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Nicht ohne meine Plastikkarte im Urlaub, aber auch nicht immer ohne Spesen!

Beim Bezahlen und Abheben mit der Plastikkarte können im Urlaub Spesen lauern. Ein aktueller AK Test zeigt: In Nicht-Euro-Ländern werden immer Spesen verrechnet – bei der Bankomatkarte sind sie heuer erstmals je nach Bank unterschiedlich hoch. In Euro-Ländern ist zahlen spesenfrei, abheben nicht immer. Achtung: Bei Plastikkarten können zudem – je nach Kontomodell – Buchungszeilenkosten anfallen. Die AK hat die Preise von vier Kreditkartenunternehmen getestet: American Express, Card Complete, Diners Club und SIX PayLife. Kreditkarten gibt es ohne Versicherungsschutz ab einer Jahresgebühr von 19,20 Euro, mit Zusatzleistungen ab 57,60 Euro jährlich.

Kreditkarte im Euro-Raum

„Zahlen mit der Kreditkarte im Euro-Raum ist spesenfrei“, sagen die AK KonsumentenschützerInnen. „Abheben hingegen ist in Euro-Ländern, also auch in Österreich, sehr teuer – drei bis 3,3 Prozent vom abgehobenen Betrag, mindestens aber 2,50 bis vier Euro.“

Kreditkarte in Nicht-Euro-Ländern

In Nicht-Euro-Ländern sind beim Einkaufen zwischen 1,5 und zwei Prozent von der Einkaufssumme zu zahlen. Beim Abheben mit der Kreditkarte kommt im Nicht-Euro-Raum zu den drei bis 3,3 Prozent (mindestens 2,50 bis vier Euro) noch eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent dazu. Zur Vorsicht rät die AK bei Teilzahlung: „Card Complete und Diners Club bieten Ratenzahlung an, die Zinsen sind aber sehr hoch – bis zu 14 Prozent.“

Bankomatkarte in Euro-Ländern

Wer die Bankomatkarte im Urlaub zückt, hat beim Zahlen und Abheben in Euro-Ländern gewöhnlich keine Spesen. „Vorsicht, in Deutschland können sehr wohl Spesen beim Abheben verrechnet werden. Und zwar dann, wenn die Automaten von sogenannten Abwicklungsgesellschaften betrieben werden“. „Achten Sie darauf, die Information über die Spesen steht am Display des Bankomaten.“ Die AK ist jedoch der Ansicht, dass die KonsumentInnen die Gebühr nicht zahlen müssten. Der Grund: Grenzüberschreitende Zahlungen dürfen laut einer EU-Verordnung nicht mehr kosten als im Inland. Selbst die Hausbank darf KonsumentInnen die Gebühr nicht weiterverrechnen, wenn das nicht vertraglich vereinbart wurde. Die AK hat zwei Klagen laufen, um diese Fragen zu klären. 

Bankomatkarte in Nicht-Euro-Ländern

Die Spesen bei Bankomatkarten in Nicht-Euro-Ländern haben sich heuer verändert. Sie waren jahrelang einheitlich, nun sind sie je nach Bank unterschiedlich hoch. Wer mit der Bankomatkarte im Nicht-Euro-Raum bezahlt, muss mit Spesen bis zu 1,50 Euro plus ein Prozent vom Betrag rechnen. Konkret: Wer 100 Euro bezahlt, bei dem fallen Spesen von ein bis 2,50 Euro an. Wer Geld abhebt, muss mit Spesen von bis zu 2,31 Euro plus 0,95 Prozent vom Betrag kalkulieren. Konkret: Wer 100 Euro abhebt, zahlt zwei bis 3,26 Euro an Spesen.

Bank  Bezahlen mit Karte außerhalb des Euro-Raumes Behebung mit Karte außerhalb des Euro-Raumes
Bank Austria  1,15 Euro + 0,75 % vom Betrag  1,90 Euro + 0,75 % vom Betrag 
BAWAG 1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag  1,82 Euro + 0,75 % vom Betrag 
easybank 1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag  1,82 Euro + 0,75 % vom Betrag 
Erste Bank 1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag  2,31 Euro + 0,95 % vom Betrag 
HYPO NÖ  1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag  1,82 Euro + 0,75 % vom Betrag 
ING DiBa  1 Euro  2 Euro   
Oberbank 1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag 1,82 Euro + 0,75 % vom Betrag 
RLB NÖ Wien  1,50 Euro + 1 % vom Betrag  2 Euro + 1 % vom Betrag 
Volksbank Wien  1,09 Euro + 0,75 % vom Betrag  1,82 Euro + 0,75 % vom Betrag 

Quelle: Angaben der Banken, Erhebung April/Mai 2017, Reihung alphabetisch

Wie Sie Plastikgeld am besten nutzen ...

TIPP
  • Leistungen prüfen: Checken Sie bei Ihrer Kreditkarte, welche Leistungen enthalten sind.

  • Teure Kreditkarte: Bargeld mit der Kreditkarte beheben ist teuer.

  • Abrechnungen checken: Kontrollieren Sie Ihre Monatsabrechnungen. Bei strittigen Umsätzen informieren Sie sofort die Kreditkartenfirma. Erheben Sie gegebenenfalls schriftlichen Einspruch.

  • Spesen nachfragen: Erkundigen Sie sich bei Kreditkartenfirmen, welche Spesen bei Umsätzen in Fremdwährungen anfallen können.

  • Kursschwankungen beachten: In Nicht-Euro-Ländern kann es zu Kursschwankungen kommen. Der Wechselkurs kann am Zahltag ein anderer sein, als am späteren Abbuchungstag.

  • Sperrgebühr zurückfordern: Karte verloren oder gestohlen? Wenn Ihnen (seit 1. November 2009) eine Sperrgebühr von Ihrer Bank verrechnet wurde, dann fordern Sie die Gebühr zurück. Sperrgebühren dürfen nicht verlangt werden – das verbietet das Zahlungsdienste-Gesetz, was der OGH in einem Fall ganz allgemein bestätigt hat. Es liegt noch ein Urteil des OGH gegen die BAWAG PSK vor, wonach auch ein Sperrentgelt für die Maestro- und Kreditkarte unzulässig ist. Das gilt für alle Banken und Kartenunternehmen. Zudem läuft noch ein anderes Gerichtsverfahren der AK gegen Card Complete, bei dem es unter anderem um die Sperrgebühr geht. Auch hier gibt es ein nicht rechtskräftiges Urteil erster Instanz im zweiten Rechtsweg. Es besagt ebenfalls, dass ein Sperrentgelt unzulässig ist. Eine Entscheidung des OGH steht noch aus.

  • Nachteilige Währungsumrechnung: Bankomatbetreiber können außerhalb des Euro-Raumes eine dynamische Währungsumrechnung anbieten (DCC, Dynamic Currency Conversion) – für Bankomat- und Kreditkarten. Das bedeutet: Sie erhalten Geld in der Landeswährung, es wird aber sofort in Euro umgerechnet. Achtung, der Wechselkurs ist meistens ungünstig. Es empfiehlt sich, das Angebot nicht zu nutzen.

  • Klick auf AK Zahlungskarten-Spesenrechner: Unter www.ak-bankenrechner.at finden Sie, mit welcher Karte wo welche Spesen anfallen.

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