1.7.2016
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Beschäftigte klagen über den Führungsstil ihrer Chefs

Im Rahmen des Arbeitsklima Index werden Salzburgs Arbeitnehmer zum Führungsstil ihrer Vorgesetzten befragt. Die aktuelle Auswertung zeigt ein ernüchterndes Bild. Nicht einmal die Hälfte der Befragten zeigt sich mit der Führungskompetenz ihrer Chefs zufrieden. Das bisher schlechteste Ergebnis. „Die Zufriedenheit mit dem Führungsstil nimmt in der Beurteilung von Arbeits- und Lebenszufriedenheit eine Schlüsselfunktion ein. Das schlechte Ergebnis ruft Salzburgs Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in die Pflicht, verstärkt auf die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten und die Auswahl und Weiterbildung ihrer Führungskräfte zu achten“, so AK-Präsident Siegfried Pichler.

Seit 1997 wird mit dem Arbeitsklima Index die Arbeitszufriedenheit gemessen. Der AKI ist ein gemeinsames Produkt der AK Oberösterreich mit den Sozialforschungsinstituten IFES und SORA. Im Jahr 2004 hat sich auch die Arbeiterkammer Salzburg dem Projekt angeschlossen und untersucht jedes Jahr, wo Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Schuh drückt.

Wie der Arbeitsklima Index 2015 zeigt, drückt dieser gleich an verschiedenen Stellen. Noch nie waren Salzburgs Arbeitnehmer so unzufrieden in ihrem Job. Auch der wirtschaftlichen Zukunft Österreichs wird kritisch entgegengeblickt. Ein Grund für die schlechte Stimmung in den Betrieben ist die mangelnde Führungskompetenz mancher Chefs, das zeigt die aktuelle AKI-Detailauswertung.

Nur jeder Sechste mit Führungsstil sehr zufrieden

Seit dem Vorkrisenjahr 2007 befindet sich der Arbeitsklima Sub-Index „Führungsstil“ im Sinkflug. Innerhalb von acht Jahren nahm die Zufriedenheit mit dem Führungsstil drastisch ab und befindet sich nun auf einem historischen Tiefstand. „Nicht einmal mehr die Hälfte der Beschäftigten ist mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten sehr zufrieden oder zufrieden. Vor zwei Jahren waren es immerhin noch über 60 Prozent“, so AKI-Experte Tobias Hinterseer. Die steigende Unzufriedenheit wird besonders im Zehnjahresvergleich ersichtlich. War 2005 noch jeder zweite Arbeitnehmer mit dem herrschenden Führungsstil sehr zufrieden, ist es heute nur noch jeder Sechste.

Grafik Zufriedenheit Führungsstil © AK Salzburg

Die Freude im Beruf schrumpft

Der Arbeitsklima Sub-Index „Führungsstil“ stellt eine wichtige Variable bei der Bewertung und Analyse der Arbeitszufriedenheit dar: Sie hängt stark von Zufriedenheitsaspekten wie Mitbestimmungsmöglichkeiten, Arbeitszeitgestaltung, sowie Work-Life-Balance zusammen. „Umso besser die Führungskompetenz der leitenden Mitarbeiter ist, desto positiver werden diese für die Arbeit wichtigen Aspekte bewertet“, weiß Tobias Hinterseer.

Über zwei Drittel der Arbeitnehmer, die den Führungsstil ihres Vorgesetzten negativ bewerten, geben an, nur zufrieden bzw. wenig zufrieden mit ihrer beruflichen Tätigkeit zu sein. Mit dem Führungsstil zufriedene Mitarbeiter zeigen ein konträres Bild. Acht von zehn Befragten sind im Beruf sehr bzw. überaus zufrieden. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie stark die Stimmung der Mitarbeiter vom Führungsstil ihrer Vorgesetzten abhängt“, so Tobias Hinterseer.

Grafik Zufriedenheit mit beruflicher Tätigkeit © AK Salzburg

Guter Führungsstil sorgt für Lebensfreude

Salzburgs Beschäftigte werden im Rahmen des AKI gebeten, ihre Lebenszufriedenheit einzuschätzen. Diejenigen, die am Führungsstil ihrer Vorgesetzten nichts auszusetzen haben, bewerten die eigene Lebenszufriedenheit positiver – 83 Prozent geben an mit ihrem Leben sehr zufrieden bzw. zufrieden zu sein. Mit dem Führungsstil weniger oder nicht zufriedene Arbeitnehmer sind nicht nur im Beruf sondern auch allgemein unzufriedener – sie nehmen den emotionalen Druck schlechter Führung mit ins Privat- und Familienleben. Zwei Drittel sind mit ihrem Leben lediglich zufrieden oder sogar nur wenig zufrieden. „Umso zufriedener Arbeitnehmer mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten sind, desto positiver wird die Frage nach der Lebenszufriedenheit beantwortet“, so Hinterseer.

Grafik Zufriedenheit mit dem Leben © AK Salzburg

 

Siegfried Pichler: „Unternehmen müssen verantwortungsvoll handeln!“

„Die Ergebnisse des Arbeitsklima Index zeigen einmal mehr, wie wichtig der Führungsstil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Nicht nur für das berufliche sondern auch für das private Leben. Das schlechte Ergebnis ruft Salzburgs Unternehmen in die Pflicht, für gute Arbeit durch gute Führung zu sorgen. Besonders wichtig sind fachliche Weiterbildung und richtige Auswahl von Führungskräften. Es gehören also die richtigen Qualitätskriterien gesetzt. Von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird jeden Tag ungebremste Aufopferungsbereitschaft und größter Einsatz gefordert. Dann ist es wohl das Mindeste, dass Salzburgs Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auch ihre Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern wahrnehmen. Die Gestaltung des Führungsstils ist Chefsache!“, betont der AK-Präsident.


AKI: Stimmung so schlecht wie noch nie

Entgegen dem Aufwärtstrend der letzten beiden Jahre kam es 2015 zu einer massiven Verschlechterung des Arbeitsklimas.

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