Gar nicht super: Sprit wurde teurer

Das Jahr neigt sich in großen Schritten dem Ende zu. Für die Konsumentenschützer der Salzburger Arbeiterkammer Anlass, die Preise am Treibstoff-, Heizöl- und Energiesektor (Strom, Erdgas, Pellets) unter die Lupe zu nehmen bzw. mit dem Vorjahr zu vergleichen. 

„Mit unseren Preisvergleichen verfolgen wir zwei Ziele: Zum einen wollen wir speziell jenen, die weniger Geld zum Leben haben, Sparpotenziale aufzeigen. Zum anderen aber auch den Unternehmen signalisieren, dass wir den Markt beobachten und faire Preise einfordern. Für ein leistbares und gerechtes Leben“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. 

Und das wirkt: so sind etwa die Preisunterschiede bei Lebensmitteln zwischen Deutschland und Österreich wesentlich geringer geworden.  

Pendler zahlen drauf: Treibstoffe um bis zu 10 Prozent teurer 

Insgesamt haben die AK-Konsumentenschützer 182 Tankstellen überprüft. Das Ergebnis: Der Durchschnittspreis im ganzen Bundesland Salzburg betrug 2017 für Super 1,224 Euro und für Diesel 1,162 Euro je Liter. Gegenüber dem Vorjahr legten die Kosten somit um 9,29 Prozent und bei Diesel um 10,67 Prozent zu. „Die Preissteigerung wird besonders bei größeren Treibstoffmengen sichtbar“, so Konsumentenschützer Stefan Göweil. „Für einen 50-Liter-Tank mussten heuer Autofahrerinnen und -fahrer im Schnitt um 5,20 bzw. 5,60 Euro (Diesel) mehr zahlen.“ 

„Die Preissteigerungen treffen vor allem die vielen Salzburgerinnen und Salzburger, die tagtäglich mit dem Auto in die Arbeit fahren“, sagt Pichler. Die AK errechnete, wie sich die Treibstoffpreiserhöhungen auf die Geldbörse der Pendler auswirken. Ein Beispiel: Ein Tamsweger, der fünf Mal pro Woche in die Stadt Salzburg pendelt, hat bei einem Benzinfahrzeug (Super) monatlich 30 Euro Mehrausgaben. Tankt er Diesel muss er immer noch um rund 17 Euro mehr bezahlen als im November des Vorjahres.

Tanken in der Stadt-Salzburg am billigsten  

Unangetastet von der Preisentwicklung blieb die Benachteiligung des Lungaus. Salzburgs südlichster Bezirk liegt deutlich über dem Landesschnitt: Nämlich um 7,03 Prozent bei Super und 3,27 Prozent bei Diesel. Der Grund dafür liegt laut AK-Experten im „fehlenden Preiswettbewerb. Im Lungau gibt es im Gegensatz zu den anderen Bezirken keine Diskont-Tankstellen.“ 

Am billigsten tanken Mann und Frau in Salzburg-Stadt: Und zwar um 2,78 Prozent weniger als der Super-Landesschnitt (1,224 Euro) und um 2,32 Prozent weniger als der Diesel-Landesschnitt (1,162 Euro). 

Kurios: Heimische Autobahn-Tankstellen teurer als in Bayern 

Keine Überraschung brachte der Jahresvergleich bei den Autobahntankstellen in Salzburg. Die Tankmöglichkeiten an den Autobahnen bleiben weiterhin extrem teuer. Bei Super beträgt der Unterschied zu den Tankstellen abseits der Autobahnen 23,8 Prozent (Mehrkosten für 50 Liter: 14,35 Euro) und bei Diesel 23,80 Prozent (Mehrkosten für 50 Liter: 13,65 Euro). 

