Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Aktuelle AK-Analyse der Salzburger Einkommen

Die Arbeiterkammer Salzburg hat die aktuellen Einkommensdaten der Lohnsteuerstatistik (Statistik Austria) der unselbständig Erwerbstätigen für das Jahr 2015 analysiert. Das Ergebnis: „Dank der niedrigen Inflation bleiben den Salzburgerinnen und Salzburgern netto um 1 Prozent mehr Kaufkraft oder durchschnittlich 26 Euro mehr monatlich im Geldbörsel als im Jahr davor“, fasst AK-Präsident Siegfried Pichler zusammen.   

Ansonsten zeigt sich eine Fortschreibung von bereits bekannten, längerfristigen Entwicklungen, wie AK-Einkommensexperte Florian Preisig berichtet: „Neben der eher schwachen Lohnsteigerung, die aber aufgrund der geringen Inflation trotzdem ein reales Plus bringt, zeigt unsere Analyse, dass der Beschäftigungszuwachs fast nur durch Teilzeitjobs zustande gekommen ist und dass in Salzburg weiterhin vor Tirol die niedrigsten Einkommen in Österreich, vor allem in den südlichen Bezirken, erzielt werden.“

Trotz Plus bleibt Salzburg österreichweit Vorletzter

Das monatliche Nettoeinkommen (Jahreseinkommen inkl. Sonderzahlungen dividiert durch 14) lag 2015 bei 1.438 Euro, inflationsbereinigt (Preissteigerung 0,9 Prozent) ist daher für Salzburg 2015 ein Plus von 1 Prozent zu verzeichnen. Im Vergleich der österreichischen Bundesländer rangiert Salzburg damit weiterhin an vorletzter Stelle. Lediglich in Tirol waren die Einkommen mit 1.377 Euro noch niedriger. Das Salzburger Jahreseinkommen lag 2.734 Euro hinter jenem aus Niederösterreich, wo die höchsten Einkommen erzielt werden. Dieser Abstand hat sich gegenüber dem Jahr 2014 von 12,1 auf 12,0 Prozent minimal verringert.  

Langfristig (zwischen den Jahren 2005 und 2015) haben sich die Einkommen in Salzburg schwächer entwickelt als in den meisten anderen Bundesländern. „Die Einkommen der Salzburgerinnen und Salzburger sind in den vergangenen zehn Jahren zwar um +20,4 Prozent gestiegen, die Preise haben im selben Zeitraum aber noch mehr angezogen“, erklärt AK-Experte Preisig. Heute verdienen die Salzburger real um 0,8 Prozent weniger als noch im Jahr 2005.

Flachgau Bezirkssieger, Lungau mit größtem Zuwachs

Die bereits angesprochene niedrige Inflation hat zu Einkommens-Steigerungen in allen Salzburger Bezirken geführt: Der größte Zuwachs ist mit 2,2 Prozent im Lungau, der geringste mit plus 0,5 Prozent in der Stadt Salzburg zu verzeichnen. Die anderen Bezirke: Pongau + 0,6 Prozent, Pinzgau + 0,8 Prozent, Tennengau + 1,3 Prozent sowie der Flachgau mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent. 

Trotzdem bleibt das Nord-Süd-Gefälle augenscheinlich: Der durchschnittliche Verdienst im Flachgau beträgt 1.601 Euro monatlich, im Pinzgau 1.227, das ist eine Differenz von 374 Euro netto monatlich. „Einen gravierenden Einfluss hat hier der hohe Anteil an Saisonbeschäftigten im Tourismus, die - über das ganze Jahr gerechnet - das durchschnittliche Einkommen deutlich senken“, sagt AK-Präsident Pichler. 

Detail am Rande: Von den zehn einkommensschwächsten Bezirken Österreichs liegen drei in Salzburg. Der Pinzgau liegt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.227 Euro an vorletzter Stelle (Platz 94). Nur in Landeck (Tirol) verdient man noch weniger. Auch der Pongau mit 1.264 Euro netto (Platz 93) und der Lungau mit 1.343 Euro netto (Platz 87) liegen bei den Einkommen auf den hinteren Plätzen.  

