14 Traubensorten auf Pestizid-Rückstände getestet

In der Vergangenheit haben Pestizidrückstände auf Trauben häufig für Schlagzeilen gesorgt. Unsere Konsumentenschützer wollten es genau wissen und ließen 14 Produkte aus Italien, Griechenland und der Türkei untersuchen. Dabei hat sich gezeigt: Wer pestizidlos konsumieren will, muss zu Bio-Produkten greifen, denn bei allen 9 konventionell erzeugten Trauben konnten mehrere Pestizide nachgewiesen werden. Besonders bedenklich: Gleich bei zwei Proben wurde der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake – Duldbare tägliche Aufnahmemenge) für Kinder überschritten. Bei einem dieser Produkte überschritt der zusammengerechnete, prozentuelle Höchstgehalt der 6 nachgewiesenen Pestizide die 100-Prozent-Marke der maximal erlaubten Höchstgehalte an Rückständen nach EU-Richtlinien.

Konkret wurden in den losen Trauben von Spar 0,846 mg/kg des Fungizids Cyprodinil nachgewiesen. Hier liegt der ADI-Wert bei Kindern bis 6 Jahre oder 20 kg bei 0,6 mg. In Trauben der Marke Jolife fanden sich 2,021 mg/kg des Fungizids Dimethomorph. Der ADI-Wert bei Kindern bis 6 Jahre oder 20 kg liegt hier bei 1 mg/kg. Zudem wurde bei Jolife-Trauben die 100-Prozent-Regel mit 121,72% deutlich überschritten.

„Da es Rückstandshöchstwerte nur für Einzelsubstanzen und nicht für Mischungen gibt, sind alle Proben verkehrsfähig“, erklärt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. „Aus Sicht der AK sind allerdings Produkte, die mit einem Cocktail von mehr als 3 Pestiziden versetzt wurden, nicht akzeptabel. Das Vorsorgeprinzip im Sinne der Gesundheit und das Minimierungsgebot im Bereich des Einsatzes von Chemikalien verlangen bessere Ergebnisse.“

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Eingesetzte Pestizide finden sich auf schwarzer Liste

Insgesamt wurden in den 14 Proben mit Pestiziden 18 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe gefunden. Auf einem Produkt fanden sich unglaubliche 11 verschiedene Pestizidrückstände. Besonders bedenklich: 13 der 18 gefundenen Pestizidwirkstoffe finden sich auf der schwarzen Liste der Pestizide von Greenpeace.

Angesichts des nachgewiesen Pestizid-Cocktails auf allen konventionellen Produkten fordert die AK die Intensivierung der Forschung zu möglichen additiven und synergetischen Auswirkungen der einzelnen Wirksubstanzen. Als ersten Schritt braucht es eine Regelung, dass die Summe der Anteile der einzelnen Stoffe am jeweiligen Grenzwert die 100-Prozent-Marke nicht übersteigen darf.

Weniger ist mehr: Pestizideinsatz reduzieren

Zum Wohl der Konsumentinnen und Konsumenten und zum Schutz der Kinder fordert AK-Präsident Peter Eder die Minimierung des Pestizideinsatzes. „Jene konventionellen Produkte, die deutlich unter der 100%-Regel bleiben, zeigen, dass beim Mengeneinsatz Spielraum besteht. Überdies beweisen die getesteten Bio-Produkte, dass die nachgewiesenen Gift-Cocktails nicht zwingend notwendig sind. Auch die Bio-Trauben haben schließlich den qualitativen Vermarktungsnormen wie Aussehen oder Unversehrtheit entsprochen.“ 

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Übersicht über die gefundenen Pestizide in Tafeltrauben zum Herunterladen.

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