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Müslitest: Viel Fett & Zucker

Gesund und gut für die Linie: So bewerben Lebensmittelhersteller gerne Frühstücksflocken und Müslis. Doch ein AK-Test zeigt: In vielen von ihnen steckt mehr Zucker und Fett als gedacht. So haben ganze 85 Prozent der beurteilten Produkte einen Zuckergehalt von über 12,5 Prozent, die Hälfte von ihnen sogar über 25 Prozent. Hier empfiehlt sich ein sparsamer bis sehr sparsamer Verzehr. Beim Fettgehalt liegen die Produkte im Mittelfeld, auch wenn der Fettgehalt bisweilen höher ist, als man erwarten würde: Bei einem Produkt lag er bei 20 Prozent.

Ein besonderes Ärgernis aus Sicht der AK: „Gerade Frühstücksflocken richten sich an Kinder als Zielgruppe – und genau diese Produkte haben Zuckeranteile von über 15 bis fast 40 Prozent. Das ist nicht hinnehmbar. Die Hersteller sollten bei diesen Produkten gleich gar nicht so viel Zucker zusetzen“, fordert AK Experte Heinz Schöffl.

Missverständliche Kennzeichnung

Kritik üben die AK ExpertInnen auch an der derzeitigen Kennzeichnung der Produkte durch die Lebensmittelwirtschaft, wie sie bei manchen Produkten zu finden ist. Diese ist insbesondere beim Zucker missverständlich, und zwar vor allem bei Produkten, die sich an die Zielgruppe Kinder richten. Der Grund ist die ihr zugrunde liegende Berechnungsmethode, die irreführend niedrige Werte ergibt. Die Nährstoffeangaben sollten auf der Verpackung so klar und eindeutig sein, dass für die Konsumentinnen und Konsumenten mit einem Blick erkennbar ist wieviel Zucker, Fett, Salz und Kalorien tatsächlich in einer Packung drinnen sind.

Für den AK Test wurden im August 2011 insgesamt 43 beliebte Frühstücksprodukte bei Billa, Eurospar, Zielpunkt, Hofer und Penny eingekauft, darunter 15 Müsli und 27 Frühstücksflocken-Produkte. Ausgewertet wurde die Kennzeichnung der Nährwerte und der Zutaten, als Basis diente die AK Nährwertampel. Bei vier von fünf Frühstücksflocken-Produkten steht die AK Nährwertampel auf Rot. Bei fast allen Müslis leuchtet die Ampel gelb. Der Grund für den Unterschied: Bei den Müslis stammt der Zucker Großteils aus den beigemischten Früchten.

Vorsicht bei der Werbung

Vorsicht bei der Werbung, denn diese beschönigt gerne. So wurde bei einem Produkt besonders hervorgehoben, dass es „78 Prozent Vollkorn“ enthält, zugleich aber sind darin 30 Prozent Zucker enthalten. Bei einem weiteren Produkt wurde auffällig hervorgehoben, dass es „sehr natriumarm“ sei – aber zugleich enthält es ganze 39 Prozent Zucker.

Forderung

Die AK fordert:

  1. Bei Frühstücksflocken sollte der Gehalt an zugesetztem Zucker von den Herstellern deutlich reduziert werden.

  2. Die Kennzeichnung mittels Ampelfarben zur leichten Erkennbarkeit von Produkten mit hohen Zucker oder Fettgehalt muss gefördert werden.

  3. Die von der Lebensmittelwirtschaft favorisierte GDA-Kennzeichnung muss insbesondere bei Produkten, die an die Zielgruppe Kinder gerichtet ist, verbessert werden, um eine Täuschung der KonsumentInnen zu vermeiden.


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