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Arbeitsklima Index der AK: Bildung ist Turbo für Einkommen und Zufriedenheit

Die Arbeiterkammer wertete ihren Arbeitsklima Index im Licht des bevorstehenden Schulbeginns auf das Thema Bildung hin aus. Dabei zeigte sich einmal mehr: Bildung beeinflusst Einkommen, Zufriedenheit und gesellschaftliche Stellung mehr als jeder andere Faktor: „Es braucht daher noch mehr Initiativen und mehr Möglichkeiten für Weiterbildung inner- und außerhalb der Arbeit“, fordert AK-Präsident Siegfried Pichler.

Der Schulbeginn steht für viele junge Salzburgerinnen und Salzburger vor der Tür –am BFI und anderen Institutionen beginnt im September der Herbst mit vielen Angeboten. Nach dem Sommer geht es also wieder stärker um Wissen und die Weiterentwicklung der eigenen Fertigkeiten. Grund genug für die Experten der AK, eine Sonderauswertung des Arbeitsklima Index mit dem Schwerpunkt Bildung vorzunehmen.

Dabei zeigt sich für 2014 wie auch in den Jahren davor: Bildung und die Zufriedenheit bei der Arbeit sind eng verbunden. Je höher der eigene Bildungsabschluss, desto wohler fühlt man sich in der Regel bei der Arbeit.

Besonders die dramatischen Unterschiede zwischen Menschen mit der Pflichtschule als höchstem Abschluss und Hochschulabsolventinnen geben zu denken: Neunzehn Punkte liegen auf der Arbeitszufriedenheits-Skala dazwischen. Das kommt vor allem durch die eklatant schlechtere Einschätzung der eigenen Karriere, also der Aufstiegs-,  Entwicklungs-, und Weiterbildungsmöglichkeiten durch Beschäftigte mit Pflichtschule.  Auch deutliche Unterschiede beim Bereich „Optimismus für die Gesellschaft“ und dem eigenen Status in dieser spielen eine große Rolle.

Tab.1.: Bildungsabschluss © AK Salzburg, AK Salzburg

Im Gegensatz zu früheren Erhebungen zeigt sich im aktuellen Arbeitsklima Index besonders der Mehrwert einer Pflichtschule mit Lehre gegenüber reinen Pflichtschul-Absolventen. Er macht acht Punkte aus“, sagt Tobias Hinterseer, der den Arbeitsklima Index für die Arbeiterkammer Salzburg auswertet. Diese bildungsbezogene Zufriedenheitskluft schlägt sich auch auf die berufliche Position nieder: Hilfsarbeiter haben den höchsten Pflichtschul-Anteil und sind am unzufriedensten. Beschäftigte in Bereichen mit einem hohen Matura- und Hochschulanteil – ein Beispiel ist der öffentliche Dienst - sind weitaus zufriedener.

Bildung ist wesentlicher Faktor für Lebenszufriedenheit an sich

Es wundert also nicht, dass die Bildung einen starken Einfluss speziell auf die Arbeitszufriedenheit hat. Rund 40 Prozent der Beschäftigten mit Matura oder Hochschulabschluss vergeben die Noten Eins und Zwei auf der fünfstufigen Skala von „sehr“ bis „gar nicht zufrieden.“ Aber nicht mal zehn Prozent der Pflichtschul-Absolventen. Nur neun Prozent davon würden wieder diese Stelle wählen. Bei Pflichtschul-Absolventen mit Lehre sind es schon 20 Prozent – mit Matura oder Hochschule sogar 30 Prozent. „Je niedriger der Bildungsabschluss desto schlechter die Einschätzung der eigenen Entwicklungs- und Karrierechancen. Das wirkt sich auch auf die Lebenszufriedenheit aus: Nur 27 Prozent mit maximal Pflichtschule sind mit ihrem Leben sehr zufrieden oder zufrieden. Mit Matura oder Hochschule sind es 70 Prozent“, sagt Tobias Hinterseer.

Tab. 2.: Zufriedenheit © AK Salzburg, AK Salzburg

Wenig schulische Kenntnisse bedeuten oft Gefahr von Armut


Im Endeffekt stellen Bildung, Zufriedenheit und Einkommen ein Dreieck dar: Denn auch das Gehalt wird durch die Bildung geprägt: 70 Prozent mit Hochschulabschluss oder Matura sind damit zufrieden. Aber nur 17 Prozent jener mit maximal Pflichtschul-Abschluss. Je geringer die Schulbildung, desto größer auch die Angst, dass das Einkommen die Bedürfnisse nicht decken kann. Wenig Bildung bedeutet oft Armutsgefährdung, so der Umkehrschluss.

AK fordert noch mehr und fairere Weiterbildungschancen

Auch bei der Frage nach der Zufriedenheit mit den Weiterbildungsmaßnahmen zeigt sich, dass nur 40 Prozent der Beschäftigten mit den Weiterbildungsmöglichkeiten sehr oder eher zufrieden sind. Gerade die Gruppen mit niedrigem Bildungsabschluss sehen hier kaum bis gar keine Veränderungspotentiale in der Zukunft – es wäre also gut, hier noch mehr entsprechende Angebote zu schaffen.

„Die Erfahrung zeigt, dass Angestellte, denen die Möglichkeit geboten wird, sich weiterzubilden rundum zufriedener sind. Und natürlich sind ihre Karrierechancen auch besser. Es braucht daher einen Rechtsanspruch auf Bildungskarenz gegenüber dem Arbeitgeber und in Zeiten der Arbeitslosigkeit. Auch die Unternehmen sind gefragt, mehr Verantwortung für die Weiterbildung der Beschäftigten zu übernehmen. Es geht sowohl um die Anerkennung von informell – also am Arbeitsplatz erworbenen – Kenntnissen wie auch um Kompetenzen aus Lehrgängen und anderen Weiterbildungen“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Priorität hat für die AK daher aktuell das Fortsetzen des für 2016 und 2017 leider ausgesetzten Fachkräftestipendiums: Das Modell hilft Arbeitnehmern mit einigen Jahren Berufserfahrung, sich weiterzuentwickeln.

„Lebensbegleitendes Lernen ist unumgänglich. Dazu muss es aber auch mit Blick auf soziale und finanzielle Schranken genügend faire Angebote geben. Es geht um das Ermöglichen von Bildung für jede und jeden – unabhängig vom Alter, aber trotzdem altersgemäß. Wichtige Meilensteine wie das kostenfreie Nachholen des Hauptschulabschlusses wurden bereits gesetzt. Der nächste Schritt muss die kostenlose Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung und auf die Berufsreifeprüfung sein“, so Siegfried Pichler. „Auch ein Rechtsanspruch für berufliche Weiterbildung in der Arbeitszeit und arbeitsplatznahe Qualifizierung von mindestens 35 Stunden pro Jahr bei Entgeltfortzahlung würde vor allem weniger qualifizierten Arbeitnehmern helfen“, ist der AK-Präsident überzeugt: „Das wäre auch ein regelrechter Turbo für die Arbeitszufriedenheit!“. 


Kurzinformation zum Arbeitsklima Index

Seit zehn Jahren wird in Salzburg der Arbeitsklima Index erhoben. Im aktuellen Bericht für das Jahr 2014 setzt sich der leichte Aufwärtstrend nach dem historischen Tiefststand des Jahres 2012 fort. Dennoch: Geschwächt durch die Krisenjahre bleibt der AKI auf einem niedrigen Niveau. Der Abstand zum besten Erhebungsjahr liegt bei 14 Indexpunkten. 



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