Generell ist Salzburg bei den Treibstoffen günstiger als Bayern (Super -4 Prozent und Diesel -9 Prozent). Kurioserweise gilt das aber nicht für Autobahntankstellen. Denn Salzburgs Autobahntankstellen schnitten im Test durchwegs teurer ab – Super um +1 Prozent und Diesel +6,5 Prozent. „Einen plausiblen Grund, der solche hohen Preise rechtfertigt, gibt es nicht“, so Stefan Göweil. „Das kann ich mir nur mit bewusst sehr hoch angesetzten Preisen der österreichischen Mineralölkonzerne erklären.“ 

AK-Treibstoff-Tipps:

  • Ein Preisvergleich mithilfe des Spritpreisrechners der E-Control unter http://www.spritpreisrechner.at/neu/ kann sich lohnen. Mit diesem Rechner finden die Autofahrer schnell die günstigste Tankstelle.
  • Wenn möglich zwischen 11 und 12 Uhr tanken, die ungünstigste Zeit ist zwischen 12 und 14 Uhr. 
  • Und: Autobahntankstellen vermeiden!

Saftig: 3.000 Liter Heizöl um 185 Euro teurer als im Vorjahr

Während im Vorjahr die Preise für Heizöl noch gesunken sind, haben sie heuer einen saftigen Anstieg erfahren. „Von dieser Entwicklung ist vor allem unser Bundesland betroffen“, weiß Stefan Göweil von der AK. „23 Prozent aller Haushalte in Salzburg heizen mit Öl – das ist weit über dem Österreichschnitt von 17 Prozent.“ 

Im Vergleich zur Vorjahreserhebung stiegen die Preise für 1.000 Liter um 7,10 Prozent (+53,75 Euro), für 2.000 Liter um 9,91 Prozent (+131,13 Euro) und bei 3.000 Liter um 9,36 Prozent (+184,42 Euro). Hintergrund: Je stärker der US-Dollar im Vergleich zum Euro ist (2017 um 14 Prozent zugelegt), desto teurer wird der Import von Rohöl und somit auch unsere Kraftstoff- und Heizölpreise. 

„Das trifft in Zeiten absurd hoher Wohnkosten besonders Menschen mit kleinen Einkommen doppelt und ist eine gefährliche Mischung. Man sollte unbedingt vor dem Kauf mehrere Angebote einholen. Besonders bei kleinen Mengen zwischen 500 bis 1.000 Litern kann ein unüberlegter Einkauf noch einmal hohe Zusatzkosten verursachen“, warnt AK-Präsident Pichler: „Heizöl und Treibstoffe sind wieder der Teuerungstreiber Nummer 1!“

Erfreuliche Ausnahme: Strompreise sinken

Während Treibstoffe und Heizöl spürbar teurer werden, können sich die Salzburgerinnen und Salzburger über sinkende Strompreise freuen. Das durchschnittliche Jahres-Preisniveau sank heuer gegenüber 2016 um 5,45 Prozent. AK-Experte Stefan Göweil erklärt den Rückgang folgendermaßen: „Innerhalb des vergangenen Jahres wuchs das Angebot am Stromsektor um fast 50 Prozent. Diese Zunahme an Produkten ergab eine Verringerung des Durchschnittpreises.“ 

Kurios: Der Erdgasmarkt kann einen stärkeren Angebotszuwachs (+77 Produkte) als der Stromsektor nachweisen, dennoch blieb das durchschnittliche Preisniveau gleich. „Die Differenz zwischen 2016 und 2017 liegt bei unter 1 Prozent“, so Göweil. 

Im Zug der Erhebung hat die Arbeiterkammer auch die Preise für Pellets unter die Lupe genommen: 6 Tonnen Pellets (Durchschnittsjahresverbrauch für ein Einfamilienhaus) kostete 2016 durchschnittlich 1.379 Euro. Heuer lag der Preis bei 1.420 Euro – was eine Steigerung um 3 Prozent bedeutet.   

AK-Energie-Spartipps:

  • Bei Strom und Gas gelten viele günstige Angebote nur für das erste Jahr – danach wird’s teurer. Ein Wechsel zu einem neuen Anbieter ist oft sinnvoll.
  • Vor dem Wechsel einen Preisvergleich mithilfe des Tarifrechners der E-Control und AK durchführen. Wichtig: Beide Varianten rechnen. Einmal mit und einmal ohne Einrechnung der Wechselrabatte.
  • Hilfe im Tarifdschungel bekommen Sie von unseren AK-Experten in der Konsumentenberatung. Beratungen unter T: +43 (0)662 8687-91
  • Pellets-Einkauf im Mai und Juni schont das Geldbörsel. In diesen beiden Monaten sind die Pellets am günstigsten – das zeigt die AK-Erhebung. 

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