Leitungswasser beim Wirt so teuer wie noch nie

Die heurige Gastronomie-Preiserhebung der Arbeiterkammer Salzburg testete 33 Gastro-Betriebe in der Landeshauptstadt. Darunter Cafés, Restaurants und Gasthäuser. Dabei werden seit Jahren immer dieselben Betriebe bezüglich ihrer Preisgestaltung von 25 ausgewählten Produkten beobachtet.

2018 liegt der Mittelwert aller erhobenen Produktpreise im Vergleich zum Vorjahr um 2,96 Prozent höher. Der Verbraucherpreisindex (VPI) betrug im selben Zeitraum 2,2 Prozent. „Die Preissteigerung fiel gegenüber der Vorjahre etwas geringer aus“, berichtet Konsumentenschützer Stefan Göweil, der diese Erhebung geleitet hat. Im Detail: Getränke (15 Produkte) sind um 2,94 und Speisen (10 Produkte) um 2,99 Prozent teurer geworden.

Leitungswasser: Preise stiegen um 41 Prozent

Im 10-Jahresvergleich beträgt die Teuerung der getestet Gasrto-Preise durchschnittlich 28,74 Prozent (VPI: 18,30%). „Die Verteuerungen bei Essen und Trinken im Gasthaus liegen deutlich über der Inflationsrate“, so Stefan Göweil.

Spitzenreiter in Sachen Preissteigerung bei den Getränken ist das Leitungswasser. 2008 kostete ein kleines Glas Wasser durchschnittlich 37 Cent, heute sind es 52 Cent – plus 41 Prozent. Platz zwei belegt der „Weiße Spritzer“ (+ 33 Prozent). Speisen: Am stärksten stiegen die Preise für Frankfurter und Blattsalat mit Geflügelstreifen (beide um 46%). „Grundsätzlich ist anzumerken, dass ein Wirt für Leitungswasser etwas verlangen darf, wenn er dies in der Karte ausweist“, informiert Konsumentenschützer Göweil.

Aufgefallen ist den Erhebern auch, dass immer mehr Betriebe für Leitungswasser Geld verlangen – heuer 16 von 33 Lokalbetreibern. Im Jahr 2015 waren es 12 Betriebe, 2013 erst 7 Lokale und vor 10 Jahren verlangte lediglich zwei Wirte etwas. Zwischen 0,30 und 0,80 Euro wurden bei der aktuellen Erhebung für 0,25 bzw. 0,33 Liter Leitungswasser verlangt. Ein halber Liter kostete zwischen 0,50 Euro und 1,40 Euro.

Leitungswasser sollte gratis sein

Die Mehrheit der Gastronomen wollte bei gleichzeitiger Konsumation einer Speise, kein Geld für Wasser sehen. Aber immerhin 6 der 16 Betriebe verlangte trotz Essen etwas fürs Wasser. 10 Lokale verzichteten trotz Preisauszeichnung auf eine Verrechnung, wenn dazu etwas konsumiert wurde. Bei den restlichen 17 Betrieben, bei denen das Leitungswasser nicht auf der Karte zu finden war, wurde dafür auch nichts verlangt.

Geld für Leitungswasser zu verlangen, wäre nicht notwendig, sagt AK-Präsident Peter Eder. „Wenn man bedenkt, dass 1.000 Liter Wasser aus der Leitung den Lokalen in der Stadt Salzburg nur 1,70 Euro kosten. Daher sollte das Leitungswasser als ein Akt der Gastfreundlichkeit gratis bleiben.“

Was kostet wie viel?

Hier finden Sie eine Übersicht der getesteten Speisen und Getränke.
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