Was kostet der Schulstart?

Rechtzeitig vor Schulbeginn sind die Tester der Arbeiterkammer Salzburg in Stadt und Land Salzburg sowie in Bayern ausgeschwärmt und haben die Preise für ein repräsentatives Schul-Set,  bestehend aus 29 unterschiedlichen Produkten, unter die Lupe genommen. Besucht wurden dabei sowohl Handelsketten, als auch der Fachhandel. Erwartungsgemäß waren die Preise der Handelsketten im Schnitt günstiger als im Fachhandel. Allerdings nicht immer – auch im Fachhandel werden Schnäppchen und Aktionen geboten. Und: Während bei Füllfedern, Buntstiften, Filzstiften, Malfarben und Wachskreiden in der Regel die Handelsketten in punkto Preis die Nase vorne haben, sind Ringbucheinlagen, Hefte, Heftumschläge und Bleistifte im Fachhandel häufig günstiger.  

Maximale Ersparnis beträgt 217 Euro

Innerhalb der Produktgruppen unterscheiden sich die Preise enorm. „Wer sich die Mühe macht jedes Produkt zum günstigsten Preis zu erwerben, erspart sich 217 Euro“, erklärt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Während dieses Sparpotenzial aufgrund des enormen Zeitaufwands in der Praxis wohl keine Anwendung findet, hält Göweil eine Einsparung zwischen 70 und 90 Euro bei bewusstem Einkauf für möglich.

Auch bei bereits befüllten Schultaschen gibt es enorme Preisspannen zwischen 60 und 240 Euro, wobei Konsumentenschützer Göweil darauf hinweist, dass beim Kauf einer Schultasche Verarbeitung, Tragekomfort und ergonomische Eigenschaften einen höheren Stellenwert haben sollten als der reine Blick auf den Preis. In Sachen Beratungsqualität hatten die Fachgeschäfte hier die Nase vorn. „Freundlichkeit und Bemühen wurden überall attestiert, das Beratungs-Plus lag jedoch eindeutig bei den Fachgeschäften“, erklärt Göweil. 

Fahrt nach Bayern macht wenig Sinn

Von den AK-Produkttestern wurden auch die Preise in Deutschland unter die Lupe genommen. Der Vergleich belegt: Steuerbereinigt sparen sich Eltern beim Einkauf in Freilassing nur 1,4 Prozent. AK-Präsident Peter Eder: „Es freut mich, dass die österreichischen Preise mit Deutschland mithalten können. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Konsumentinnen und Konsumenten den heimischen Handel stärken, damit die Arbeitsplätze abgesichert werden.“ 

Tipps für den Kauf von Schulartikeln

 Schultaschen-Kauf:

  • Reflektoren: sowohl am Rückenteil als auch an den Trageriemen
  • Wattierter Rückenteil und breite Trageriemen
  • Trageriemen sollten leicht verstellbar sein: ausprobieren
  • Schultaschen und Rucksäcke sollten unbedingt einen festen Rahmen haben, besonders wichtig bei kleinen Kindern (Gefahr von Haltungsschäden). Die Schultasche darf nicht drücken, die Tragriemen sollen nicht einschneiden. Wichtig ist daher das Anprobieren der Tasche durch das Kind vor dem Kauf.
  • Gute Schultaschen sind leicht, formbeständig und stabil, sie kippen beim Ein- und Auspacken nicht um.
  • Kontrollieren sie die Verarbeitung: Überzeugen Sie sich ob es spitze Kanten, offene Nähte, überstehende Vernietungen gibt, an denen man sich kratzen kann?
  • Überprüfen Sie die seitlichen Wände. Bei einem größeren offenen Spalt besteht die Gefahr, dass es bei Schlechtwetter hineinregnet.
  • Quergurte helfen bei der Verteilung der Gewichtslast.

 Schultaschen-Gebrauch:

  • Maximal zehn Prozent ihres Körpergewichts sollten Kinder auf dem Rücken tragen, das sind bei Sechsjährigen um die zwei bis drei Kilo.
  • Die Eltern sollten regelmäßig das Gewicht der Schultasche überprüfen und darauf achten, dass nur benötigte Sachen darin enthalten sind.
  • Wichtig ist auch, dass Schultaschen und Rucksäcke auf dem Rücken getragen werden und nicht nur lässig auf einer Schulter.

 Allgemeine Tipps:

  • Erfahrungsgemäß kommen kurz vor Schulbeginn noch weitere Aktionsangebote. Der Fachhandel hat bereits solche angekündigt. Es ist auch damit zu rechnen, dass weitere Handelsgeschäfte (z.B. Diskontmärkte) mit günstigen Schulartikeln ihr Sortiment kurzfristig ausweiten werden.
  • Umweltfreundliche Produkte werden immer wichtiger und werden immer häufiger nachgefragt. Vielfach sind solche Produkte nicht wesentlich teurer.
    Informationen zu umweltfreundlichen Produkten bekommen Sie unter www.schuleinkauf.at - eine Initiative des Ministerium für lebenswertes Österreich und des Papierfachhandels. Clever einkaufen bietet viele Tipps, damit beim Schuleinkauf die Umwelt bestmöglich geschont wird und Kindern ein bewusster Umgang mit der Umwelt vorgelebt wird.
  • Bessere Beratung bekommt man im Fachhandel. Dies hat der Test über die Beratung beim Schultaschenkauf wieder klar gezeigt.
    Kompetenz gepaart mit Zeit für eine ausführliche Beratung ist eine Stärke des Fachhandels. Es ist erfreulich, dass das auch bei dieser Erhebung wieder gefunden wurde.
  • Eine befüllte Schultasche bedeutet nicht automatisch einen günstigeren Kauf in Vergleich dazu wenn man eine leere Schultasche selbst befüllt. Die Art der Befüllung ist sehr individuell und bedeutet nicht, dass man damit automatisch eine Grundausstattung für den Schulbeginn hat.
  • Bei vielen Fachgeschäften kann man auch eine Einkaufsliste abgeben. Die Beschäftigten stellen Ihnen zumeist die gewünschten Produkte nach ein bis zwei Stunden fertig zum Abholen zusammen.


Unterstützung für einkommensschwache Familien

Für einkommensschwache Familien, die Mindestsicherung beziehen, bietet das Sozialministerium noch bis 11. September 2020 im Rahmen einer österreichweiten Aktion ein Schulstartpaket. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Sozialministeriums und beim Roten Kreuz Salzburg unter Tel. 0800/80 80 01

fälle aus der praxis

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