Hilfe im "Netz ohne Gesetz"

Die Experten der Arbeiterkammer kämpfen auch im Internet für Recht und Gerechtigkeit. Und das seit mehr als zehn Jahren. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst, damit Sie Internetschurken nicht auf den Leim gehen. Denn auch im Web gilt: der Hausverstand ist ein guter Ratgeber – und: Ein kritischer Zugang hilft!

Konsumenten oft zu unvorsichtig

Die Zahl der Hilfesuchenden explodiert, das Problembewusstsein bleibt praktisch gleich: Viele Konsumenten glauben immer noch, das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Das bewirkt bei vielen Konsumenten eher einen spielerischen und unverbindlichen Zugang. Man registriert sich leichtfertig, „man schaut sich ja nur etwas an“ und übersieht, dass man mitunter sehr schnell einen rechtsverbindlichen Vertrag mit allen dazugehörigen Verpflichtungen abschließt.

Konsumenten tappen in Fallen

Die Probleme sind explodiert, das Problembewusstsein bleibt praktisch gleich. Bei vielen Konsumenten herrscht nach wie vor das Gefühl, das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass man das Internet in relativ ungezwungener Atmosphäre nutzt, zu Hause, in den Hauspatschen, vielleicht ein Glaserl Wein neben sich. Das bewirkt bei vielen Konsumenten eher einen spielerischen unverbindlichen Zugang. Man registriert sich leichtfertig, „man schaut sich ja nur etwas an“ und übersieht, dass man mitunter sehr schnell einen rechtsverbindlichen Vertrag mit allen dazugehörigen Verpflichtungen abschließt.

„Auch bei Vorträgen in Schulen stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, dass die kids zwar von der technischen Anwenderseite her alles können, aber meist überhaupt kein Bewusstsein über mögliche Konsequenzen vorhanden ist.“, sagt AK-Experte Heimo Typplt und fordert daher: „Im Rahmen des EDV Unterrichts sollen nicht nur technische Dinge vermittelt werden, die Schüler sollen auch über mögliche Auswirkungen von verschiedenen Handlungen im Netz informiert werden“.

Achtung beim Online-Shopping

Online-Einkäufe boomen. Statt aufwändiger Einkaufstouren, Gerangel um freie Parkplätze oder Warteschlangen an den Kassen, holt man sich das Kaufhaus sozusagen ins Wohnzimmer. 41 Prozent der 16- bis 74-Jährigen kauften im letzten Jahr im Internet. Darauf sollte man achten: Lieferzeit, Nebenkosten, Bestellung speichern oder ausdrucken.

Seriöse Shops ...

…geben Firmenname, Adresse, Telefonnummer und E-Mail an, die Bestellung wird via E-Mail bestätigt wird, die AGB sind leicht zu finden, es gibt eine Belehrung über Rücktrittsrecht, Preis samt Zusatzkosten scheint auf, Europäisches E-Commerce-Gütezeichen vorhanden.

Mega-Problem: Abzocker im Internet

Am meisten Sorgen bereiten die Internetabzocker. Dabei werden verschiedenste Dienstleistungen (etwa Gedichte, Liedtexte, Hausaufgaben, etc.) zumeist „gratis“ oder „kostenlos“ angeboten. Man registriert sich und erhält dann wie aus heiterem Himmel eine Zahlungsaufforderung, weil man angeblich einen Abovertrag über ein Jahr abgeschlossen habe.

Beim Geldeintreiben nicht zimperlich

Es wird mit Pfändung und Eintragung in die Schuldnerdatei gedroht, was natürlich rechtlich nicht zulässig ist, so die AK-Konsumentenschützer. Aber Vorsicht: Sogar Konsumenten, die bezahlt haben, erhalten weiterhin Zahlungsaufforderungen. Es ist auch für die AK sehr schwierig dagegen vorzugehen. Die Betreiber sitzen im Ausland, oft ist es kaum möglich, eine ladungsfähige Adresse zu eruieren.

Die Tricks der Provider

Ein Dauerbrenner im Zusammenhang mit den Providerverträgen sind Transferüberschreitungen. Der Grund liegt darin, dass Konsumenten aus Kostengründen ein geringes Volumspaket erwerben, dieses von der Nutzung her aber überschreiten – das wird dann teuer.

Die Provider haben mittlerweile großteils eine AK-Forderung umgesetzt: Ab einer bestimmten Volumsüberschreitung wird eine Sperre aktiviert. Leider ist diese Sperre noch sehr hoch angesetzt, sodass immer noch Rechnungen über einige hundert Euro möglich sind.

AK-Tipps: Risiken minimieren

  • Immer noch wird in den überwiegenden Fällen Vorauskassa verlangt, der Konsument muss bezahlen und dann wird die Ware geliefert. Das heißt aber auch, dass der Konsument allein das Risiko trägt, ob überhaupt geliefert wird oder ob genau die bestellte Ware – unbeschädigt -geliefert wird
  • Konsumenten achten oft zu wenig auf Zusatzkosten (Verpackung, Versand)
  • Konsumenten achten zu wenig auf Lieferfristen, was bei Termingeschäften (Hochzeit, Weihnachten) zum Problem werden kann
  • Verstärkt sichten Profis (RA Kanzleien) das Netz auf allfällige Urheberrechtsverstöße hin, das heißt, die Gefahr, dass unangenehme Konsequenzen drohen, ist relativ groß
  • Im Streitfall muss man oft nach dem Recht eines fremden Staates vor dem Gericht eines fremden Staates sein Recht erkämpfen, der Aufwand und das Risiko sind enorm

Soziale Netzwerke sicher nutzen

  • Veröffentlichen Sie so wenige Daten wie möglich und machen Sie sich mögliche Risiken vor der Veröffentlichung bewusst.

  • Nutzen Sie Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre. Wer darf was einsehen und ist es Suchmaschinen erlaubt, auf mein Profil zu greifen.

  • Trennen Sie Berufliches und Privates.

  • Verwenden Sie sichere Passwörter, damit nicht Unbefugte plötzlich in Ihrem Namen auftreten.

  • Löschen Sie Ihr Profil, sobald Sie Ihren Auftritt in einem sozialen Netzwerk nicht mehr pflegen möchten.

  • Akzeptieren Sie nur bekannte Personen als „Freunde“.

  • Veröffentlichen Sie keine Bilder, auf denen Sie oder Dritte nachteilig dargestellt sind.

  • Veröffentlichen Sie Musik, Videos und Fotos nur, wenn Sie die Zustimmung der Urheber haben.

  • Verwenden Sie Virenschutzprogramme und aktualisieren Sie diese regelmäßig.

fälle aus der praxis

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