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Beschäftigung steigt, Tourismus legt zu, Arbeitslosigkeit stark gesunken

Durchwegs positive Ergebnisse liefert die aktuelle Analyse der Arbeiterkammer Salzburg zu den Wirtschaftsdaten des Tennengaus. Mit einem Beschäftigungs-Plus von 1,5 Prozent liegt der Salinen-Bezirk genau im Landesschnitt. In Zahlen: Seit dem Vorjahr gibt es hier rund 270 Jobs mehr.

Noch erfreulicher ist allerdings, dass der Tennengau Bezirkssieger beim Rückgang der Arbeitslosigkeit ist: 144 Menschen ohne Beschäftigung weniger als im Jahr davor – das entspricht einem Minus von 9,5 Prozent (Zum Vergleich: Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg um 3,4 Prozent zurückgegangen).

Auch hinsichtlich Tourismus liefert der Tennengau positive Neuigkeiten: Mit plus 8,7 Prozent – wenn auch von niederem Niveau ausgehend - verzeichnet man hier den größten Zuwachs an Nächtigungen im gesamten Bundesland.

Das alles zeigt Wirkung bei den Einkommen: Zwischenzeitlich auf Platz 3 abgerutscht, ist die ehemals langjährige Nummer 1 bei den Löhnen und Gehältern wieder auf dem Weg zurück: 1.511 Euro netto (14-mal im Jahr) verdienen die Tennengauerinnen und Tennengauer im Durchschnitt pro Monat. Das ergibt im aktuellen Bezirksranking immerhin wieder Platz 2.

Tennengau bei Beschäftigungszuwachs im Landesschnitt

Gegenüber Jänner 2016 kam es im Tennengau zu einem Arbeitsplatzzuwachs von 271 Stellen, bzw. +1,5 Prozent auf 18.165 Beschäftigte insgesamt. Damit liegt die Beschäftigungsentwicklung punktgenau im Landesschnitt. Vor allem die Zuwächse in der Stadt Hallein (+75) und der Gemeinde Kuchl (+69) waren für diesen Anstieg verantwortlich.

Produktion stützt Arbeitsmarkt

Trotz des krisenbedingten Einbruchs der Jahre 2008/2009, bleibt die Warenherstellung die Stütze des Tennengauer Arbeitsmarktes. Fast jeder dritte Arbeitsplatz befindet sich in diesem Sektor, wobei der Anteil aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre leider deutlich gesunken ist. 27,9 Prozent aller Arbeitsplätze im Bezirk findet man in der Produktionswirtschaft. Ein herausragendes Merkmal im Vergleich zu anderen Bezirken, wo maximal ein 22 Prozent-Anteil erreicht wird.

Beschäftigungs-Entwicklung 2012 bis 2017

Längerfristig sind im Tennengau 1.394 (+8,3 Prozent) neue Arbeitsplätze entstanden. Der Bezirk liegt damit in diesem Zeitraum klar über der landesdurchschnittlichen Entwicklung (+5,0 Prozent). Auch in diesem Zeitvergleich sind Hallein und Kuchl mit 709, bzw. 338 neuen Jobs hauptverantwortlich.

Der Tennengau pendelt

Lediglich ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung arbeitet am Wohnort (25,7 Prozent). Ein weiteres Viertel (24,1 Prozent) pendelt innerhalb des Tennengaus, fast die Hälfte davon nach Hallein. Jeder zweite im Tennengau wohnhafte Beschäftigte (50,2 Prozent) pendelt über die Bezirksgrenze aus, um einen Arbeitsplatz zu finden – so viel wie in keinem anderen Bezirk. In Zahlen: Etwa 13.000 Beschäftigte im Tennengau haben ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Bezirks (56 Prozent übrigens in der Stadt Salzburg).

Bezirkssieger bei Arbeitslosen-Rückgang

Im 1. Halbjahr 2017 waren durchschnittlich 1.374 Personen im Tennengau ohne Arbeit. Damit war der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 9,5 Prozent (das sind um 144 Arbeitslose weniger) der stärkste aller Bezirke. Zählt man zu den als arbeitslos Gemeldeten die Schulungsteilnehmer dazu, zeigt sich, dass im 1. Halbjahr 2017 durchschnittlich 1.643 Personen im Tennengau von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Es ergibt sich ein Rückgang an Arbeitslosen plus Schulungsteilnehmer von 6,2 Prozent oder 109 Personen.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat aber schwere und nachhaltige Wunden im Tennengauer Arbeitsmarkt hinterlassen: Im Vergleich mit dem Krisenhöhepunkt 2009 lag das Niveau bei der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 2017 um 3,1 Prozent (oder 41 Personen) höher als vor 8 Jahren.

Im Vorkrisenvergleich wird das noch deutlicher: Heuer waren um fast 70 Prozent mehr Personen (564 Menschen) arbeitslos als im ersten Halbjahr 2008.  

Einkommen leicht gestiegen - minimales reales Plus

Das durchschnittliche Nettoeinkommen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Salzburg lag 2015 bei 1.438 Euro (14 mal pro Jahr). Mit 1.511 Euro belegt der Tennengau nun wieder Rang 2, nachdem er zwischenzeitlich schon auf Platz 3 zurückgefallen war. Nur im Flachgau mit 1.601 Euro verdienen die Beschäftigten netto mehr.

