Einkommens-Analyse 2017 (LSt)

1540 netto monatlich haben die Salzburger Beschäftigten im Jahr 2017 durchschnittlich verdient. Inflationsbereinigt bedeutet das einen realen Einkommensverlust von 0,5 Prozent. „Für die Beschäftigten sind die satten realen Zuwächse aufgrund der von AK und ÖGB initiierten Steuerreform im Jahr 2016 kaum mehr spürbar. Schuld sind vor allem die überproportionalen Preisanstiege bei Wohnen und Treibstoffen – Kosten, bei denen die Salzburger nicht auskönnen“, weiß AK-Einkommensexperte Florian Preisig.

Salzburg hinkt im Österreichvergleich hinten nach

Im Österreich-Vergleich bleibt Salzburg im Bundesländer-Ranking vorletzter. Auf Platz 1 mit fast exakt 200 Euro im Schnitt netto mehr (1.739 Euro) liegt Niederösterreich.

Der Grund liegt in der Salzburger Wirtschaftsstruktur: Im Vergleich zu anderen Bundesländern arbeiten überproportional viele Beschäftigte in Salzburg in den vergleichsweise niedriger bezahlten und teilzeitlastigeren Sparten Handel (1,4 Prozent über dem Österreichschnitt) sowie Beherbergung und Gastronomie

(5,8 Prozent über dem Österreichschnitt). Gleichzeitig ist der Anteil der Beschäftigten in der vergleichsweise besser entlohnten Produktion deutlich unterdurchschnittlich (2,8 Prozent unter dem Österreichschnitt). Dasselbe Bild zeigt sich übrigens aufgrund der ähnlichen Wirtschaftsstruktur auch in Tirol, wo die Menschen durchschnittlich am Wenigsten verdienen.

Flachgauer verdienen im Durchschnitt am Besten

Innerhalb unseres Bundeslandes zeigt sich einmal mehr die Zweiteilung zwischen den südlichen Bezirken mit viel Tourismus und den industrielleren Bezirken im Norden. Im Jahr 2017 lag das Einkommen im Flachgau – der Bezirk mit den höchsten durchschnittlichen Einkommen – bei netto 1.723 Euro. Das sind um 183 Euro (oder 11,9 Prozent) mehr als der Landesschnitt und ein Drittel, bzw. um 408 Euro mehr als die durchschnittlichen Einkommen im Pinzgau (1.315 Euro).

Jeder 3. Job ist Teilzeit

Der Anteil an Teilzeitbeschäftigungen ist von 2016 auf 2017 um 0,4 Prozent auf 32,5 Prozent gestiegen. Teilzeitbeschäftigung ist weiblich: Während nur rund jeder 7. Mann (14,6%) Teilzeit arbeitet, ist es bei den Frauen mehr als jede Zweite (51,5 %).

2017 hatten in Salzburg insgesamt 94.399  Personen einen Teilzeitjob. Gleichzeitig sinkt die Zahl der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten. Von den etwa 291.000 Beschäftigten in Salzburg arbeitete nicht einmal die Hälfte ganzjährig Vollzeit (48,4 Prozent). Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 49,4 Prozent.

100.000 haben weniger als 1.000 Euro monatlich zur Verfügung

Eine weiteres Ergebnis der AK-Einkommensanalyse: Es werden zwar weniger, doch noch immer verdienen 99.935 Salzburger Beschäftigte (34,4 Prozent) unter 1.000 Euro netto monatlich. Davon betroffen sind 42,5 Prozent der Frauen und 26,5 Prozent der Männer.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Richtung höhere Einkommen ist aus meiner Sicht echte Wahlfreiheit bei Beruf und Familie. Niemand soll Teilzeit arbeiten müssen, nur weil es wegen der Betreuungssituation nicht anders geht. Deshalb macht sich die AK für qualitativ hochwertige und an die Arbeitszeiten der Eltern angepasste Kinderbetreuungsplätze stark.

peter eder

AK-Präsident

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