Bildung bringt's – wenn sie jedem gleich zugänglich ist!

Mit unserem Bildungsmonitor 2018 liefern wir eine Zusammenschau der Vorteile und Probleme in der Salzburger Schul- und Bildungslandschaft.

Der Bildungsmonitor der Arbeiterkammer liefert Fakten und Hintergründe zum Schulwesen, der Ausbildung und wie Zukunftschancen durch mehr Wissen in Salzburg gefördert werden. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst.

HInweis

Die gesamte Studie kann auch heruntergeladen werden.

Das Gute:

  • Nur in Wien leben mehr Akademikerinnen und Akademiker als in Salzburg – mit 13,4 Prozent hat Salzburg den zweithöchsten Anteil in Österreich.
  • Fast ein Drittel (29,7 Prozent) der Bevölkerung im Bundesland hat Matura, Kolleg- oder Hochschulabschluss – Dritter Platz in Österreich.
  • Lehre mit Matura funktioniert nirgends so gut wie in Salzburg – 15,9 Prozent aller Lehrlinge in der Region nehmen an dem Programm teil.
  • Überhaupt sind Lehrlinge Dreh und Angelpunkt der Berufsbildung – das duale Ausbildungssystem in Betrieb und Schule ermöglicht beruflichen Ein- Auf- und Umstieg und ist das wichtigste Mittel für mehr Fachkräfte. 38 Prozent der Salzburger zwischen 25 und 54 haben einen Lehrabschluss.
  • 93,5 Prozent der 3 bis 5-Jährigen werden institutionell pädagogisch betreut und kommen damit bereits sehr früh in den Genuss von Bildung.

Das Schlechte:

  • Mit einem Einkommen von im Schnitt 1.516 Euro, 14 Mal im Jahr, liegt Salzburg am vorletzten Platz in Österreich. Dadurch können sich viele bestimmte Weiterbildungen nicht leisten – denn die kosten.
  • Bildung wird weitervererbt. Kinder von Eltern mit niedrigem formalem Bildungsgrad haben eine 6-Mal höhere Wahrscheinlichkeit, ihre Bildungslaufbahn vorzeitig zu beenden. Das ist zu viel, auch wenn der Österreich-Schnitt sogar noch höher liegt.
  • 6 bis 14-jährige können nur zu 19,1 Prozent von Nachmittagsbetreuung oder einer Ganztagesschule profitieren, wo gemeinsam gelernt und geübt wird und damit Bildungsnachteile verschwinden. Bei den 10- bis 14-jährigen sind es nur 12,7 Prozent.
  • Gerade Mal die Hälfte aller Pflichtschulen im Bundesland bietet eine Nachmittagsbetreuung an – Salzburg: 84 Prozent. Lungau: 17 Prozent.
  • Nur 13,2 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger bilden sich weiter – auch wenn der Wert sich zuletzt verbesserte. In Gesamtösterreich sind es 14,4 Prozent. In Schweden oder Dänemark gar 29,4 und 31,3 Prozent. Überall dort, wo sie mehr und besser gefördert wird, ist die Weiterbildungsquote höher.

3 Leuchtturmprojekte für bessere Bildung

Aus unserer Sicht muss jetzt der Fokus auf einem massiven Ausbau der Ganztagesschule mit Nachmittagsbetreuung liegen – nicht nur in den Ballungsräumen. Außerdem muss Erwachsenenbildung mehr Raum gegeben werden. Sie wird nicht nur wegen der Bevölkerungsentwicklung, sondern auch wegen der Digitalisierung immer wichtiger. Ein erster Schritt muss hier sein, die Förderungen über den Bildungsscheck des Landes Salzburg zu verdoppeln. Drittens sollen formale Bildungsabschlüsse – und damit der Weg zur Fachkraft leichter nachgeholt bzw. geöffnet werden. Auch informelles Wissen gehört anerkannt, wenn unser Bildungssystem fit für die Zukunft sein soll.

Das fordern wir im Detail:

  • Salzburg braucht eine flächendeckende, qualitätsvolle und leistbare Betreuung für Kinder aller Altersgruppen.
  • Die Schulen müssen für eine Ausweitung der Betreuung gerüstet werden – personell und räumlich. Bis zum Jahr 2025 soll es 100 % (kostenfreie) Ganztagesschulen in Salzburg und 75 % in den Bezirken geben.
  • Ein Chancen-Index soll sicherstellen, dass Schulen entsprechend ihren Aufgaben und Herausforderungen finanziert werden.
  • Eine Modellregion der gemeinsamen Schule der 10 bis 14-jährigen wäre ein wichtiger Schritt für Bildungszugang mit gleichen Chancen.
  • Das Förderbudget des Bildungsschecks gehört verdoppelt, der Scheck mit dem Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen als Ziel ausgebaut. Letzteres sollte kostenfrei möglich sein.
  • Das Fachkräftestipendium soll zu einem Qualifizierungsstipendium werden.
  • „Du kannst was“ soll auf weitere Lehrberufe ausgeweitet und – versehen mit einer ausreichenden Finanzierung – fix im Ausbildungssystem verankert werden. Das Modell zur Anerkennung von non-formalem Wissen bzw. Berufserfahrung sollte auch auf andere Bildungsabschlüsse übertragen werden.
  • Mit Blick auf demografische Herausforderungen, Digitalisierung und lebenslanges Lernen sollte eine Strategie zwischen den Akteuren beruflicher Erwachsenenbildung und konkrete Angebote erarbeitet werden. Das sichert auch die Integration am Arbeitsmarkt und reduziert Armutsrisiken.

Kontakt

Hilla Lindhuber 
Tel.  +43 (0)662 86 87-422
hilla.lindhuber@ak-salzburg.at
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