22.4.2022

Die Hälfte der Salzburger kommt mit ihrem Einkommen kaum aus

Die extreme Teuerung der vergangenen Wochen trifft die Salzburgerinnen und Salzburger mit voller Wucht. Wie der aktuelle Arbeitsklima Index eindeutig belegt, kam die Hälfte aller Salzburger Beschäftigten bereits im vergangenen Jahr mit ihrem Einkommen gerade noch (39 Prozent) oder de facto nicht (9 Prozent) aus. „Die politisch Verantwortlichen müssen endlich entschieden handeln. Jetzt sind ordentliche Entlastungsmaßnahmen wie die Abschaffung der kalten Progression und Preisobergrenzen bei Energie gefragt, um die Menschen vor der Armutsfalle zu bewahren“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.

Im Rahmen ihres Arbeitsklima Index hat die Arbeiterkammer die Menschen befragt und weiß daher genau wie es ihnen geht. Das alarmierende Ergebnis: Im Vergleich zum Jahr 2020 kommen weniger Menschen mit ihren Einkommen über die Runden. Bei 39 Prozent geht es sich finanziell gerade noch aus. Bei neun Prozent reicht das Einkommen jedoch nicht aus, um ihren Alltag zu bestreiten. Gegenüber dem ersten Corona-Krisenjahr 2020 ist der Anteil der Beschäftigten, die gerade noch bzw. nicht mit ihrem Einkommen auskommen, um 3 Prozentpunkte gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil jener, die „sehr gut davon leben können“ leicht auf 13 Prozent gesunken. In der Befragung zeigt sich, dass es Teilzeitbeschäftigte besonders schwer haben. Hier sind es 64 Prozent, die mit ihrem Einkommen nur schlecht oder gar nicht auskommen. Unter Hilfsarbeiterinnen und -arbeitern sind es 65 Prozent, und unter Arbeitslosen 75 Prozent.

AUS FÜR KALTE PROGRESSION IST GEBOT DER STUNDE

„Der Arbeitsklima Index zeigt deutlich, dass die Ungerechtigkeit in Sachen Einkommen schon lange besteht. Die aktuelle Teuerungswelle hat sie nur wie durch ein Brennglas verschärft“, weiß AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Aus seiner Sicht ist das Aus der kalten Progression längst überfällig. „Die besten Kollektivvertragsabschlüsse der Gewerkschaften nützen wenig, wenn der Staat Hauptprofiteur ist und sich über jährlich steigende zusätzliche Einnahmen im Budget freut. Während die Menschen unter der hohen Inflation stöhnen, freut sich Finanzminister Brunner über Mehreinnahmen aufgrund guter Kollektivvertragsabschlüsse. Das ist nicht Sinn der Sache“, so Eder. „Statt Steuerzuckerl im Nachhinein, die sich die Beschäftigte längst selbst bezahlt haben“, gehört dieser Lohnraub durch die Hintertür endlich abgeschafft.“

Zudem spricht sich der AK-Präsident dafür aus, die Verwerfungen am Energiemarkt entschieden zu bekämpfen, da diese der Auslöser für die aktuelle Rekordteuerung sind. „Die enormen Gewinne der globalen Energiekonzerne müssen mithilfe von Steuern abgeschöpft und an die Menschen umverteilt werden. Außerdem braucht es Preisobergrenzen bei Strom, Gas & Co“, erklärt Eder.

ZEIT- UND ARBEITSDRUCK SIND STARK GESTIEGEN

Salzburgs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden aber nicht darunter, dass ihre Einkommen nicht zum Leben reichen. Eine wesentliche Erkenntnis das Arbeitsklima Index ist, dass sich die Arbeitsintensität weiter verschärft. Gegenüber 2019 ist der Anteil der unter Zeitdruck stark belasteten Beschäftigten um 60 Prozent gestiegen. In demselben Ausmaß hat der Anteil der unter Arbeitsdruck stark Belasteten zugenommen. Ausschlaggebend dafür: Der Arbeitsalltag der Salzburger Beschäftigten ist von einer hohen Reizintensität geprägt: Rund zwei Drittel gaben an, ihre Arbeitstätigkeit erfordere ständig eine Vielzahl von Informationen und Eindrücken zu verarbeiten. Allgemein prägen Hektik und fehlende Ruhe den Arbeitsalltag vieler Salzburger Beschäftigter. So kann sich mehr als ein Drittel (36 Prozent) aufgrund ständiger Unterbrechungen ihrer Arbeit nicht in Ruhe widmen. Bei den jungen Beschäftigten sind gar 4 von 10 davon stark betroffen.

EIN DRITTEL BEFÜRCHTET NICHT BIS ZUR PENSION ARBEITEN ZU KÖNNEN

Dieser hohe Zeit- und Arbeitsdruck wirken sich dementsprechend negativ auf die Zukunftsperspektiven aus. Rund jede(r) dritte Salzburger Beschäftigte hält es für eher oder sehr unwahrscheinlich bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten zu können. Um bis zur Pension im Erwerbsleben zu bleiben, braucht es aus Sicht der Salzburger Beschäftigten kürzere Arbeitszeiten, eine Verringerung der Stressfaktoren sowie mehr Flexibilität in puncto Arbeitszeit.

ARBEITNEHMERSCHUTZ AUSBAUEN

Zudem fordert AK-Präsident Peter Eder Verbesserungen in Sachen Arbeitnehmerschutz ein:

  • Arbeitnehmerschutz stärken: Es braucht höhere Strafen, wenn Gesetze überschritten oder missachtet werden.
  • Arbeitsinspektorat ausbauen: Das Arbeitsinspektorat kann nur mit ausreichend Personal Verstöße feststellen und sanktionieren. 

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