Die Durchschnittseinkommen im Tennengau sind seit dem Jahr 2012 um 4,9 Prozent gestiegen, das macht exakt 71 Euro aus. Real (unter Berücksichtigung der Inflation) bleibt den Tennengauerinnen und Tennengauern damit ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Damit sind Flach- und Tennengau die beiden einzigen Bezirke im Bundesland Salzburg, die seit dem Jahr 2012 mit einem Zuwachs aussteigen. Bis auf den Lungau, der ein Nullsummenspiel verzeichnet, haben alle anderen Bezirke ein reales Einkommens-Minus zu verkraften.

Tourismusfakten in Salzburg und im Tennengau

Im Tourismusjahr 2015/16 wurden landesweit rund 27,7 Millionen Übernachtungen gezählt und das Rekordergebnis des Jahres 2014/15 sogar nochmals um etwa 1,5 Millionen Nächtigungen, bzw. 5,6 Prozent übertroffen. Diese Rekordsteigerung entfiel je zur Hälfte auf Nächtigungen im Winter- und Sommerhalbjahr. Im Vergleich zum Tourismusjahr 2006/07 stiegen die Nächtigungen im 10-Jahresvergleich um knapp 20 Prozent.

Auch im Tennengau gab es 2015/16 ein Rekordergebnis mit knapp über 1 Million Nächtigungen. Das entspricht einer Steigerung von etwa 86.000 Nächtigungen oder 8,7 Prozent.

Für das laufende Sommerhalbjahr zeichnet sich im Tennengau eine neuerliche Rekordsaison ab, der Zuwachs liegt hochgerechnet bei etwa 7.000 Nächtigungen (Werte kumuliert bis Juli).

Leistungen der AK-Bezirksstelle Tennengau

Im Jahr 2016 verzeichnete die AK-Bezirksstelle Tennengau in Hallein exakt 5.848 Beratungen – persönlich, telefonisch oder per Mail. Inklusive des AK/ÖGB-Steuerlöschers konnten im Vorjahr über 820.000 Euro für die Menschen im Bezirk erwirkt werden. Für das Jahr 2017 zeichnen sich bereits nach 3 Quartalen rekordverdächtige Steigerungen ab – vor allem bei den erkämpften Geldbeträgen. Von Anfang Jänner bis Ende September 2017 wurden bereits 4.393 Beratungen durchgeführt und nach 9 Monaten schon fast die Millionen-Euro-Grenze geknackt. Bis dato wurden – wiederum inklusive Steuerlöscher - schon rund 991.000 Euro für die Beschäftigten erreicht.

Die AK hilft – Trends und Beispiele aus der Beratungspraxis

Othmar Praml, AK-Bezirksstellen-Leiter in Hallein, berichtet von zwei Trends, die in der täglichen Beratungspraxis negativ hervorstechen: Nicht wenige Dienstgeberinnen und Dienstgeber halten Teile des Lohns zurück, weil die Beschäftigten angeblich Schäden verursacht hätten und dafür jetzt haften sollen. Zum anderen kommt es zunehmend in Mode, dass bei Beendigungen von Dienstverhältnissen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Ausbildungskosten verrechnet werden - ohne vorherige Vereinbarung.

Stellvertretend für diese beiden Entwicklungen 2 aktuelle Fälle aus dem Bezirk.

Chef hat 2.800 Euro einbehalten  - AK half Dienstnehmer

Dreist: Nach Beendigung des Dienstverhältnisses behält der Firmenchef nicht nur den in der Endabrechnung ausgewiesenen Auszahlungsbetrag in Höhe von 2.800 Euro ein. Zum Drüberstreuen forderte er vom Dienstnehmer noch 450 Euro zusätzlich. Begründung:  der Mitarbeiter hätte ein Firmenfahrzeug beschädigt – was aber von einem Unbekannten gemacht wurde.

„Da der Schaden am PKW von einem Unbekannten am Firmenparkplatz verursacht wurde, trifft den Dienstnehmer natürlich keinerlei Haftung“, stellt Praml klar, „aufgrund unserer Intervention konnte die Angelegenheit außergerichtlich bereinigt werden und der offene Betrag wurde ausbezahlt.“

3.200 Euro Ausbildungskosten „erfunden“

Nach Beendigung ihres Dienstverhältnisses bekam eine Arbeitnehmerin weder Gehalt noch aliquote Sonderzahlung und Urlaubsersatzleistung für den letzten Monat. Begründung: Während des Dienstverhältnisses hat der Betrieb Ausbildungsmaßnahmen gesetzt und dadurch Mehrkosten gehabt.

Praml: „Eine Vereinbarung über den Ersatz dieser Ausbildungskosten bei Beendigung des Dienstverhältnisses wurde aber gar nicht getroffen. Im Übrigen wurden im Rahmen dieser Ausbildung ausschließlich firmenspezifische Kenntnisse vermittelt, die die Betroffene bei einem anderen Dienstgeber gar nicht verwerten hätte können.“ Die AK intervenierte mit Erfolg: Der Dienstgeber sah seine rechtswidrige Vorgehensweise ein und bezahlte den ausstehenden Betrag umgehend. Das brachte der Betroffenen 3.200 Euro netto - ohne die Hilfe der AK-Expertinnen und Experten hätte die Frau wohl durch die Finger geschaut.

Bilanz: AK-Tennengau

Für das Jahr 2017 zeichnen sich bereits nach 3 Quartalen rekordverdächtige Steigerungen ab – vor allem bei den erkämpften Geldbeträgen.

Einkommen

Die Durchschnittseinkommen im Tennengau sind seit dem Jahr 2012 um 4,9 Prozent gestiegen.

Beratungen im Tennengau

Wich​ti​ge Termine im Ten​nen​gau.

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