14.6.2018
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Telefonieren und Surfen im EU-Urlaub

Auf und davon – endlich Urlaub! Achtung, wer vom EU-Urlaubsort aus telefonieren und surfen möchte, muss bei der Tarifwahl zunehmend aufpassen. Denn immer mehr Anbieter schränken ihre Roamingdienste ein oder bieten sie bei einzelnen aktuellen Tarifen gar nicht mehr an – das gilt vor allem für Wertkarten. Das zeigt eine AK Auswertung von 194 Mobilfunktarifen von 25 Anbietern.    

„Roam like at Home“ oder „Don't Roam?“

Seit 15. Juni 2017 gilt für Handytarife: Im EU-Urlaubsland ist nicht mehr zu zahlen als zu Hause – „Roam like at home“. Eine AK Auswertung zeigt: Bei rund 15 Prozent – das sind 29 von 194 der aktuell angebotenen Tarife – gibt es Einschränkungen in Bezug aufs Roaming. Bei 165 Tarifangeboten ist Roaming uneingeschränkt möglich. Bei zwölf Tarifen kann man gar nicht mehr bei Auslandsurlauben telefonieren, SMS verschicken oder surfen. Bei 17 Tarifen ist „nur“ die Nutzung von Datenroaming nicht möglich.  

Die Ergebnisse im Detail

  • „Abstriche“ beim Datenroaming: Anfang 2017 gab es gerade einen nicht-roamingfähigen Tarif, im Juni 2017 waren acht Wertkartentarife (der Anbieter T-Mobile, tele.ring und S-Budget) am Markt, bei denen Datenroaming ausgeschlossen war. Heuer gibt es bereits 29 verschiedene Tarife, bei denen KonsumentInnen keinen oder nur einen eingeschränkten Vorteil aus „Roam like at home“ ziehen, weil Roamingdienste in ihrem Tarif gar nicht oder nur teilweise inkludiert sind. Sie können auch nicht als Zusatzoption dazugekauft werden. 

  • Meist Wertkarten ohne Roaming: 22 von insgesamt 60 untersuchten Wertkarten schränken Roaming ein. Oder anders gesagt: 22 der 29 Tarife mit Roamingbeschränkungen sind Wertkarten. Aber auch bei sieben Vertragstarifen gibt es keine Möglichkeit mehr, Roaming uneingeschränkt zu nutzen. 

  • Funkstille im Ausland: Etliche Anbieter haben sich zumindest in Bezug auf einige ihrer Tarife zu einem Ende fürs Roaming entschlossen: A1, T-Mobile, Drei, bob, yess, tele.ring, S-Budget, Ge org!, wowww!, eety, yooopi!. Bei manchen Anbietern unterliegen alle Wertkarten-Tarife Roamingbeschränkungen: S-Budget, tele.ring und T-Mobile. Sie informieren darüber auf der Homepage und im Datenblatt.

Seit die Roamingkosten gefallen sind, wird mehr telefoniert und gesurft: Laut Telekomregulierungsbehörde RTR stieg die Datennutzung nach dem Auslaufen zusätzlicher Roamingkosten um 388 Prozent (3. Quartal 2016 zu 3. Quartal 2017). Es wurde auch mehr im EU–Ausland telefoniert – die Roamingminuten stiegen von 88 auf knapp 140 Millionen Minuten an (ein Plus von 58 Prozent). 

Achtung, Kostenfallen!

Ein Foto vom Strand, ein Anruf, eine SMS, ein Restauranttipp gegoogelt … Immer mehr Handy-Anbieter schränken Roaming ein oder schließen es sogar aus. Das zeigt eine aktuelle AK Auswertung bei 25 Anbietern. Die AK gibt Tipps, worauf UrlauberInnen beim Telefonieren und Surfen im EU-Urlaubsland aufpassen sollen. 

TIPP

Das sollten UrlauberInnen beim Telefonieren, Surfen und SMS verschicken beachten:

 

  • Stopp Roaming: Handy-Anbieter dürfen Roamingdienste teilweise oder auch ganz ausschließen. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise, ob Ihr Vertrag Roamingdienste enthält.
     
  • Infos und Sperre bei Kostenobergrenze: Die Betreiber müssen bei der Einreise automatisch über die Roaming-Preise informieren, etwa per SMS. Außerdem muss Ihnen eine Kostenbegrenzungsfunktion für die Datennutzung angeboten werden: Sobald 80 Prozent des vereinbarten Höchstbetrages ausgeschöpft sind, hat der Betreiber eine Info ans Handy zu senden. Ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung darf die Kostenobergrenze von monatlich rund 60 Euro nicht überschritten werden.
     
  • Pauschalpakete gelten auch im Urlaub: In den meisten Tarifen sind in einem Pauschalpaket schon eine bestimmte Menge an Minuten-, SMS- oder Dateneinheiten enthalten. Auch bei Tarifen mit solchen inkludierten Einheiten muss die Nutzung in der EU zu denselben Bedingungen möglich sein muss wie daheim. Das bedeutet: Beim Roaming werden verbrauchte Einheiten für Anrufe, SMS oder Surfen von dem Pauschale abgezogen.
     
  • Limit erreicht: Die im Ausland verfügbaren Pauschaleinheiten sind grundsätzlich dieselben wie im Inland. Bei manchen Datentarifen gibt es Ausnahmen: Ihr Anbieter muss Ihnen das für Ihren Tarif geltende Datenlimit bei Grenzübertritt und bei den sonstigen Tarifinformationen mitteilen (Auskünfte an einer kostenlosen Hotline, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf der Webseite und in der „Kundenzone“). Im Zweifel fragen Sie vorsorglich bei Ihrem Mobilfunkanbieter nach, ob und wenn ja, welche Limits bei Ihrem Tarif gelten.
     
  • Fair Use: „Roam like at home“ gilt nur für vorübergehende Auslandsreisen, nicht für Daueraufenthalte. Die Nutzung der Mobilfunkdienste außerhalb Österreichs sollte die Nutzung im Inland nicht übersteigen. Bei Überschreiten der „fair-use“-Grenze dürfen Ihnen Aufschläge verrechnet werden.
     
  • Vorsicht: Die EU-Roamingregelung gilt nicht auf Schiffen und in Flugzeugen.


AK-Experte Christian Obermoser in Salzburg Heute zum Ende der Roaminggebühren

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