Die anderen drei Salzburger Bezirke finden sich auch nicht auf den vordersten Plätzen österreichweit. Der Flachgau ist der Bezirk mit den höchsten Einkommen von 1.601 Euro netto (Platz 18) vor dem Tennengau mit 1.511 Euro netto (Platz 46) und der Stadt Salzburg mit 1.506 Euro netto (Platz 49).  

Das beste Pflaster zum Verdienen – mit durchschnittlich 2.000 Euro netto pro Monat – ist übrigens Mödling, gefolgt Wien-Umgebung mit 1.877 und Korneuburg mit 1.803 Euro netto.

Teilzeit und dominierender Dienstleistungssektor

Der Hauptgrund für das schlechte Abschneiden Salzburgs bei den Einkommen liegt in der Wirtschafts- und damit Beschäftigungsstruktur: Während Salzburg bei der vergleichsweise besser entlohnten Warenherstellung um 2,6 Prozentpunkte unter dem Österreichschnitt liegt, arbeiten hingegen überproportional viele Beschäftigte in Salzburg in den tendenziell niedriger bezahlten Sparten, Handel (+1,6 Prozentpunkte über dem Österreichschnitt) und Beherbergung und Gastronomie (+5,4 Prozentpunkte über dem Österreichschnitt). 

Was noch dazukommt: Gerade die in Salzburg so starken Branchen wie Handel und Tourismus haben einen hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten. Und der Beschäftigungszuwachs der vergangenen Jahre ging fast ausschließlich auf das Konto von mehr Teilzeitbeschäftigung.

Auch ohne Teilzeit ist Salzburg nur Vorletzter in Österreich

Auch die teilzeitbereinigte Auswertung zeigt, dass die Einkommensentwicklung in Salzburg unterdurchschnittlich ist – hier ist Salzburg mit 2.121 Euro netto ebenfalls nur Vorletzter in Österreich. Trotzdem gibt es in Salzburg rund 15.600 Menschen, die zwar ganzjährig Vollzeit arbeiten, aber weniger als 1.500 Euro brutto verdienen. „Das zeigt, wie wichtig ein Mindestlohn von 1.500 Euro quer durch alle Branchen ist“, sagt der AK-Präsident.

AK: Überstunden-Zuschläge sind tabu

Die aktuelle Einkommensanalyse der AK zeigt also, dass für sehr viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Salzburg das Auskommen mit dem Einkommen nur schwer möglich ist – und viele keinen weiteren finanziellen Aderlass verkraften könnten.     

Ein Aderlass, der aber - im Zuge der von Wirtschaft und Industrie so vehement geforderten weiteren Arbeitszeitflexibilisierung - ins Haus stehen könnte. 2015 leisteten die Salzburgerinnen und Salzburger laut Arbeitskräfteerhebung insgesamt 15,9 Millionen Überstunden (mehr als ein Fünftel davon wurden nicht abgegolten, auch nicht mit Zeitausgleich).  

Eine Arbeitszeitflexibilisierung, die zu Lasten der Überstundenzuschläge geht, würde die Salzburger Beschäftigten bis zu rund 92 Millionen Euro kosten. Pro Arbeitnehmer wäre das ein Einkommensverlust von 325 Euro jährlich.

Lohnschere schließt sich kaum

Leider nicht viel Neues zum Thema Lohnschere: Frauen verdienen nach wie vor nur zwei Drittel von dem, was Männer bekommen. Das durchschnittliche Netto-Einkommen der Frauen in Salzburg 2015 betrug 1.140 Euro, das der Männer 1.720 Euro. Die Fraueneinkommen lagen somit um 33,7 Prozent oder 580 Euro netto unter jenen der Männer. Gegenüber dem Jahr 2014 ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern also gerade einmal um 0,4 Prozentpunkte kleiner geworden.  

Am größten ist der Unterschied in Vorarlberg mit 39,6 Prozent, am kleinsten in Wien mit 20,2 Prozent. Österreichweit lag der Unterschied bei 32,1 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr wieder – wenn auch nur geringfügig - kleiner geworden (-0,5 Prozentpunkte).

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK