22.10.2019

Teures Nass: Leitungswasser wird immer häufiger in Rechnung gestellt

Unsere aktuelle Erhebung nahm die Entwicklung der Gastronomiepreise unter die Lupe – darunter 9 Kaffeehäuser und 23 Restaurants bzw. Gasthäuser. Jedes Jahr werden die gleichen Salzburger Gastronomiebetriebe anhand von 25 ausgewählten Produkten beobachtet und verglichen.

2019 legten die Preise der insgesamt 554 erhobenen Produkte im Jahresvergleich durchschnittlich um 3,51 Prozent zu. Betrachtet man parallel dazu die Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) werden große Differenzen ersichtlich. „Die allgemeine Teuerung betrug zum selben Zeitraum nur 1,5 Prozent“, erklärt Konsumentenschützer Göweil. „Die Preiserhöhung in der Gastronomie liegt somit deutlich über der durchschnittlichen Inflationsrate.“

Wasser, Bier & Co.: Die Preise steigen wieder 

Wer in Salzburgs Kaffeehäusern und Restaurants nach einem kostenlosen Glas Leitungswasser bittet, wird oft enttäuscht. Die AK-Erhebung der Gastronomiepreise zeigt, dass knapp die Hälfte aller Lokale für Leitungswasser Geld verlangt. 9 von 15 Betrieben (60%) verrechnen das Wasser auch bei gleichzeitiger Konsumation. Im vergangenen Jahr waren es „nur“ 6 von 16 Betrieben (38%). Zudem ist auffallend, dass nicht nur die Anzahl an Gastronomie-Betrieben, die für Leistungswasser Geld verlangen, sondern auch die Preise dafür angestiegen sind. In den letzten 10 Jahren ist das kühle Nass um 107% teurer geworden und kostet im Schnitt 83 Cent.

„Grundsätzlich ist anzumerken, dass ein Wirt für Leitungswasser etwas verlangen darf“, hält Göweil fest. „Jedoch nur, wenn das auch in der Speise- oder Getränkekarte angeführt ist.“ Nach dem Preisauszeichnungsgesetz sind Gastronomie-Betriebe dazu verpflichtet, alle angebotenen Produkte preislich auszuzeichnen. Verstöße können rechtliche Konsequenzen mit sich bringen und sollten der zuständigen Behörde beim Amt der Salzburger Landesregierung oder der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer gemeldet werden.


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Die Erhebung unserer Konsumentenschützer zeigt zudem, dass die Preise für Gulaschsuppe (+10,27%, Ø € 6,49), Eiskaffee (+7,43%, Ø € 6,51) und Wiener Schnitzel (+4,54%, Ø € 13,83) im Schnitt am stärksten erhöht wurden. Beachtlich sind auch die großen Preisunterschiede bei einzelnen Produkten in verschiedenen Lokalen. Zu den Spitzenreitern zählen der Apfelsaft (150%, € 2,30 – 5,75), Eis mit Schlag (143,24%, € 3,7 – 9), Prosecco (133,33%, € 3 – 7) und Blattsalat mit Geflügelstreifen (117,65%, € 8,5 – 18,5). „Natürlich ist uns bewusst, dass in unterschiedlichen Lokalen verschiedene Qualitäten und damit variierende Preise auftreten können“, stellt Konsumentenschützer Göweil klar. Unterschiede von über 100 Prozent seien aus seiner Sicht damit jedoch nicht ausreichend erklärbar.

Leitungswasser sollte gratis sein

Obwohl sich der Preis für Leitungswasser in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat, bleibt er seit dem Vorjahr in etwa konstant. Ein großes Glas Leitungswasser wurde etwas teurer, ein kleines etwas günstiger. Dennoch: „Geld für Leitungswasser zu verlangen, wäre nicht nötig“, findet AK-Präsident Peter Eder. „1.000 Liter Wasser aus der Leitung kosten die Lokale in der Stadt Salzburg nur 1,70 Euro. Als Akt der Gastfreundlichkeit sollte das Leitungswasser gratis bleiben.“ 

verglichene Produkte

Die vollständige Tabelle finden Sie hier.

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