausbau dringend benötigter öffentlicher Infrastruktur und sozialer Dienstleistungen schaffen“, so Eder. Darüber hinaus schlägt der AK-Präsident das Recht auf eine 2. Chance für alle mit Qualifizierungsgeld vor, um die Arbeitsmarkt-Chancen für jene zu erhöhen, die sich beruflich verändern wollen oder müssen.

Peter Eder appelliert an die Verantwortlichen in der Politik auf die Jugend nicht zu vergessen: „Während Milliarden zur notwendigen Rettung der Betriebe in die Hand genommen werden, fehlen nach wie vor spezielle Unterstützungsprogramme für die Jugend. Nach der Verunsicherung durch die Pandemie ist es jetzt Aufgabe der Politik, die Zuversicht und das Vertrauen der Jugend in unsere Gesellschaft zu stärken. Unser Nachwuchs hat die Krise nicht verursacht, es ist ungerecht wenn er die Zeche dafür zahlt.“

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